Motivation

Oh Mann, es ist schon ziemlich lange her seit meinem letzten Post – sorry… Die letzten paar Wochen waren für mich Stress pur. Ich bin im Endspurt für die Leseliste, die Motivation sinkt von Tag zu Tag weiter in den Keller und als ob das nicht genug wäre, bin ich mir vor lauter „warum muss ich so etwas überhaupt machen“ auch gar nicht mehr sicher, ob ich nächsten Frühling wirklich einen Master in Deutsch und Französisch beginnen will. Aber lassen wir das Thema mal für einen Moment. Was mich eigentlich viel mehr beschäftigt, ist die Frage der Motivation. Wie schaffe ich es, mich auch noch in den nächsten drei Wochen täglich hinzusetzen, damit ich termingerecht mit meiner Lektüre (und all dem zusätzlichen Zeug – und wenn möglich auch noch mit der Semestervorbereitung) fertig werde? Ich habe mal ein paar Aspekte zusammengestellt.

Wochenplan erstellen: Ich habe in den letzten drei Wochen mal mit einem Wochenplan experimentiert und festgestellt, dass es zwar nicht immer funktioniert (ich halte mich nicht immer daran), aber doch dabei hilft, sich an die eigenen Vorsätze zu halten. Vor allem kann ich so besser ganze Zeitblöcke fürs Lernen freihalten und die Hemmschwelle, dann doch etwas anderes zu machen, ist grösser. Gleichzeitig habe ich so einen besseren Überblick über mögliche Störfaktoren und schaffe es eher, mir Ziele zu setzen. Nur sind diese leider nicht immer so realistisch. Daran muss ich noch arbeiten.

Angenehme Lernatmosphäre schaffen: Es arbeitet sich sich leichter, wenn man seinen Arbeitsplatz mag. Für mich heisst das auf der einen Seite, dass er möglichst aufgeräumt sein soll, auf der anderen Seite versuche ich auch, meine Umgebung mit ein paar schönen Dingen aufzupeppen. Das kann eine Pflanze sein, ein paar schöne Fotos oder sonstige Objekte, die auf irgendeine Art gute Laune machen. So langsam aber sicher habe ich meinen Schreibtisch eingerichtet, sodass das Arbeiten Spass macht. Aber das mit dem Aufräumen sollte ich noch besser in den Griff kriegen…

Für Abwechslung sorgen: Wenn ein Buch nicht besonders spannend ist, dann hilft es, gleichzeitig ein interessanteres Buch zu lesen und immer nach ein paar Seiten zu wechseln. Das heisst, ich lese erst ein paar Seiten von dem langweiligen Buch, dann wechsle ich zu dem spannenden, das leichter von der Hand geht. Und nach wiederum ein paar Seiten wechsle ich zurück. So halte ich mich davon ab, komplett abzudriften. Ausserdem habe ich festgestellt, dass es mir meistens besser läuft, wenn ich nicht den ganzen Tag am gleichen Text arbeite, sondern zwischen Literatur und Linguistik, Primär- und Sekundärliteratur sowie zwischen verschiedenen Textsorten abwechsle. Und das auch zum Voraus in meinen Wochenplan integriere.

Ablenkungen ausschalten: Manchmal ist es lustig, festzustellen, dass sogar Ablenkungen zur Routine werden und man ganz automatisch zum Handy oder zum Laptop greift, um zum hundertsten Mal nachzusehen, ob nicht doch eine SMS oder eine Mail, die man doch eigentlich gar nicht erwartet, gekommen ist. Deshalb muss ich mich immer wieder dazu zwingen, den Laptop ganz auszuschalten und mein Handy im Schlafzimmer oder auf dem Büchergestell zu lassen, damit es nicht in greifbarer Nähe ist. Notfalls bedeutet das eben auch, dass ich statt online Wörter nachzuschlagen, wieder mal zum guten alten Wörterbuch greifen muss.

Wenns läuft, laufen lassen: Wochenplan hin oder her – wenn ich mal an einem Buch dran bin und merke, dass ich noch Energie habe, um weiterzulesen, dann darf ich auf keinen Fall Pause machen, nur weil ich das so in meinem Plan aufgeschrieben habe. Es passiert mir nämlich oft genug, dass ich viel zu früh oder viel zu lange Pause mache, weil ich müde bin.

Pausen und Belohnungen bewusst dazwischenschalten: Das wichtigste ist wirklich, dass man Pausen bewusst macht und sich bewusst belohnt. Wenn man mit einem schlechten Gewissen mal eine längere Pause macht, dann nützt das nämlich gar nichts. Stattdessen versuche ich, wenn ich schon Pause mache, auch wirklich meinen Arbeitsplatz zu verlassen, rauszugehen, was ganz anderes zu machen. So kriege ich den Kopf frei und kann später wieder mit frischer Motivation an die Arbeit gehen.

All das funktioniert natürlich noch nicht immer. Ich falle gerne in alte Muster zurück – vor allem, wenn es darum geht, fixe Arbeitszeiten einzuplanen und mich daran zu halten. Aber Motivation und Disziplin sind für mich Prozesse, man muss ständig daran arbeiten. Deshalb denke ich, dass es durchaus ok ist, hin und wieder mal Tiefs zu durchleben – sofern man daraus lernt.

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2 Gedanken zu „Motivation

  1. a.herz

    Hi, leider kenne ich deine „Störer“ nur zu gut. Aber wenn ich den Artikel so lese, frage ich mich und hier konkret dich: Was und wo ist deine Motivation? Vielleicht hilft es dir doch, wenn du dir den Master noch mal klar als Ziel dieser heutigen Bemühungen steckst oder du dir klar machst, dass die Themen dich grundsätzlich interessieren und nur im Einzelnen vielleicht etwas tröge sind? Vielleicht hilft dir ein positiver Ruck in der Einstellung zu deiner Lernarbeit etwas dabei, um die Disziplin nicht nur als Pflicht, sondern als Weg und Bestandteil zum Ziel zu erleben. Ich bin in Gedanken bei dir 🙂
    LG Andrea

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    1. studentenkram Autor

      Danke für deine aufmunternden Worte 🙂 Inzwischen geht’s auch wieder mit der Motivation. Das Problem an der ganzen Leselisten-Sache war (und ist) einfach, dass das alles so viel Zeit beansprucht hat – meine ganzen Sommerferien sind dafür draufgegangen und ich fühle mich jetzt zum Semesterstart schon so müde wie sonst am Ende des Semesters, wenn alle Arbeiten abgegeben sind. Naja, da muss ich durch. Aber immerhin ist das Ende absehbar (morgen ist die zweite und letzte Prüfung) und dann kann ich mich wieder auf das konzentrieren, was Spass macht. Und das Studium an sich ist ja eine tolle Sache.
      Melina

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