Bücher, die man kauft, aber nicht liest

Wie ich ja im letzten Post geschrieben habe, bin ich gerade umgezogen, mitsamt etwa der Hälfte (vielleicht auch etwas mehr) meiner Bücher. Und dabei ist mir aufgefallen, dass ich mittlerweile einige Exemplare besitze, die ich zwar mal total euphorisch (oder auch weniger euphorisch) gekauft habe, seitdem aber irgendwie im Regal verstauben. So geschehen zum Beispiel mit Peter von Polenz‘ dreibändigem Werk Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittlalter bis zur Gegenwart. Die Professorin hat das Buch damals angepriesen als das Standardwerk für die Sprachgeschichte, das in keiner guten Handbibliothek fehlen dürfe. Klein Melina hat natürlich ganz pflichtbewusst das Buch sofort bestellt (trotz des ziemlich happigen Preises), auch das eine oder andere Kapitel daraus gelesen und sich nach Abgabe der Prüfung seitdem nur noch gaaaanz selten mit Sprachgeschichte beschäftigt. Polenz wartet seitdem darauf, dass ich ihn mal wieder aufschlage.

Dann gibt es da noch andere Exemplare wie Die schönsten Sagen des klassischen Altertums, ein Klassiker, den ich mal ganz günstig gekriegt, aber dann doch nie so richtig angeschaut habe. Ich nehme mir dann immer wieder vor, dass ich jetzt dann bald mal ein paar Geschichten darin nachlese, aber irgendwie wird dann doch nichts draus. Von der Sorte habe ich auch noch andere Exemplare – eigentlich würde es mich ja unglaublich interessieren, aber weil ich so viele andere Bücher zu lesen habe, gehen die dann doch wieder unter.

Und dann ist da noch die Kategorie „Der Prof sagte, es wäre Pflichtlektüre, aber ich bin dann auch ohne durch die Vorlesung gekommen“. Die Bücher habe ich aus reinem Pflichtgefühl gekauft, aber dann mehr oder weniger bewusst nicht gelesen. So geschehen mit dem Buch Berufsbildung in der Schweiz. Wer sich mal mit mir über meinen kurzen Abstecher in die Erziehungswissenschaften unterhalten hat, weiss, dass die Berufspädagogik-Vorlesung, für die ich dieses Buch kaufen musste, mein absolutes Hass-Fach war. Ich hab das Buch (ein bisschen aus Protest) gar nicht erst aufgeschlagen, weil ich die Vorlesung so grottenschlecht fand und der einzige Grund, warum ich es noch nicht ins Altpapier geworfen habe, ist der, dass ich die Vorlesung wohl noch ein zweites Mal besuchen darf. Die erste Runde wird fürs Lehrdiplom nicht angerechnet. Hach. Bislang ist zumindest dieses Buch aber zu Hause geblieben, wo es ruhig vor sich hin verstauben darf.

Ich glaube, wenn man als Bücherliebhaber ein Studium wie Germanistik anfängt, lässt es sich kaum vermeiden, dass sich mit der Zeit ein paar Bücher im Regal sammeln, die man kaum mal angefasst hat. Oder von denen man sich vorgenommen hat, dass man sie dann doch irgendwann noch liest (das wär dann der sogenannte SUB – Stapel ungelesener Bücher). Aber dem Budget zuliebe wär’s eigentlich klüger sowas zu vermeiden. Eigentlich.

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