Archiv der Kategorie: Organisation

Alltagssorgen einer Literaturstudentin

Es ist offiziell: Nach gerade mal sieben Monaten im neuen Zimmer quillt mein Bücherregal bereits über. Mag sein, dass es nicht nur an den Büchern liegt, sondern auch am anderen Kram, der da drin noch rumsteht, aber allzu viel Stauraum bietet mein Zimmer nunmal nicht. Spätestens wenn Ende Semester nochmals der eine oder andere Ordner hinzukommt, ist Schluss, ich kriege jetzt schon nicht mehr alle ins Regal. Da hilft wohl nur anbauen. Oder auslagern (ob meine Mitbewohner etwas gegen ein Bücherregal im Wohnzimmer einzuwenden hätten?).

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Ich glaube, ich habe mich etwas zu laut beklagt…

Fast jedes Mal, wenn ich mich mit ETH-Studenten über die Frage „Prüfungen im Semester oder während den Semesterferien“ unterhalte, komme ich zum Schluss, dass es eigentlich gar nicht so übel wäre, die Prüfungen noch während des Semesters zu haben (weil lernfreie Weihnachten und so), WENN wir dann in den Semesterferien wenigstens schon Infos zum kommenden Semester hätten, sodass wir die vorlesungsfreie Zeit nutzen könnten, um uns aufs nächste Semester vorzubereiten, sodass die ganzen Bücher zum Semesterstart schon gelesen wären. Dieses Semester habe ich mir gesagt, ich schreibe zumindest meine zweisemestrigen Seminararbeiten während den Ferien, dann habe ich zu Semesterbeginn im Februar wenigstens das vom Tisch. Geplant waren halb-entspannte Semesterferien mit dem einen oder anderen Tag, an dem ich mich ausklinken und einfach das lesen kann, was mir gerade Spass macht.

Die Rechnung ist mal wieder nicht aufgegangen. Nicht, dass ich besonders gut im Rechnen wäre (vor allem mit den ganzen Ingenieuren und Naturwissenschaftlern um mich herum komme ich mir manchmal recht beschränkt vor), aber hier kann ich für einmal echt nichts dafür.

Denn als ich diese Woche nochmals ins Vorlesungsverzeichnis geschaut habe (zum Glück bin ich nach wie vor so ein Streber), waren da doch tatsächlich von zwei Kursen schon Leselisten da (und die haben’s echt in sich) und für ein Seminar muss ich den kompletten Tristan von Gottfried von Strassburg lesen (20’000 Verse. Auf Mittelhochdeutsch) und bis eine Woche vor Semesterstart (sprich Anfang Februar) zwei Seiten mit meiner Version vom verlorengegangenen oder nie geschriebenen Ende abgeben. YAY, Arbeit! Ne ganze Menge! Und dabei hatte ich mich gefreut, mal ein wenig Zeit für mich zu haben und vor allem für meine Schüler, denn die Schule hat ja am Montag auch wieder angefangen. Und im Studiladen musste ich am Dienstag auch ganz spontan noch kurz aushelfen.

Also habe ich fix die Bücher im Studiladen bestellt, gestern schonmal eine unglaublich lange To Do-Liste gebastelt, erstelle im Kopf schonmal einen Wochenplan und arbeite frisch-fröhlich drauflos. Glücklicherweise hat mir mittelhochdeutsche Literatur schon immer Spass gemacht.

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Wenn (oder bevor) dir alles über den Kopf wächst

Entschuldigt die Funkstille die letzten zwei Wochen – das Semester ist definitiv wieder mal intensiver als ich am Anfang gedacht hätte. Die erste Woche war so gestopft voll, dass ich wirklich absolut gar keine Zeit hatte, um irgendetwas zu erledigen. Entsprechend hinke ich jetzt schon mit den Arbeitsaufträgen hinterher und muss wohl das ganze Wochenende über noch Schule vorbereiten und lesen und überhaupt. Aber inzwischen weiss ich ja zum Glück, was ich tun kann, damit mir das ganze nicht über den Kopf wächst.

  1. Ruhe bewahren. Panik schieben bringt gar nichts. Einmal tief durchatmen und einen Schritt zurück machen.
  2. Überblick schaffen. Meistens bringt es mir schon einiges, wenn ich mir alle Prüfungs- und Abgabetermine in meine Agenda eintrage, sodass ich weiss, wann wie viel ansteht. Zudem habe ich mir dieses Semester einen Wandkalender gebastelt und über meinem Schreibtisch aufgehängt, sodass ich meine Termine jetzt immer im Blick habe.

