Schon zwei Wochen vorbei

Das Frühlingssemester ist mit voller Wucht bei mir angekommen. Nachdem ich die letzten zwei Wochen vom Studiladen in die Vorlesungen und weiter in die Schule gehetzt bin, dazwischen mal ein paar Seiten gelesen und die eine oder andere Lektion für die Schule vorbereitet habe, wird es nächste Woche zwar nicht unbedingt ruhiger, aber immerhin etwas weniger voll. Denn der Job im Studiladen ist zumindest für dieses Semester vorbei, ab jetzt gibt es nur noch Uni und Schule.

An der Uni habe ich bereits am nächsten Mittwoch meinen ersten Vortrag zum Tristran von Béroul (altfranzösisch, aber für ein Germanistik-Seminar). Der Text und das Seminar sind super spannend und in meinem Kopf entspinnen sich bereits Ideen für die Seminararbeit, die aber blöderweise noch etwas warten muss. Denn übernächste Woche treffe ich mich mit einer Freundin zum Besprechen der Linguistik-Arbeit, die wir gemeinsam im Mai abgeben müssen. Dazu muss ich auch noch einiges schreiben, aber im Grunde läuft’s. Weniger gut geht es mit der Seminararbeit zu Prousts À la recherche du temps perdu  voran (auch für ein Deutsch-Seminar – was ist das nur mit Deutsch-Seminaren und französischen Texten?), die ich eigentlich bis Ende Februar fertiggeschrieben haben wollte. Da steht noch nicht einmal das Konzept. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich mit etwas Zeitplanung gut vorwärtskomme und die Arbeit ohne Stress fertigschreiben kann (mal sehen, wie lange diese Zuversicht anhält).

Ansonsten sieht der Stundenplan ganz ähnlich aus wie auch schon. Die Professoren sind wie immer, den Linguistikprofessor finde ich immer noch doof, auch wenn mich seine Art inzwischen eher amüsiert als nervt und in Literatur komme langsam sogar mit. Am Dienstag hatte ich nach der Vorlesung zum Misanthrope von Molière richtig Kopfschmerzen, weil ich mit den abstrakten Konzepten und den unglaublich komplexen französischen Sätzen des Professors oft einfach nicht mitkomme und mich unglaublich konzentrieren muss, um irgendetwas nachvollziehen zu können. Aber dass ich am Ende tatsächlich verstanden habe, worauf der Professor hinauswollte, war echt ein gutes Gefühl!

In der Schule sind im Moment die letzten drei Wochen vor dem Englisch-Aufenthalt meiner Schüler angesagt. Noch sechs Mal Unterricht – gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass wir noch einiges zu tun haben, wenn sie fit für die Abschlussprüfung sein wollen. Deshalb nimmt die Planung im Moment auch ziemlich viel Zeit in Anspruch. Meine letzte Prüfung war übrigens viel zu einfach. Fast alle hatten unglaublich viele Punkte – Kurzzeitgedächtnis-Lernen scheint sich zu bewähren… Naja, die nächste Prüfung wird dann vermutlich wieder eine Katastrophe. Wie üblich.

Zwei neue Nachhilfeklassen habe ich diese Woche auch noch bekommen. Eine für einen achtwöchigen Vorbereitungskurs zur Lehrabschlussprüfung und eine in einem stinknormalen Nachhilfekurs. Beides ziemlich sympathische Gruppen. Und ich merke, dass ich viel lieber die Nachhilfe- als die Hauptlehrerin bin. Als Nachhilfelehrerin darf ich nett sein, den Schülern auch mal etwas durchgehen lassen und kann intensiv mit den einzelnen Schülerinnen und Schülern arbeiten. In der grossen Klasse ist das leider nicht immer möglich. Vor allem das Strengsein fällt mir zwar nicht unbedingt schwer, aber es hinterlässt immer einen etwas schalen Nachgeschmack. Und natürlich bin ich oft einfach die „Böse“, wenn ich von den Jugendlichen verlange, still zu sitzen und den Unterricht nicht zu stören und ihre Hausaufgaben immer zu machen. Vielleicht muss ich mich daran auch einfach noch etwas gewöhnen – und für die Zukunft gibt’s noch einiges an meinen didaktischen Fähigkeiten zu verbessern.

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