Seminararbeiten Ausgabe FS 15

Es ist mal wieder so weit, ich muss eine Seminararbeit schreiben. Diesmal zu Prousts A la Recherche du temps perdu, aber nein, für einmal nicht auf Französisch, sondern auf Deutsch. Noch einen knappen Monat habe ich Zeit und von den 20 Seiten ist noch keine einzige geschrieben. Panik? Fehlanzeige. Stress? Kein bisschen. Das kommt dann noch. Vermutlich die entspannteste (oder auch faulste) Seminararbeit in der Geschichte meines Studiums. Zumindest bis jetzt.

Was habe ich bisher? 75 bei Citavi eingespeicherte Zitate aus ca. 15 Büchern und Artikeln, eine mehr oder weniger ausgearbeitete Grobstruktur à la française (das heisst thematisches Vorgehen statt zuerst Theorie und dann Textanalyse), ungefähr fünfeinhalb Seiten strukturierte Notizen.
Was fehlt noch? Eine Unterteilung meiner drei grossen Kapitel (es werden wohl ca. sechs Seiten pro Kapitel, das eine oder andere Unterkapitel dürfte also nicht schaden), die Analyse der zweiten Szene, zwei Artikel, die ich morgen in der ZB holen werde. Und natürlich die 20 Seiten Text, die ich abgeben muss.
Auf gut Deutsch: Ein Grossteil der Vorarbeit ist geleistet, aber jetzt kommt der anstrengende Teil, nämlich das Schreiben. Ich tu mich extrem schwer mit Schreiben, selbst wenn ich gut vorbereitet bin. Ich lege jedes Wort auf die Goldwaage und überlege mir immer drei Mal, ob meine Argumentation auch wirklich Stand hält. Eigentlich sollte es aber dennoch ganz gut klappen.

Trotzdem hat sich mein Vorgehen bislang einigermassen bewährt:

  1. Literatur suchen. Primär und Sekundär. Das heisst, zunächst einmal den zu analysierenden Text genau lesen, sich Ideen zurechtlegen, wozu man schreiben will und dann mal in die Bibliothek, um die entsprechenden Texte zu suchen und dann zu lesen.
  2. Texte lesen und sofort wichtige Zitate bei Citavi abspeichern. Erspart das mühsame Durchkämmen von seitenweise schlecht gemachten Lesenotizen (dieses Problem hatte ich ein einziges Mal – nie wieder!) und mit dem einigermassen logischen Zuordnen von Stichworten werden die Zitate auch schnell wieder gefunden. Zudem – und das finde ich das Allerpraktischste an Citavi – kann man auch die Struktur der Arbeit abspeichern und die Zitate gleich den verschiedenen Kapiteln zuordnen. Bevor man anfängt zu schreiben kann man einfach die Zitate mit der Zuordnung zu den Kapiteln ausdrucken und gleich richtig einfügen.
  3. Struktur erarbeiten und Notizen machen. In einem Word-Dokument alle wichtigen Punkte (teilweise auch gleich mit Zitaten) gleich in der richtigen Struktur notieren. Das erleichtert die Übersicht und macht es meiner Meinung nach einfacher, die Argumentation sauber auszuarbeiten. Ich verliere so viel weniger den Überblick darüber, was ich schon gesagt habe und wenn ich dann zu schreiben anfange, habe ich eigentlich die fertige Arbeit schon im Kopf.
  4. Schreiben. Und dabei nach und nach die Punkte des Notiz-Dokuments abhaken. Wenn die Notizen gut waren, hat man nichts vergessen und nichts doppelt aufgeschrieben. Zudem geht es eigentlich nur noch ums Ausformulieren und viel weniger darum, eine Argumentation zu entwickeln, was einiges vereinfacht. Natürlich kann es sein, dass in dieser Phase noch Änderungen an der Struktur gemacht werden müssen oder ich merke, dass manche Punkte doch nicht so ergiebig sind wie gedacht. Aber im Grossen und Ganzen sollte dieser Teil mit einer guten Vorbereitung dann relativ locker vonstatten gehen.

Dieses Vorgehen hat sich vor allem für literarische Arbeiten bewährt, aber auch für linguistische Arbeiten kam es schon erfolgreich zum Einsatz und ich denke, dass man auch in anderen Fächern ganz gut damit arbeiten kann. Insbesondere die Entdeckung von Citavi hat sich für mich als Glücksgriff herausgestellt. Ich kann mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen, eine Arbeit ohne dieses wunderbare kleine Programm zu schreiben und ich kann es nur wärmstens empfehlen!

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