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  1. Aufgaben in Happen einteilen. Ich bin ja ein ziemlicher To Do-Listen-Fan. Vor allem helfen mir die Dinger dabei, meine Aufgaben in „mundgerechte Häppchen“ aufzuteilen. Und das ist besonders wichtig, wenn man seine Leistungsnachweise alle pünktlich und in guter Qualität abliefern will. Deshalb habe ich damit angefangen, mir eine grosse Liste in Word zu erstellen, wo ich alle Leistungsnachweise für alle Module aufliste und dann gleich kleinere Aufgabenteile daraus mache. Also zum Beispiel stehen dann unter „Referat Geschichte des Deutschunterrichts: Vergleich Lehrinhalte Kanton Thurgau und Kanton Glarus“ (was noch ein sehr vager Begriff ist): – Mail an Deutschlehrerin betreffend Informationen zu Lehrinhalten – Vergleichspunkte festlegen – Fragestellung festlegen – Material sammeln
    Vor allem der letzte Punkt ist ebenfalls noch ziemlich vage, aber diese Liste ist noch nicht abgeschlossen und wird auch nicht ausgedruckt. Sie dient für mich nur dazu, mir zu überlegen, welche kleinen Schritte ich machen muss, um den grossen Sprung zum Referat zu schaffen.
  2. Wochenplan. Ich habe schon letztes Semester mehr oder minder erfolgreich mit Wochenplänen experimentiert. Die letzten zwei Wochen hat es mir vor allem dabei geholfen, herauszufinden, wann ich Zeit habe, um Aufgaben zu erledigen. Manchmal hat man das Gefühl, überhaupt nie Zeit zu haben, aber wenn man dann seine Woche in Halbstundenblöcke aufgeteilt vor sich sieht, dann wird plötzlich klar, dass da eigentlich genügend Zeit für ganz viele Aufgaben ist.

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  1. Routinen schaffen. Routinen brauchen ganz wenig Energie, weil man sie mit der Zeit ganz automatisch erledigt. Zum Beispiel muss ich inzwischen morgens schon gar nicht mehr überlegen, was ich alles noch tun muss, bevor ich aus dem Haus stürmen muss. Die Liste (Wasserflasche füllen, Znüni einpacken, Schlüssel in den Rucksack packen, etc.) ist fix abgespeichert – ich muss mir schon kaum noch was dabei überlegen. Zusätzlich überlege ich mir, damit anzufangen, morgens im Bus jeweils die Französischwörter aus dem Übersetzungskurs zu lernen. Viel Zeit habe ich nicht, aber es reicht aus, um ein paar Wörter zu repetieren. Und weil ich es mir zur Routine gemacht habe, abends vor dem Schlafengehen noch kurz meinen Schreibtisch aufzuräumen, ist dieses Problem auch schon viel kleiner.
  2. Den Alltag nicht vergessen! Für mich ist es dieses Semester ganz neu, dass ich regelmässig selbst einkaufen muss. Es gibt keine Mama mehr, der ich einfach den Auftrag „ein Brot, Nutella, Mandeln, Äpfel“ geben kann. Ich muss das Zeug selbst erledigen. Deshalb binde ich auch Aufgaben wie Einkaufen oder Waschen in meinen Wochenplan ein. Einfach, weil es eben erledigt werden muss.
  3. Bewegung und Freizeit. Selbst wenn ich noch so viel Arbeit habe: Sport und Freunde treffen gehört einfach dazu. Der Montagabend ist bereits fix fürs Volleyball reserviert. Und selbst wenn ich meine Freundinnen jeweils nur einmal pro Woche für eine Stunde sehe, lasse ich mir diese eine Stunde nicht nehmen, denn auch Entspannung und Bewegung gehören dazu. Mir jedenfalls geht es um einiges besser, seit ich mich wieder regelmässig bewege (auch wenn’s manchmal nur die Treppe in den fünften Stock rauf ist).

Ich hoffe, das kann dem einen oder anderen von euch ein wenig dabei helfen, den Kopf über der Wasserlinie zu halten. Ich muss mich jetzt wieder meinem Studium und der Schule widmen.

Kreative Chaoten – erster Eindruck

Ich habe euch ja vor kurzem davon berichtet, dass ich bei meinem Vater ein Buch zum Zeitmanagement für sogenannte Kreative Chaoten gefunden habe, das ich in nächster Zeit mal durcharbeiten will. Dieses Wochenende habe ich mich mal drangesetzt und weil ich das Buch irgendwann einmal schon zu lesen angefangen hatte und den Selbsttest auch schonmal spasseshalber durchgearbeitet habe, dachte ich mir, ich fange einfach mal in der Mitte bei den Werkzeugen fürs Zeitmanagement an. Dabei habe ich festgestellt, dass das Ganze doch etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Zunächst einmal: Was sind Kreative Chaoten überhaupt? Cordula Nussbaum nennt so „Rechtshirner“, das heisst Menschen, die eher von ihrer rechten, kreativen, musikalisch-künstlerischen und emotionalen Gehirnhälfte gesteuert sind. Diese Menschen haben oft Mühe, sich zu organisieren, pünktlich zu sein, sie vergessen Aufgaben, weil sie ständig sieben Dinge gleichzeitig machen und haben Mühe, bei der Sache zu bleiben. Nussbaum zeigt in ihrem Buch Wege und Mittel auf, wie sich diese Menschen effektiv organisieren können, ohne dabei auf ihre Kreativität verzichten zu müssen.

