Au revoir, Lyon!

Und schon ist es vorbei. Vorgestern war mein letzter Arbeitstag im Goethe-Institut (obwohl Arbeit in diesem Fall etwas grosszügig formuliert ist). Gestern Abend war ich noch gemütlich essen gehn mit meinen Mitpraktikantinnen und morgen geht’s wieder zurück nach Zürich, wo der Ernst des Lebens wieder anfängt. Also eigentlich steht erstmal Treffen mit Freundinnen an und dann Weihnachten feiern und DANN Ernst des Lebens.

Aber eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle erstmal einen Bericht von meinem Praktikum geben. Ich war zwei Monate beim Goethe-Institut in Lyon in der Abteilung Bildungskooperation Deutsch. Die kümmert sich um die Verbindung des Goethe-Instituts zu den lokalen Schulen, organisiert Weiterbildungen und Workshops für Lehrer und für Schüler, Weiterbildungstage für Sprachassistenten, manchmal auch Lesungen und Ähnliches. Es gab immer wieder Möglichkeiten für Kontakte zu Lehrern und Mitarbeitern der Schulbehörden und ein paar ganz interessante Gespräche. Vor allem habe ich einen kleinen Einblick in das (aus meiner Sicht) ziemlich komplexe Schulsystem Frankreichs erhalten. Die Herausforderungen für die Deutschleherer sind hier schon ziemlich gross und ich bin inzwischen ganz froh, in der Schweiz zu unterrichten, wo zumindest am Gymnasium die Herausforderungen (noch) nicht so extrem sind wie hier. Vor allem können wir uns glücklich schätzen, dass durch unsere Mehrsprachigkeit die ewigen Diskussionen um die Wichtigkeit dieser oder jener Sprache zumindest ein wenig abgeschwächt sind. Der Aufwand, der hier für die Erhaltung des Deutschunterrichts betrieben werden muss, ist immens.

Es war alles in allem eine wirklich interessante Erfahrung, auch wenn die Aufgaben gerne etwas anspruchsvoller hätten sein dürfen. Für Studenten, die schon mitten im Master stehen und neben dem Studium schon den einen oder anderen Job gemacht haben, ist das Praktikum dann doch nicht unbedingt eine Herausforderung. Die meisten Aufgaben, die ich erhalten habe, kannte ich in irgendeiner Form bereits – Newsletter texten (auf Vorlage von bereits bestehenden Programmtexten), Layouts überarbeiten, Übersetzungen machen, Poster verkaufen usw. Aber es war trotzdem eine enorm spannende Zeit, die mir viel gebracht hat – vor allem habe ich einmal mehr Lust bekommen, noch mehr zu reisen. Eine Lust, die während meiner Gymnasialzeit enorm stark gewesen war, dann aber in den ersten Jahren meines Studiums unter knappen Finanzen (die sowieso in erster Linie für den Sport reserviert gewesen waren) zu leiden hatte. Aber je mehr ich von der Welt sehe, desto neugieriger werde ich auf diese Welt.

Wie ich schon in meinem letzten Post erwähnt habe, ist mir dank dieses Praktikums auch klar geworden, dass ich nicht unbedingt mein Leben lang im Schulzimmer stehen muss, um mit Schülern und in einer Schule arbeiten zu können. Ausserdem heisst Lehrerin sein bei Weitem nicht nur Lektionen planen und durchführen, sondern es gehört noch weit mehr dazu. Schüleraustausche, Exkursionen und Ähnliches sind nur der Anfang für eine eigentlich enorm vielseitige und abwechslungsreiche Tätigkeit. Je mehr ich sehe, desto sicherer bin ich mir, dass ich mich für den richtigen Weg entschieden habe.

Aber jetzt freue ich mich erstmal wieder auf mein Zuhause, meine Freunde und meine Familie!

Place des Jacobins am fête des lumières

Place des Jacobins am fête des lumières

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s