Schritt für Schritt in Richtung einer besseren Lesetechnik

Unglaublich, wie die Zeit verfliegt, wenn man arbeitet (bzw. arbeiten müsste). Die Semesterferien sind schon fast zur Hälfte vorüber und ich habe das Gefühl, mit der Prüfungsvorbereitung überhaupt nirgedns zu sein. Immerhin habe ich jetzt endlich mein letztes Prüfungsresultat aus Lausanne erhalten und weiss zumindest, dass ich die Prüfung definitiv im September ableben muss. Komischerweise macht das die Sache nicht unbedingt einfacher. Ich pendle zur Zeit zwischen Panik und einer „das kommt schon“-Einstellung, die beide nicht unbedingt förderlich für meine Disziplin sind. Wer einen Geheimtipp hat, wie man sich dazu zwingen kann, konzentriert zu arbeiten, soll sich doch bitte bei mir melden. Ich bin für jeden Hinweis dankbar!

Diese Woche musste ich wieder einmal mehr feststellen, dass ich mich bezüglich Lesetechnik zumindest bei wissenschaftlichen Artikeln überhaupt nicht an meine eigenen Vorsätze halte. Anstatt immer brav die Lektüre vorzubereiten, indem ich erstmal die Übertitel lese, die Kapitel kurz überfliege und mir so schonmal ein Bild vom Text mache, lese ich meistens einfach so drauflos. Das macht sich dann auch schnell bemerkbar. Langer Rede kurzer Sinn: Eigentlich macht mir Linguistik ja Spass. Ich finde, es gibt echt interessante Dinge, die man untersuchen kann und gerade in einer Fremdsprache ist es ein Abenteuer, immer wieder Neues zu erfahren. Aber im Moment habe ich schlicht und einfach keine Lust darauf, zum hundertsten Mal einen Einführungstext in die Syntax zu lesen (mal abgesehen davon, dass es noch niemand hinbekommen hat, eine verständliche Einführung in die Generative Grammatik zu schreiben – wenn ihr wisst, was ich meine).

Aber dann, am Dienstagabend, kam die Erleuchtung in Form von Verena Steiners Buch Lernpower. Darin wird eigentlich bis jetzt noch nicht viel vorgeschlagen, was ich nicht schon kennen würde, aber es hat mir dabei geholfen, mir mal wieder in Erinnerung zu rufen, welche Prinzipien ich beim Lesen eigentlich befolgen müsste. Was mir aber vor allem auf die Sprünge geholfen hat, war der Vorschlag, die Struktur eines Texts bei Schritt 1 (sich einen Überblick verschaffen) in einer Mind Map darzustellen. Wie ich schonmal erwähnt habe, liebe ich Mind Maps. Aber vor allem hilft mir die Tatsache, dass ich schon vor dem Lesen das Gerüst für die Mind Map aufbaue und später dann nur noch die wichtigsten Informationen aus dem Text ergänzen muss, einfach dabei, konzentriert bei der Sache zu bleiben. Ich behalte den Überblick darüber, was noch zu tun ist, welche Stichworte noch erklärt werden sollten und wie weit ich schon gekommen bin.

Ein weiterer Punkt, bei dem mir das Mind Mapping auch geholfen hat, war das Nachbereiten des Textes. Ich bearbeite zur Zeit ein Buch zur allgemeinen Einführung in die Linguistik, das doch ziemlich dicht mit Informationen bestückt ist. Dadurch werden die Maps ziemlich gross und wenn ich einen Abschnitt fertiggelesen habe, sehe ich mich quasi gezwungen, nochmal über meine komplette Arbeit drüberzugehen und zu versuchen, doppelte Informationen rauszustreichen oder manche Teile neu zu strukturieren, damit es übersichtlicher und verständlicher wird. Damit besiege ich meinen inneren Schweinehund, der immer gleich zum nächsten Text weiterrennen will, relativ leicht. Motivation ist doch etwas schönes 🙂

Ausserdem überlege ich im Moment, ob ich vielleicht zum Semesterstart jeweils meinen Laptop mit an die Uni nehmen und meine Vorlesungsnotizen künftig in Mind Map-Form verfassen sollte. Letzteres hatte ich schon länger vor, aber die Tatsache, dass ich ungern von Hand Maps erstelle, hat mich davon abgehalten. Da mein neuer Laptop aber verhältnismässig leicht ist und mit einer anständigen Akkulaufzeit brilliert, liesse sich das vermutlich machen. Dann muss ich aber über die Sommerferien noch etwas an meiner Disziplin arbeiten, damit ich dann nicht ständig auf Facebook rumdümpel.

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2 Gedanken zu „Schritt für Schritt in Richtung einer besseren Lesetechnik

  1. a.herz

    Ich wünsche dir viel Erfolg für die Prüfung und bin mir sicher, dass du deine Sache gut machen wirst 🙂 Auf jeden Fall macht es Freude deine Begeisterung für das Fach zu erleben und ist ein echter Ansporn und Motivation, das eigene Thema mit ebenso viel Interesse zu betrachten.

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    1. studentenkram Autor

      Danke 🙂 Schön, wenn dich mein Blog motiviert, dann hat er ja schon mindestens einen Zweck erfüllt! Aber ich wünschte, ich wäre von Anfang an so reflektiert und bewusst an mein Studium herangegangen wie du. Vielleicht ist das auch der Vorteil, wenn man nicht gleich nach der Schule an die Uni geht 😉

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