Zunächst dachte ich ja: „Kreativer Chaot? Das trifft ja wohl kaum auch mich zu.“ Ich habe mich immer für einen gut organisierten Menschen gehalten, habe in den letzten Jahren gelernt, mich dank meiner Agenda an (fast) alle Termine zu halten und so etwas wie zu spät kommen liegt für mich aus Prinzip nicht drin. Auch Unordnung finde ich etwas grässliches. Aber Tatsache ist ebenfalls, dass ich zwar logisch denken kann, es aber meistens nicht freiwillig tue. Oder wenn ich es versuche und Logik als Leitstern beim Aufräumen benutze, dann finde ich mein Zeug nicht mehr, weil es nicht da ist, wo ich es intuitiv versorgen würde. Ausserdem reicht Ordnung alleine mir als Ansporn nicht, da muss schon mehr für mich rausspringen. Und wenn ich Termine nur mir gegenüber einhalten muss, dann verpasse ich sie meistens. Ich krieg das fast nur hin, wenn ich mich mit jemandem treffe oder jemandem erzähle, dass ich dieses oder jenes bis dann erledigt haben will. Mit ein Grund, warum ich diesen Blog gestartet habe: Ich find’s peinlich, wenn ich zugeben muss, dass ich die Vorsätze, die ich öffentlich gemacht habe, dann doch nicht einhalten kann.

Deshalb habe ich gedacht, dass diese Zeitmanagement-Dinge mir wohl doch etwas nützen könnten, und wenn es nur kleine Schritte sind, die ich vorwärts mache. Folgende Tipps habe ich für mich als Ideen für die nächste Zeit mal herausgesucht:

  •  To Do’s flexibel gestalten: Statt einer fixe To Do-Liste eine Post-it-Sammlung mit den aktuellen Aufgaben machen. An diesen Tipp halte ich mich nur teilweise, da es Aufgaben gibt, die ich tatsächlich in einer ganz bestimmten Woche oder an einem bestimmten Tag erledigt haben muss. Die schreibe ich dann entweder direkt in die To Do-Liste der aktuellen Woche oder sogar in den Kalender beim entsprechenden Tag.
  • Wenn möglich, „Auswärtstermine“ auf einen Tag legen. Das heisst, dass ich versuche, möglichst alle Termine, für die ich aus dem Haus muss oder die mich vom Arbeiten für die Uni abhalten, auf einen Tag zu legen. Ganz einfach und irgendwie wirklich effektiv. So werden weniger Tage auseinander gerissen und ich kann stattdessen auch mal einen ganzen Tag in die Bachelorarbeit investieren.
  • Routinen erleichtern den Alltag: Ich hatte ja mal gesagt, dass ich Routinen nicht so toll finde und es definitiv nicht ausstehen kann, wochenlang am gleichen Ort zu arbeiten. Lustigerweise habe ich aber dieses Semester noch sehr selten das Deutsche Seminar gemieden und habe anderswo gelernt. Tatsächlich habe ich inzwischen das Gefühl, dass es gar nicht so schlecht ist, morgens immer zur gleichen Zeit aufzustehen, an die Uni zu fahren und mich an meinen „angestammten“ Platz zu setzen (der immerhin von Woche zu Woche ändert). Ich muss mich nicht auf einen neuen Ort einstellen und kann in der Regel relativ konzentriert arbeiten, weil ich den Ort und die Leute, die dort ein- und ausgehen schon relativ gut kennen.
  • Jeden Abend den kommenden Tag bzw. jeden Sonntag die kommende Woche planen. Das ist bei mir wohl das grösste Problem. Insbesondere den Ausblick auf die Woche vergesse ich oft und dabei gehen hin und wieder auch wichtige Dinge vergessen, die ich dann extrem kurzfristig noch erledigen muss. Also werde ich in Zukunft versuchen, daraus eine Routine zu machen.

Es gäbe noch einiges mehr, was man allein schon aus dem einen Kapitel herausholen könnte, aber für den Anfang müssen es diese Dinge sein. Wenn ihr Mühe mit der Zeitplanung habt und denkt, ihr könntet Kreative Chaoten sein, kann ich euch das Buch wirklich wärmstens empfehlen! Zum Einstieg könnt ihr sonst auch mal in den Podcast von Cordula Nussbaum reinhören.

Organisiert desorganisiert?

Ich habe einen Trend bei mir festgestellt: Immer wieder versuche ich, mich zu organisieren, mich mittels to do-Listen und Wochenplänen dazu anzuspornen, regelmässig etwas für die Uni zu tun, an alle Leistungsnachweise zu denken, alle Texte immer zu lesen und bei alldem auch Zeit für Sport und andere Freizeitaktivitäten freizuhalten. Das geht dann jeweils auch für ein paar Wochen ziemlich gut, ich habe alles im Griff und vergesse nichts. Aber dann kommt wieder ein Punkt, wo ich feststelle, dass ich Aufgaben vergesse, dass ich nicht so viel Zeit für die wirklich wichtigen Dinge aufwende, sondern plötzlich immer öfter auch denke: „Es ist ok, wenn ich jetzt ein Eis essen gehe/heute mal etwas später in die Bibliothek gehe/diesen Text erst morgen lese. Ich war ja bis jetzt so diszipliniert.“ Naja.

Eine durchgeplante Woche scheint mich immer wieder dazu zu verleiten, auch mal spontan einfach nichts zu tun, weil ich denke, ich hätte mich ja so gut organisiert, dass ich das locker wieder ausgleichen kann. Oder ich fange an, Dinge zu vergessen, weil ich’s mir zwar aufgeschrieben, dann aber nicht mehr in die Agenda geschaut habe. Am Ende hab‘ ich dann trotz oberflächlich sehr guter Organisation einen Riesen-Stress, weil ich plötzlich merke, dass ein Abgabetermin kurz bevorsteht. Kennt ihr das?

