Tipps & Tricks #2: Mind Mapping

In der letzten Woche habe ich für mich eine Technik wieder entdeckt, die ich im Gymnasium ziemlich intensiv genutzt und danach völlig vergessen habe: Mind Mapping.  Ich hatte durch meinen Vater das Glück, schon relativ früh (in der 7. Klasse) intensiv mit Mind Maps in Berührung zu kommen (insbesondere auch mit Programmen, um diese am PC zu erstellen). In der Schule waren besonders meine Mind Maps für Geschichte bei manchen meiner Klassenkameradinnen sehr beliebt, um kurz vor der Prüfung nochmals einen Überblick übers Thema zu bekommen. Ich dagegen musste in der Regel, wenn ich das Mind Map mal gemacht hatte, kaum noch etwas für die Prüfung tun, weil ich alles Material schon ziemlich intensiv durchgearbeitet hatte. Die grösste Mind Map, die ich je erstellt habe, war wohl diejenige für die Deutschmatura. Selbst auf zwei A3-Seiten erstreckt waren die Infos kaum noch zu lesen. Aber ich hatte alles, was ich zur deutschen Literaturgeschichte wissen musste, auf ein einziges Schema gebracht, das ich mir dann in meinem Zimmer aufgehängt habe und so jeden Tag anschauen konnte.

Das Prinzip eines Mind Maps ist im Grunde ganz einfach: In die Mitte kommt das Thema – z.B. „Deutsche Romantik“. Von diesem Hauptthema gehen verschiedene Hauptäste ab, welche die Oberbegriffe beinhalten, z.B. „Autoren“, „Motive“ etc. Dann mache ich zu diesen Hauptzweigen Unterzweige mit Schlüsselwörtern und so weiter – solange, bis ich alle Infos, die ich brauche, auf der Mind Map aufgezeichnet habe. Die Infos werden immer in Form von Stichworten oder Satzfragmenten aufgelistet. Dabei muss ich mich aber natürlich nicht auf einfache hierarchische Beziehungen beschränken. Mit Hilfe von Pfeilen, Anmerkungen, Symbolen usw. kann ich weitere Infos einfügen, Zusammenhänge zwischen nicht hierarchisch verbundenen Zweigen herstellen oder ganz einfach signalisieren, wo die Prioritäten eines Themas liegen. Meiner Kreativität sind im Grunde keine Grenzen gesetzt.

Oft mache ich statt „normaler“ Zusammenfassungen in Textform Mind Maps. Ich werde dabei dazu gezwungen, den Text in eigene Worte zusammenzufassen, weil ich ja nicht ganze Sätze kopieren kann/will. Ausserdem fällt es mir leichter, die grösseren Zusammenhänge und das Ganze im Blick zu behalten. Dabei kann ich relativ leicht das Thema umstrukturieren, gerade, weil ich ja oft am PC arbeite und so die Map so oft umstellen kann wie ich will. Für mich als eher visuell orientierten Menschen ist die Form der Maps natürlich besonders toll, weil ich so Schrift und Bild quasi verbinden kann. Meistens kratze ich dabei nur an der Oberfläche der Möglichkeiten der Mind Maps, weil ich wenig Symbole, Farben oder Zeichnungen verwende.

Ein Beispiel für ein Mind Map, das ich im Gymnasium gemacht habe - ziemlich simpel eigentlich. Vorsicht, grosse Datei!

Ein Beispiel für ein Mind Map, das ich im Gymnasium gemacht habe – ziemlich simpel eigentlich. Vorsicht, grosse Datei!

Natürlich sind die Einsatzgebiete von Mind Maps nicht nur auf Zusammenfassungen und Themenübersichten beschränkt. Man kann damit auch Vorlesungsnotizen machen, Sitzungen vorbereiten, To Do-Listen erstellen, Projekte planen und noch vieles mehr. Am besten ist einfach, man versucht es einfach mal. Ansonsten gibt es auch gaaanz viel Literatur zum Thema und für diejenigen, die gerne einen Punkt zum Anfangen hätten, habe ich folgende Tipps:

  • Ich habe das Mind Mapping mit Hilfe des Buches von Mogens Kirckhoff gelernt. Leider ist das Buch soweit ich gesehen habe nicht mehr verfügbar. Da ich es aber als sehr gute und gründliche Einführung in Erinnerung habe, gebe ich euch doch mal die genauen Angaben, vielleicht ist es ja irgendwo noch gebraucht zu kriegen:
    Kirckhoff, Mogens, Mind Mapping, GABAL Verlag, 2004. ISBN: 978-3-923984-80-0 .
  • Tony Buzan wird oft als „Vater“ oder sogar „Erfinder“ des Mind Mapping bezeichnet. Er hat ausserdem verschiedene Bücher zu Speed Reading und Mnemo-Techniken geschrieben. Auf seiner Homepage gibt es diverse Infos zu seinen Büchern und Kursen (alles in Englisch!) und eine Anleitung, wie man Mind Maps macht (Menu-Punkt „About – Mind Mapping“).
  • Hier gibt es eine einfache, kurze Anleitung zum Mind Mapping auf Deutsch (dabei merke ich gerade, dass ich eine der Hauptregeln, nämlich nur Schlüsselwörter zu verwenden, schon seit Jahren missachte – ups).
  • Gebt einfach mal bei Google Images den Suchbegriff „Mind Maps“ (oder eine Variation davon) ein. Da tauchen unzählige tolle Beispiele auf, von denen man sich gerne inspirieren lassen kann.
  • Zum Erstellen von Mind Maps am PC verwende ich den MindManager. Die Studentenversion ist einigermassen bezahlbar (Betonung auf einigermassen – ähem), die normale dafür unglaublich teuer.  Ich habe aber mal gesehen, dass einige Unis und Hochschulen Gratis-Lizenzen für die Studenten anbieten. Leider ist die Seite in der Zwischenzeit unauffindbar. Es lohnt sich trotzdem, mal nachzufragen.
    Ansonsten gibt es diverse Gratis-Programme und andere, die nicht ganz so teuer wie MindManager sind. Einen Überblick über einige davon findet ihr hier.

Viel Spass beim Ausprobieren!

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6 Gedanken zu „Tipps & Tricks #2: Mind Mapping

  1. Pingback: Tipps & Tricks #5: Memory Cartoons | studentenkram

  2. Highly Sensitive Person (High Sensation Seeker)

    Hi Melina,

    ich muss dir jetzt ein Kompliment machen – dein Schreibstil ist wirklich schön, man liest dich gern!
    Also: Ich liiiiiebe Mind-Mapping. So habe ich auf meine mündliche Diplomprüfung gelernt – herrlich! Man kann dann so richtig aus dem Vollen schöpfen (sofern man alle Nerven beisammen behält 😉 ). Allerdings ist es bei mir so, dass ich mir meine Mind-Maps selbst male und nicht mit dem Computer erstelle – ich bin ein haptischer Typ und brauche das selbstgemalte Mind-Map, so geht das alles noch besser in meinen Kopf und die MindMaps sehen dann nicht alle so gleich-schematisch aus.

    Dir ein schönes Wochenende,
    Julia

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    Antwort
    1. studentenkram Autor

      Hi Julia,

      Danke für das Kompliment ^^
      Mind Maps sind was tolles! Ich konnte mich nur nie so richtig mit der handgeschriebenen/gezeichneten Variante anfreunden, weil ich bei meinen Notizen immer den Anspruch habe, dass sie so perfekt wie möglich aussehen (jaa, ich weiss, Perfektionismus ist ungesund 😉 ). Und bei Mind Manager hat man eben den Vorteil, dass man vieeele Gestaltungsmöglichkeiten hat (fast zu viele, man verliert sich dann gerne). Aber seit Kurzem baue ich immer mehr grafische Elemente in meine handgeschriebenen Notizen ein – quasi die Vorstufe zu Mind Mapping – und das klappt richtig gut.

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  3. Pingback: Bachelorarbeit | studentenkram

  4. Pingback: MindMapping | Herzlich einfach

  5. a.herz

    Hat dies auf Herzlich einfach rebloggt und kommentierte:
    In diesem Beitrag habe ich gerade eine tolle Beschreibung zum Thema Mind Mapping mit weiterführenden Informationen gefunden. Ich persönlich verwende MindMaps in erster Linie gerne für eine erste Zusammenfassung der Skript-Inhalte von der Fernuni. Das verdichtet dann schon einmal die Masse an Informationen und ich habe nicht ständig das Bedürfnis „ganze Textseiten“ einfach abschreiben zu müssen, bzw. macht MindMapping das nicht möglich, ganz im Gegensatz zur normalen Textverarbeitung, wo ich dann locker am Ende zumindest den halben Text abgetippt (!) habe. MindMaps beschleunigen dieses Thema ungemein. Ich müste mich jetzt nur noch aufraffen auch damit zu lernen ;-). Aber immerhin habe ich immer, wenn ich meine Zusammenfassungen sehe, das gute Gefühl: Das habe ich jetzt schon durchgearbeitet!

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