Studiengangsreform Nr. 327

Inzwischen sehe ich mich selbst ja schon fast als „alten Hasen“ der Uni Zürich. Bin ja bald das fünfte Jahr hier (ein Jahr war ich ja noch im Austausch). Gerade letzte Woche kam wieder eines dieser heissgeliebten E-Mails, das im Betreff das wunderbare Wort „Neuerungen“ trug. War zum Glück nichts grossartiges und grundsätzlich sollte sich für mich nichts ändern. Ausser, dass ich die grosse Übersetzungsprüfung besser dieses (oder spätestens nächstes) Semester schon bestehe, weil sonst wiedermal alles anders wird. Ich bin ja grundsätzlich ein Fan von Veränderungen und Neuem und so. Meistens jedenfalls. Aber von Studiengangsreformen habe ich die Schnauze mittlerweilen sowas von voll. Davon gab’s in den letzten fünf Jahren definitiv ein paar zu viel.

Bologna sollte ja alles viel besser machen, hiess es mal. Naja, nicht nur die Profs sehen das inzwischen anders. Ich glaube, die erste Reform der Reform kam schon in meinem zweiten Semester. Betraf mich glücklicherweise noch nicht. Dann kam die Reform des Fachs Französisch, von der ich dachte, ich wäre betroffen, wo ich dann aber (nach notabene zwei Semestern besten Glaubens, ich hätte alles richtig gemacht) herausfand, dass ich doch nicht betroffen war und doch irgendwie noch etwas anders machen musste als die anderen, mit denen ich angefangen hatte, Französisch zu studieren. Weil der Zeitpunkt des Uni-Eintritts zählt und nicht der Zeitpunkt, zu dem ich mich für dieses Fach angemeldet habe. Bla.

Und dann – ja, dann kam die von uns allen so heissgeliebte Reform, die einigen von uns das grosse Vergnügen beschert hat, zwei Bachelorarbeiten schreiben zu dürfen. Klar, das sind grundsätzlich nur grössere Seminararbeiten. Aber mir hat die eine Bachelorarbeit schon gereicht. Zum Glück bin ich um die andere herumgekommen. Andere hatten da nicht so viel Glück und dürfen ihren Bachelor nochmals verlängern (weil Lehrveranstaltungsangebot und Zeitmanagement und so). Und da beschweren sich die Politiker, die Studenten würden viel zu lange auf Staatskosten an der Uni herumsitzen und keinen Gebrauch von Erasmus machen und sowieso überhaupt nichts ernst nehmen. Naja, ist auch ein kleeiiiin wenig schwierig, wenn man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, sich darum zu kümmern, welche Seminare und Vorlesungen man jetzt besuchen muss und welche nicht und wo man noch Punkte nachholen muss und überhaupt (vor allem, weil scheinbar jeder in eine andere Regelung fällt). Ausserdem wissen inzwischen selbst die Studienberater nicht mehr wirklich, was jetzt gilt und was nicht. Macht das Studium irgendwie anstrengend.

Ach ja, die nächste Reform ist übrigens auch schon angekündigt. Diesmal betrifft sie das Lehrdiplom. Das seit ich an der Uni bin schon zweimal von Grund auf reformiert wurde. Toll, nicht?

So, das musste ich mal loswerden. Motz-Modus wieder ausgeschaltet.

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