Im Grunde ist es also so: Jedes Mal, wenn ich mir ein neues Zeitplan-System ausdenke, eine neue Art, meine Aufgaben zu verwalten, dann geht das eine gewisse Zeit lang gut, aber dann plötzlich höre ich auf, das System zu nutzen oder nutze es nur noch teilweise. Und alles ist wieder wie es war. Ich weiss nicht, ob mich mein Planer (von Filofax, schweineteuer und sollte eigentlich bei dem Preis noch mindestens fünf – nein, zehn – Jahre in Gebrauch sein) schon wieder langweilt oder ob ich mir vielleicht einfach wieder etwas mehr Mühe geben sollte beim Aufschreiben meiner Aufgaben. Vielleicht müsste ich einfach mal wieder die Disziplin haben, jeden Sonntag die nächste Woche wieder sauber durchzuplanen (oder zumindest meine to dos für diese Woche aufschreiben) und dann jeden Morgen die Agenda erstmal hervorzunehmen und mal zu sehen, was der Tag so bringt.

Das Dumme ist nur: Ich hab‘ nur Disziplin, wenn es darum geht, früh aufzustehen. Oder jeden Tag eine warme Mahlzeit zu essen. Oder jeden Tag nicht mehr als zwei Tassen Kaffee zu trinken. Aber wenn’s um Dinge wie Wochenplanung, lesen fürs Studium oder Schokoladenkonsum geht, dann bin ich noch undisziplinierter als eine Horde kleiner Kinder mit Bällen. Weiss auch gar nicht, ob ich daran was ändern will – bis jetzt ist schliesslich immer alles gut gegangen. Ich hab‘ aber bei uns zu Hause ein Buch entdeckt, das mein Vater mir schon vor ein paar Jahren empfohlen hatte und das ich mir vielleicht doch mal zu Gemüte führen sollte: Organisieren Sie noch oder leben Sie schon? Zeitmanagement für kreative Chaoten von Cordula Nussbaum. Klingt zwar arg nach Selbsthilfebuch, aber vielleicht gibt’s da ja ein paar gute Tipps, die mir helfen, in Zukunft etwas länger bei meinem System zu bleiben. Ich lass euch wissen, was dabei rauskommt.

Guten Start in die Woche!

Vorsätze umsetzen: Zeit effektiver nutzen

Schon letztes Semester habe ich den Vorsatz gefasst, meine Zeit besser einzuteilen und effektiver zu nutzen. Heisst konkret: Weniger Leerlaufzeiten, weniger Herumsitzen zwischen den Vorlesungen, weil ich nicht weiss, was ich mit der einen Stunde, die mir noch bleibt, anfangen soll. Mehr Aufgaben sofort erledigen, anstatt sie einfach vor mir herzuschieben. Auf gut Deutsch also: Meinen inneren Schweinehund überlisten und weniger Zeit mit irgendwelchem Quatsch verplempern.

Das heisst natürlich nicht, dass ich letztes Semester jeden Tag von früh bis spät gearbeitet habe und mir keine Freizeit mehr gegönnt habe. Ich habe den Vorsatz auch nicht jeden Tag umsetzen können. Aber ich habe mir ein paar Strategien zurechtgelegt, mir deren Hilfe ich immerhin ein klein wenig effektiver geworden bin.

Ein wichtiger Punkt für mich war, jede freie Minute zu nutzen. Egal, ob das heisst, dass ich etwas für die Uni lese oder schreibe oder ob ich mir Zeit für einen Kaffee mit Freunden nehme. Dafür mache ich mir jede Woche eine To Do-Liste mit allen Texten, die ich jeweils lesen und allen anderen Aufgaben (ob für die Uni oder privat), die ich erledigen muss. Dann sorge ich dafür, dass ich immer mindestens einen der Texte, die ich noch lesen muss, dabei habe. So kann ich im Zug auf dem Weg zur Uni oder nach Hause lesen oder wenn ich mittags eine oder zwei Stunden Zeit habe. Letztes Semester habe ich es so tatsächlich geschafft, fast immer alle Texte gelesen zu haben.
Was mir auch sehr geholfen hat und jetzt noch hilft, ist in Freistunden oder über Mittag in einen Arbeitsraum oder eine Bibliothek zu sitzen. Auch eine Stunde früher anzureisen und schon vor den ersten Seminaren etwas zu erledigen (gilt natürlich nicht, wenn die erste Vorlesung morgens um ach ist 😉 ) hat meist zur Folge, dass ich schon vieles erledigt habe, bevor die Uni überhaupt angefangen hat. Ich arbeite zwar auf Dauer nicht besonders gerne in der Bibliothek, aber es ist doch sehr erstaunlich, was man in einer Stunde alles erledigen kann, wenn man sich morgens einfach mal aufrafft und an die Uni fährt. Wenn ich dann nämlich in der Bibliothek sitze, arbeite ich in der Regel auch.

