Ferienbeschäftigungen

Hatte ich gesagt, ich hätte jetzt Ferien? Ich glaub, ich hab mich im Datum vertan. Aktuell sieht mein Kalender eher wie ein Marathonlauf von Termin zu Termin aus. Das dauert auch noch bis circa Mitte Juli und DANN habe ich erstmal sowas wie Ferien. Dafür gab’s im Studiladen in den letzten paar Tagen ein paar tragikomische (kann man das so sagen?) Szenen. Zur Zeit hat die Rechtswissenschaftliche Fakultät nämlich Prüfungsphase, das heisst, man kann an der Uni alle möglichen Stadien der Verzweiflung und Mutation zum nur-noch-funktionierenden statt tatsächlich-lebenden Menschen beobachten. Einige Studenten scheinen noch erstaunlich gut gelaunt und wach zu sein für die Tatsache, dass sie wohl seit vier Wochen jeden Tag acht Stunden in der Bibliothek sitzen. Ich frage mich zwar, ob das nicht vor allem an der Überdosis Kaffee, Energydrinks und anderen Energiespendern liegt. Ich will auch gar nicht wissen, wie k.o. die Leute dann nach der letzten Prüfung sind.

Andere drehen schon fast durch und laufen blind und taub durch den Laden, sodass ich fast versucht bin, mir von ihnen eine Einkaufsliste geben zu lassen, damit ich ihnen alles zusammensuchen kann. Zum Glück sind dieses Jahr zumindest die Prüfungsblöcke auf Vorrat. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie die Stimmung wäre, wenn die fehlten. Tatsache ist aber auch, dass die meisten Studenten im Moment gar nicht genug Energie haben, um sich darüber aufzuregen, dass irgendwas fehlt (ausser, sie brauchen das Buch genau JETZT – dann gleicht das Ganze aber eher einem Nervenzusammenbruch). So ist die ganze Sache immerhin ein ganz kleines bisschen entspannt.

Die Bachelorarbeit liegt jetzt seit eineinhalb Wochen beim Prof. Es kommt mir aber schon viel länger vor und ich muss mich zusammenreissen, um nicht ständig meine Mails abzurufen, weil ja vielleicht doch die Bewertung schon da ist. Gerade habe ich aber doch schon die Leistungsübersicht angeschaut. Vielleicht ist die Nervosität der Jusstudenten ja ansteckend? Egal – es dauert sicher noch bis Ende Juni. Bis dahin sollte ich mich entspannen, ich werd‘ hoffentlich eh bestanden haben.

Ein grosser Vorteil der Tatsache, dass das Semester vorbei ist und ich trotzdem noch fast jeden Tag zwei Stunden Zug fahre ist, dass ich jetzt ganz viel Zeit zum Lesen habe. Und ich bin schon fast wieder auf meinem alten Lesetempo. Seit Auffahrt habe ich mindestens fünf Bücher gelesen. Und jetzt gerade hab ich ENDLICH mal 20’000 lieues sous les mers von Jules Verne in Angriff genommen. Das hat mir eine Freundin letztes Jahr auf den Geburtstag (der wohlgemerkt im Januar ist) geschenkt und ich hab’s bis jetzt einfach noch nicht geschafft, es zu lesen. Aber inzwischen bin ich schon zur Hälfte durch und kann’s kaum noch weglegen (an dieser Stelle nochmals danke für das tolle Geschenk 😉 ). Auf dem Nachttisch wartet übrigens schon das dickste Buch der Welt: Les Misérables von Victor Hugo – unmöglich, das Ding in die Tasche zu packen! Aber jetzt soll’s ja bald etwas ruhiger werden, also kann ich zu Hause auch mal was lesen. Ferien sind doch toll 🙂

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