Studenten – ein Volk, das gerne jammert

Soo, nachdem ich mich jetzt drei Wochen lang gefragt habe, mit welchem Thema ich euch als nächstes quälen könnte, habe ich kurzerhand beschlossen, auch mal über ein etwas weniger ernstes Thema zu schreiben. Ich habe diesen Blog schliesslich gestartet, um Spass zu haben. Und wer will schon die ganze Zeit über so ernste Themen wie Lerntechniken und versaute Prüfungen schreiben geschweige denn so etwas lesen? Deshalb heute mal ein paar Beobachtungen gewissermassen von der Front.

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, wie gerne sich Studenten über etwas beklagen? Es gibt immer etwas, das an der Uni oder in unseren Privatleben zur Zeit im Argen liegt. Von den Arbeitsplätzen über die Dozenten bis zu den Seminararbeiten ist immer irgendetwas nicht in Ordnung. Bevorzugt jammern wir alle natürlich über Bologna. Man kann Bologna so ziemlich alles in die Schuhe schieben, was an der Uni nicht übermässig toll läuft. Zu viel Aufwand, zu wenig Zeit, zu viel Zeit (wobei das eher selten passiert), ungerechte Verteilung der Kreditpunkte, komische Auswüchse der Bürokratie und noch vieles mehr. Ein Wunder, dass das schlechte Mensa-Essen noch nicht mit Bologna in Verbindung gebracht wurde.

Letzteres ist übrigens aktuell mein persönliches Lieblings-Jammer-Thema (woran man auch erkennen kann, dass es mir studiumstechnisch im Moment sehr gut geht). So ziemlich jeder in meinem Umfeld weiss inzwischen, dass ich insbesondere die Vegi-Menüs völlig ideenlos und nicht besonders appetitanregend finde, dass ich inzwischen die Schnauze voll habe von Tofu und Ähnlichem und dass ich es für eine Zumutung halte, innerhalb von zwei Tagen einmal Bami Goreng und einmal Nasi Goren zu servieren, auch wenn es in zwei verschiedenen Mensen (aber immerhin beide im Hauptgebäude) war. So. Und ich entschuldige mich auch gleich bei denjenigen, die das gerade zum sechsten Mal gehört haben. Ich such mir jetzt auch gleich ein anderes Thema zum Jammern, versprochen.

Wenn ein paar Studis verschiedener Fachrichtungen zusammenkommen, dann geht oft so ein lustiger – oder auch tragischer – Wettkampf los, wer am meisten Aufwand und am wenigsten Freizeit und überhaupt das anstrengendste Studium hat. Wenn wir wollen, können wir wirklich unglaublich viel zu tun haben. Leselisten, Seminararbeiten, Vorträge, Gruppenarbeiten, Prüfungen und was alles noch. Dann müssen fast alle neben dem Studium noch arbeiten, was natürlich auch sehr zeitaufwändig ist. Es gibt unglaublich viel zu tun, für Freizeit bleibt da nur begrenzt Platz, wenn man sein Studium einigermassen seriös betreiben will. Und jeder hat noch ein bisschen mehr zu tun als der andere. Die Diskussion endet meistens mit dem ultimativen Killerargument: Im Vergleich zu den ETH-Studis haben gerade wir Sprachstudenten das, was man gemeinhin als „Schoggi-Läbä“ bezeichnet. Auch wenn mir die Uni eines meiner Lieblingshobbys, das Lesen, so ziemlich versaut hat (das ist dann aber wieder ein anderes Thema). Auch wenn ich manchmal nicht weiss, wie ich all die Bücher noch lesen soll, die der Prof uns empfiehlt (wie die meisten mache ich mir das Leben einfach: Ich lese sie einfach gar nicht). Auch wenn ich mich jeden Sommer frage, warum uns die Dozenten die Leseaufträge nicht schon zu Beginn der Semesterferien geben können, damit wir vorarbeiten können und im Semester etwas weniger Stress hätten (wir würden’s ja doch nicht tun). Vielleicht geht es uns wirklich zu gut.

Versteht mich nicht falsch: ich bin wirklich der Meinung, dass das Studium auch an der Uni mit einem enormen Aufwand verbunden ist und dass es ziemlich viele Dinge gibt, die man verbessern könnte und müsste. Aber die Fairness eines virtuellen Punktesystems oder die Fantasielosigkeit der Mensa-Köche sind nun einmal Luxus-Probleme. Was solls. Für heute hab ich genug gemeckert, jetzt sollte ich mich wieder meinen Leistungsnachweisen widmen. Oder so.

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