Die To Do-Liste an sich ist für mich zu einer absolut überlebenswichtige Hilfe im Uni-Alltag geworden. Wenn ich Hausaufgaben habe, schreibe ich die immer auf die Liste und verringere so das Risiko, sie zu vergessen, weil ich diese Liste jeden Tag mindestens ein Mal ansehe. Ausserdem habe ich mir angewöhnt, grosse Aufgaben gleich in die Teilaufgaben herunterzubrechen. Das heisst, wenn ich auf nächste Woche ein Referat vorbereiten muss, dann schreibe ich mir nicht einfach „Referat“ in meine To Do-Liste, sondern schreibe mir Dinge auf wie „Texte lesen“, „Handout machen“, „Präsentation vorbereiten“ etc. Das hilft dabei, mich nicht wie der Esel am Berg zu fühlen und bringt immer wieder kleine Erfolgserlebnisse, wenn ich wieder etwas als erledigt abhaken kann (hey, man muss sich am Kleinen erfreuen 😉 ).

Und zu guter letzt: Freizeit nicht vergessen! Ich habe festgestellt, dass es mir am meisten bringt, wenn ich mich bewusst dafür entscheide, jetzt einfach mal eine Stunde lang nicht zu arbeiten und stattdessen mit einer Freundin einen Kaffee zu trinken (und mich dafür danach auch wirklich an die Arbeit zu machen), anstatt mich zwei Stunden lang mit dem Gedanken zu quälen, dass ich ja schon längst weiterarbeiten sollte, dazu aber schon längst viel zu müde bin. Auch freie Abende oder ganze freie Sonntage dürfen hin und wieder sein. Wenn man sich die Zeit richtig einteilt und immer dranbleibt, verdienen wir uns so etwas auch 🙂

In diesem Sinne, gutes Gelingen auch im neuen Semester!

Tipps & Tricks #4: Citavi

Heute möchte ich euch ein Programm vorstellen, von dessen Existenz ich zwar schon seit meinem ersten Semester wusste, das ich aber bislang nicht genutzt habe  – leider. Denn eigentlich ist es eine echt geniale Sache.

Citavi ist ein Programm zur Literaturverwaltung, das aber über das Erstellen von automatischen Bibliographien weit hinausgeht. Grundsätzlich geht es einmal darum, Titel von Büchern und Artikeln, die man für eine Seminararbeit braucht, zu erfassen und daraus dann eine automatische Bibliographie zu erstellen (was bei mir aber leider noch nicht so ganz klappt). Die Titel kann man dann auch problemlos mit den Angaben zum Standort in einer Bibliothek ergänzen, man kann die Titel untereinander verknüpfen, indem man angibt, wenn ein Werk auf ein anderes verweist oder indem man Bücher mit demselben Thema die gleichen Schlagworte zuordnet.

Das ist ja alles praktisch und so, werdet ihr jetzt sagen, aber eigentlich brauche ich dazu doch kein eigenes Programm, das kann ich auch in einem Word-Dokument oder notfalls von Hand erledigen. ABER: Ein typisches Problem, das ich schon seit Studiumsbeginn bei meinen Seminararbeiten hatte, war, dass ich immer extrem viel Zeit damit vergeudet habe, in meinen Notizen nach dem Nachweis für diese oder jene Idee und für dieses oder jenes Zitat zu suchen. Auch das Erstellen der Bibliographie dauerte in der Regel ewig, weil ich ganz bestimmt bis zum Abgabetermin schon ein paar Bücher wieder hatte in die Bibliothek zurückbringen müssen und vergessen hatte, mir die genauen Angaben aufzuschreiben. Ein viel zu grosser Teil der Zeit, die ich zum Schreiben zur Verfügung hatte, ging also für Dinge drauf, die man ganz einfach hätte vermeiden können.

Für meine Bachelorarbeit habe ich jetzt angefangen, alle Werke, die mir praktisch scheinen oder die ich tatsächlich schon konsultiert habe, in einem eigenen Citavi-Projekt anzulegen. Die Titel kann man von Hand anlegen oder direkt aus dem Bibliothekskatalog importieren, was zwar viel Zeit spart, hin und wieder aber auch etwas mühsam ist, weil dann je nachdem zu viele oder zu wenige Informationen vorhanden sind, die man dann doch noch von Hand ergänzen oder löschen muss. Praktisch finde ich aber, dass man die Titel in Kategorien einteilen und so schon von Anfang an die Unterscheidung in Primär- und Sekundärliteratur machen kann. Wenn ich Bücher, die ich auf meiner Liste habe, dann tatsächlich in der Bibliothek holen möchte, kann ich mir einfach eine Literaturliste mit diesen Titeln ausdrucken und brauche nicht noch einmal die Signaturen herauszusuchen.

Wenn ich einen Artikel oder lese, kann ich gleich die jeweiligen Zusammenfassungen und Zitate verknüpft mit dem Titel abspeichern. Wenn man dann alle Notizen und Zitate noch mit Schlagwörtern versieht, kann man dann alle Zitate zu einem bestimmten Thema in einer Liste anzeigen lassen und man muss nicht erst in den Notizen zu allen Texten danach suchen. Oder ich kann mir einfach die Liste mit den Zitaten aus einem bestimmten Text ansehen. Gerade die Möglichkeit, Zitate mit Schlagwörtern zu versehen, finde ich ungemein praktisch. Wenn ich dann zu einem bestimmten Aspekt meiner Arbeit noch einmal nachlesen will, was ich in der gesamten Sekundärliteratur dazu habe, brauche ich dazu nur noch zwei Klicks statt eine mühsam von Hand erstellte Zusammenfassung.

