Austauschsemester in Lausanne

Es war schon immer ein grosser Traum von mir, einmal ein Austauschjahr zu machen. Leider hat es am Gymnasium nicht geklappt und danach war das Ganze fürs erste einfach mal vergessen. Als ich aber angefangen habe, Französisch zu studieren, habe ich beschlossen, dass dieser Traum jetzt endlich in Erfüllung gehen sollte. Der Plan wurde prompt in die Tat umgesetzt und vor knapp neun Monaten habe ich also vom Zürichsee an den Genfersee gewechselt und zwei Semester an der Uni Lausanne studiert. Nun sind diese zwei Semester schon beinahe wieder vorbei (in einer Woche wird gezügelt 😦 ). Diesen Anlass nutze ich nun, um die letzten neun Monate Revue passieren zu lassen.

Allein schon dafür, ein knappes Jahr lang diese Aussicht zu haben, hat es sich gelohnt, nach Lausanne zu fahren

Allein schon dafür, ein knappes Jahr lang diese Aussicht zu haben, hat sich der Austausch gelohnt

Am Anfang war ich noch ziemlich nervös: Ich habe bisher immer bei meinen Eltern gewohnt und abgesehen von den vier Wochen Sprachschule in Frankreich war ich noch nie längere Zeit von zu Hause weg. Die Tatsache, dass mein Freund mich begleitet hat, hat alles zwar doch um einiges erleichtert. Glücklicherweise haben wir auch eine tolle Wohnung ganz in der Nähe des Stadtzentrums gefunden, also stand einem tollen Jahr eigentlich nichts mehr im Weg. Abgesehen von ein paar Heimwehattacken dann und wann und den (schon fast alltäglichen) Kämpfen gegen die mir ungewohnte Verwaltung an der Uni Lausanne war die ganze Übung dann doch ein ziemlicher Erfolg.

Tatsache ist, dass die meisten Austauschstudenten, die nach Lausanne kommen, praktisch niemanden kennen. Also ist es gerade am „Journée d’accueil“, der Informationsveranstaltung für alle neuen Austauschstudenten, ganz einfach, ein paar Leute zu treffen, mit denen man dann später die Stadt unsicher machen kann. Auch die „Einheimischen“ waren meistens ziemlich offen und fast immer bereit, mir mal mit ein paar Notizen auszuhelfen oder eine meiner Arbeiten durchzulesen oder mir mit ein paar zusätzlichen Informationen das Leben zu erleichtern. Selbst die Dozenten hatten meist Verständnis dafür, dass ich manchmal etwas länger brauchte als meine französischsprachigen Mitstudenten. Nur beim Korrigieren der Arbeiten waren sie dann nicht mehr ganz so rücksichtsvoll. Die mussten genauso perfekt sein wie die Arbeiten der anderen. Ich sollte dabei noch anmerken, dass ich fast nur Module aus dem Programm Französisch für Muttersprachler gewählt habe. Also sind die Ansprüche an mein Sprachniveau absolut berechtigt.

Je länger ich aber in Lausanne war, desto besser hat mir die Stadt gefallen, desto mehr habe ich mich hier zu Hause gefühlt. Glücklicherweise hatte ich auch den Mut, mich hier einem kleinen Gospelchor anzuschliessen und in den Semesterferien sogar an einem grösseren musikalischen Projekt mitzuwirken, nachdem ich seit der Matura keine Musik mehr gemacht hatte (dabei war das immerhin mein Schwerpunktfach). Allein schon deswegen hat es sich gelohnt, nach Lausanne zu kommen.

Aber auch sonst hat dieses Jahr in der Westschweiz mir einiges beigebracht. Vor allem hat die viel lockerere Art der Romands auf mich abgefärbt. Ich nehme viele Dinge jetzt nicht mehr so eng (auch wenn ich mich immer noch allzu schnell stressen lasse) und habe gelernt, trotz meiner Streber-Attitüde das Leben auch mal zu geniessen. Und ich bin zum ersten Mal durch eine Prüfung an der Uni durchgefallen. Auch diese Erfahrung sollte mal sein 😉

Ein Austauschjahr ist meiner Meinung nach immer eine gute Sache. Und Lausanne kann ich nach meiner Erfahrung absolut empfehlen.

In einem späteren Post werde ich dann noch auf einzelne Aspekte meines Austauschsemesters genauer eingehen und ein paar kleine Tipps verraten.

Advertisements

3 Gedanken zu „Austauschsemester in Lausanne

  1. Pingback: Austauschsemester Teil 2 | studentenkram

  2. Katja

    Einige Zeit im Ausland zu leben ist wirklich eine tolle Erfahrung! Ich wünsche Dir, dass der Umzug zurück gut klappt und Du wieder gut in der Heimat ankommst! 🙂

    Gefällt mir

    Antwort
    1. studentenkram Autor

      Oh ja, das ist es. Auch wenn’s nicht immer ganz einfach ist. Aber ich finde, es bringt einem auch bei, das wertzuschätzen, was man hat.
      Und danke, ich hoffe auch, es geht so reibungslos wie wir uns das vorstellen 😉

      Gefällt mir

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s