Citavi

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Ich bin mir sicher, dass dieses Programm noch viele andere Funktionen hat, von denen ich bis jetzt einfach noch nichts weiss. Ich habe aber gerade heute eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten mit Citavi entdeckt, die ich mir in einer ruhigen Minute mal ansehen werde.

Wie sind eure Erfahrungen mit Literaturverwaltungsprogrammen? Welche verwendet ihr? Und seid ihr damit zufrieden?

Für die, die Citavi mal ausprobieren möchten: Hier kann man sich eine Gratis-Version mit beschränkten Möglichkeiten downloaden. Informiert euch auch mal bei euch an der Uni, viele Universitäten bieten für einige Programme kostenlose Lizenzen für Studierende an. Für die Uni Zürich kann man diese Lizenzen auf der Seite der Informatikdienste finden.

Semesterbilanz Herbstsemester 2013

Ich glaube, ich mache aus der Semesterbilanz eine Tradition bis zum Ende meines Studiums (das ja jetzt nicht mehr soo lange dauern sollte). Im Juni war das ganz hilfreich, um mit dem Semester sauber abzuschliessen und mir zu überlegen, was sich noch verbessern muss. Anfang dieses Semesters hatte ich ja ein paar gute Vorsätze gefasst, die mir helfen sollten, dieses Semester etwas disziplinierter zu sein. Die Vorsätze konnte ich nur teilweise einhalten, was vor allem an meinen ziemlich sturen Gewohnheiten gelegen hat. Aber vor allem bin ich euch die versprochenen Berichte über meine Fortschritte schuldig geblieben. Schande über mich. Ich gelobe Besserung.

Einer der Vorsätze, die mir ganz besonders wichtig waren, war jener bezüglich der Pflichttexte. Ich wollte es endlich schaffen, alle Pflichttexte und vielleicht sogar ein paar von den Zusatztexten zu lesen. Diesen Vorsatz habe ich grösstenteils erfüllt – yay! Bis auf ein einziges Mal habe ich tatsächlich die Texte immer gelesen gehabt – sogar wenn der Dozent sie erst zwei Tage vor dem Seminar hochgeladen hat (das ist aber ein ganz anderes Thema). Sogar den einen oder anderen zusätzlichen Text konnte ich lesen, aber nur am Anfang des Semesters. Danach habe ich wieder nachgelassen. Im Vergleich zu früheren Semestern bin ich aber viel besser geworden. Das werte ich als Fortschritt. Das mit den Notizen zu den Texten muss ich nochmals überdenken. Meistens bin ich tatsächlich der Meinung, dass es sich nicht lohnt, aber hin und wieder wäre es doch praktisch, mindestens am Seitenrand ein paar Zusammenfassungen zu schreiben. Nur für den Fall.

Meine Vorlesungsnotizen habe ich leider nur Anfang Semester jeweils überarbeitet, selbst die Mind Maps haben da nicht unbedingt eine Verbesserung gebracht. Immerhin habe ich es geschafft, für die Prüfungsvorbereitung Zusammenfassungen zu schreiben. Ebenfalls ein Fortschritt im Vergleich zu früheren Semestern. Die Mind Maps haben sich ganz allgemein wirklich bewährt. Es ist für mich einfach eine intuitivere Methode. Sogar der Versuchung, während der Vorlesungen ständig im Internet zu surfen, konnte ich widerstehen.

Wo ich mich wirklich verbessert habe, ist bei der Arbeitsdisziplin. Ich habe es tatsächlich geschafft, mich regelmässig in der Uni irgendwo in eine Ecke zu setzen und ein paar Stunden an meinen Essays und anderen Dingen zu arbeiten. Lesen kann ich zwar fast überall, aber wenn es darum geht, etwas zu schreiben, lasse ich mich zu Hause einfach zu leicht ablenken. Ich werde mich zwar nie dazu bringen können, in einer Bibliothek zu lernen (zu viele Leute und ich kann mich einfach nicht davon abbringen, beim Lernen hin und wieder etwas zu essen), aber wenn ich es schaffe, zwei Tage pro Woche an der Uni ein paar Stunden konzentriert zu arbeiten, dann habe ich im Vergleich zu früher schon einiges erreicht.

Meine Prüfungsvorbereitung ist hingegen nicht wirklich besser geworden. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ich hoffe mal, ich habe trotzdem bestanden und ich kann mich ein anderes Mal mit diesem Thema beschäftigen.

Was ich tatsächlich sehr gut hingekriegt habe, ist, auch mal wieder Zeit für Freunde und Freizeitbeschäftigungen zu schaffen. Ich habe mich regelmässig mit Freunden getroffen, hatte sogar hin und wieder Zeit für Yoga und habe – man staune – dieses Semester immerhin drei Bücher gelesen, die überhaupt nichts mit der Uni zu tun hatten. Ich denke, das hat ziemlich viel dazu beigetragen, dass ich dieses Semester sehr viel entspannter war als früher. Ich war zwar zwischenzeitlich trotzdem ziemlich reizbar, aber es hat sich immerhin in Grenzen gehalten.

Leider ist das HS 2013 noch nicht ganz abgeschlossen, es steht noch eine Arbeit aus und bei einem Essay muss ich anscheinend noch was nachbessern. Aber für den Moment nehm‘ ich’s gemütlich. Ist ja schliesslich Weihnachten. Ich wünsche euch allen schöne und vor allem ruhige Festtage und allen, die im Januar noch Prüfungen haben oder Arbeiten abgeben müssen viel Erfolg.

Gute Vorsätze und Semesterplanung

Das Semester ist jetzt auch schon wieder eineinhalb Wochen alt. Der altbekannte Trott ist bereits wieder eingekehrt, die Uni läuft wie ein gut geöltes Uhrwerk. Alles im Lot also. Für einmal habe ich mir zum Semesterbeginn ein paar Vorsätze gefasst, um endlich mal ein paar Dinge zu verbessern, an denen ich mich schon lange störe. Ich möchte sie gerne mit euch teilen und in Zukunft über meine Fortschritte in den verschiedenen Bereichen berichten. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen von euch weiter oder ihr könnt mir noch ein paar Tipps geben. Für Ideen bin ich immer offen.

Alle Pflichttexte lesen: Das war bis jetzt immer ein fast aussichtsloses Unterfangen, denn meistens haben sich bis Mitte Semester die Pflichttexte so hoch gestapelt, dass es einfach nicht mehr ging, oder meine Motivation war so weit im Keller, dass ich schlicht keinen Bock mehr hatte, irgendetwas zu lesen. Aber jedes Mal, wenn ich einen Text nicht oder nur zur Hälfte gelesen habe, war ich anschliessend im Seminar im Nachteil. Das möchte ich dieses Semester verhindern, indem ich versuche, immer alle Pflichttexte so früh wie möglich zu lesen und mir auch Notizen dazu zu machen. Das geht natürlich nur, wenn ich mir eine entsprechende Lesestrategie zurechtlege und mich zeitlich organisiere. Aber dazu später mehr.

Seminararbeiten: Die letzten zwei Semester habe ich eigentlich immer früh genug angefangen, zu schreiben und meistens war ich auch mit der Qualität meiner Arbeiten immer zufrieden. Allerdings muss ich unbedingt an meinen Lesenotizen arbeiten. Ich verliere viel zu viel Zeit damit, Zitatnachweise zu suchen oder Texte ein zweites Mal zu lesen, weil ich aus meinen Notizen nicht mehr schlau werde. Eine Frage, die fürs erste ungeklärt bleiben muss, ist, ob ich ein Literaturverwaltungsprogramm (Citavi z.B.) verwenden will oder nicht. Es hat seine positiven Seiten, aber gleichzeitig würde das heissen, dass ich mehr vom Laptop abhängig werden würde. Vielleicht mache ich mir in einem späteren Post noch Gedanken darüber.

Prüfungen: Wie die jüngsten Erfahrungen gezeigt haben, gibt es hier noch einiges an Verbesserungspotential. Insbesondere sollte ich endlich anfangen, mir einen Lernplan zu machen. Dazu gehören für mich vor allem klar definierte Lernziele und Zwischentermine, bis wann ich was erreicht haben will. Gleichzeitig muss ich auch wieder damit anfangen, Zusammenfassungen und/oder Mind Maps zu den verschiedenen Themen zu erstellen. Und – was besonders wichtig ist – endlich die verschiedenen Lerntechniken, die ich inzwischen gesammelt und mir zum Teil auch schon angeeignet habe, endlich auch mal in die Praxis umsetzen. Für irgendetwas müssen die ja gut sein.

Vorlesungsnotizen: Grundsätzlich muss ich endlich anfangen, meine Notizen nach der Vorlesung nochmals durchzugehen und eventuell zu ergänzen. Zusätzlich habe ich angefangen, in Vorlesungen die Notizen in Mind Map-Form am Laptop zu machen. Soweit klappt das schon ganz gut, aber ich habe sicher noch Verbesserungspotential.

Generelles: Ablenkungen ausschalten (Handy, Facebook etc.), fixe Arbeits- und Pausenzeiten einplanen (sprich: disziplinierter arbeiten), evt. auch Tages- und Wochenziele setzen. Das Thema ist also vor allem Disziplin und Organisation. Die meisten meiner Probleme in den letzten vier Jahren hatten ihren Ursprung darin, dass ich mich völlig planlos einfach ins Getümmel gestürzt habe. Nicht, dass das ganz und gar schlecht wäre, aber ein bisschen mehr Organisation hat noch nie geschadet.

Dann gibt es da noch ein paar Vorsätze wie mehr Sport treiben und wieder mehr Musik machen, die mit der Uni nur wenig zu tun haben. Alles in Allem hängt der Erfolg dieser Aktion vor allem von einer guten Planung ab. Auch an der arbeite ich ständig und werde euch – hoffentlich – bald einmal davon berichten, wie ich das mache.

In Zukunft will ich hier unbedingt auch noch einiges tun. Ich habe ganz viele Ideen, über was ich schreiben könnte und was ich an der Aufmachung des Blogs noch ändern will. Es gibt viel zu tun – ich freu‘ mich drauf!

Motivation

Oh Mann, es ist schon ziemlich lange her seit meinem letzten Post – sorry… Die letzten paar Wochen waren für mich Stress pur. Ich bin im Endspurt für die Leseliste, die Motivation sinkt von Tag zu Tag weiter in den Keller und als ob das nicht genug wäre, bin ich mir vor lauter „warum muss ich so etwas überhaupt machen“ auch gar nicht mehr sicher, ob ich nächsten Frühling wirklich einen Master in Deutsch und Französisch beginnen will. Aber lassen wir das Thema mal für einen Moment. Was mich eigentlich viel mehr beschäftigt, ist die Frage der Motivation. Wie schaffe ich es, mich auch noch in den nächsten drei Wochen täglich hinzusetzen, damit ich termingerecht mit meiner Lektüre (und all dem zusätzlichen Zeug – und wenn möglich auch noch mit der Semestervorbereitung) fertig werde? Ich habe mal ein paar Aspekte zusammengestellt.

Wochenplan erstellen: Ich habe in den letzten drei Wochen mal mit einem Wochenplan experimentiert und festgestellt, dass es zwar nicht immer funktioniert (ich halte mich nicht immer daran), aber doch dabei hilft, sich an die eigenen Vorsätze zu halten. Vor allem kann ich so besser ganze Zeitblöcke fürs Lernen freihalten und die Hemmschwelle, dann doch etwas anderes zu machen, ist grösser. Gleichzeitig habe ich so einen besseren Überblick über mögliche Störfaktoren und schaffe es eher, mir Ziele zu setzen. Nur sind diese leider nicht immer so realistisch. Daran muss ich noch arbeiten.

Angenehme Lernatmosphäre schaffen: Es arbeitet sich sich leichter, wenn man seinen Arbeitsplatz mag. Für mich heisst das auf der einen Seite, dass er möglichst aufgeräumt sein soll, auf der anderen Seite versuche ich auch, meine Umgebung mit ein paar schönen Dingen aufzupeppen. Das kann eine Pflanze sein, ein paar schöne Fotos oder sonstige Objekte, die auf irgendeine Art gute Laune machen. So langsam aber sicher habe ich meinen Schreibtisch eingerichtet, sodass das Arbeiten Spass macht. Aber das mit dem Aufräumen sollte ich noch besser in den Griff kriegen…

Für Abwechslung sorgen: Wenn ein Buch nicht besonders spannend ist, dann hilft es, gleichzeitig ein interessanteres Buch zu lesen und immer nach ein paar Seiten zu wechseln. Das heisst, ich lese erst ein paar Seiten von dem langweiligen Buch, dann wechsle ich zu dem spannenden, das leichter von der Hand geht. Und nach wiederum ein paar Seiten wechsle ich zurück. So halte ich mich davon ab, komplett abzudriften. Ausserdem habe ich festgestellt, dass es mir meistens besser läuft, wenn ich nicht den ganzen Tag am gleichen Text arbeite, sondern zwischen Literatur und Linguistik, Primär- und Sekundärliteratur sowie zwischen verschiedenen Textsorten abwechsle. Und das auch zum Voraus in meinen Wochenplan integriere.

Ablenkungen ausschalten: Manchmal ist es lustig, festzustellen, dass sogar Ablenkungen zur Routine werden und man ganz automatisch zum Handy oder zum Laptop greift, um zum hundertsten Mal nachzusehen, ob nicht doch eine SMS oder eine Mail, die man doch eigentlich gar nicht erwartet, gekommen ist. Deshalb muss ich mich immer wieder dazu zwingen, den Laptop ganz auszuschalten und mein Handy im Schlafzimmer oder auf dem Büchergestell zu lassen, damit es nicht in greifbarer Nähe ist. Notfalls bedeutet das eben auch, dass ich statt online Wörter nachzuschlagen, wieder mal zum guten alten Wörterbuch greifen muss.

Wenns läuft, laufen lassen: Wochenplan hin oder her – wenn ich mal an einem Buch dran bin und merke, dass ich noch Energie habe, um weiterzulesen, dann darf ich auf keinen Fall Pause machen, nur weil ich das so in meinem Plan aufgeschrieben habe. Es passiert mir nämlich oft genug, dass ich viel zu früh oder viel zu lange Pause mache, weil ich müde bin.

Pausen und Belohnungen bewusst dazwischenschalten: Das wichtigste ist wirklich, dass man Pausen bewusst macht und sich bewusst belohnt. Wenn man mit einem schlechten Gewissen mal eine längere Pause macht, dann nützt das nämlich gar nichts. Stattdessen versuche ich, wenn ich schon Pause mache, auch wirklich meinen Arbeitsplatz zu verlassen, rauszugehen, was ganz anderes zu machen. So kriege ich den Kopf frei und kann später wieder mit frischer Motivation an die Arbeit gehen.

All das funktioniert natürlich noch nicht immer. Ich falle gerne in alte Muster zurück – vor allem, wenn es darum geht, fixe Arbeitszeiten einzuplanen und mich daran zu halten. Aber Motivation und Disziplin sind für mich Prozesse, man muss ständig daran arbeiten. Deshalb denke ich, dass es durchaus ok ist, hin und wieder mal Tiefs zu durchleben – sofern man daraus lernt.