Stadien einer Seminararbeit

Im Laufe eines Studiums, insbesondere in den Geisteswissenschaften, schreibt man so einige Seminararbeiten. Bei mir waren es wohl zwischen 15 und 20 – so genau habe ich sie nie gezählt. Mit der Zeit wird der Ablauf zur Routine: Immer und immer wieder durchläuft man die gleichen Phasen, bis man genau weiss, wie es geht, wo man einfach durch muss und was Warnzeichen eines nicht ganz normalen Ablaufs sind. Bei mir haben sich inzwischen sieben Phasen herauskristallisiert.

  1. Euphorie!
    Am Anfang einer Seminararbeit bin ich in der Regel völlig aus dem Häuschen, finde mein Thema enorm spannend und stürze mich Hals über Kopf in die Arbeit. Diese Phase ist meistens dadurch gekennzeichnet, dass ich mich tagelang nur mit diesem einen Thema auseinandersetze und einfach mal den Online-Katalog der Bibliothek durchstöbere und meine Lektüreliste immer länger wird.
  2. Sammelphase
    In der zweiten Phase werde ich zum Hamster. Ich lade Artikel herunter, lehne ein Buch nach dem anderen aus der Bibliothek aus, kopiere mir alles, was ich finde. Ich lese, bis mir die Augen schmerzen und ich nicht mehr weiss, was ich wo gelesen habe. Wenn alles richtig läuft, entsteht hier die Struktur für die Arbeit (die ich aber zwischen Phase 4 und 6 noch mindestens zwei Mal über den Haufen werfe. Das ist aber ganz normal).
  3. Durchhänger I oder: die Schwelle zum Schreiben
    Meistens kommt nach der Sammelphase der erste Tiefpunkt, weil ich nicht so recht weiss, wie ich das alles angehen soll. Wenn ich schon eine Fragestellung definiert habe (und diese gut ist), dann ist dieser Durchhänger in der Regel eher kurz. Wenn nicht, dann entspricht diese Phase der ersten grossen Krise. Dann drehe ich mich tagelang im Kreis, sitze vor einem weissen Blatt Papier und kriege kaum zwei gerade Sätze aufs Blatt.
  4. Schreiben!
    Ist der erste Durchhänger überwunden, kommt meine Lieblingsphase: Es läuft endlich, ich kann schreiben, bis meine Finger wund werden und die Arbeit ist jeden Abend etwas weiter gediehen. Irgendwo hier werde ich auf jeden Fall die Struktur nochmals umwerfen, weil ich garantiert nochmals über irgendetwas stolpere, das mich doch auch noch interessiert. Oder weil ich plötzlich denke, dass dieser andere Aspekt des Themas doch viel interessanter wäre. Ich kann minutenlang über der perfekten Formulierunge eines Satzes brüten und – wenn ich die Seminararbeit auf Französisch schreiben muss – neue Wörter im Dutzend lernen. Einfach, weil’s gerade Spass macht.
  5. Durchhänger II oder: Wie lange noch?
    Egal, wie gerne ich mich mit dem Thema einer Seminararbeit auseinandersetze, irgendwann kommt der Punkt, an dem ich keine Lust mehr habe. Ich will die Arbeit einfach nur noch abgeben und mich endlich wieder mit etwas anderem beschäftigen. Meistens kommt hier die zweite Schreibblockade. Ich sehe plötzlich überall Lücken in meiner Argumentation und Probleme, die sich stellen, habe aber keine Ahnung, wie ich sie lösen soll. Es sei denn, ich werfe alles über den Haufen und fange nochmals von vorne an. Aber nein, dafür fehlt mir die Zeit, denn in zwei Wochen muss ich ja abgeben! (Und ja, die Zwei-Wochen-vor-Abgabe-Regel ist sehr präzise)
    Während der zweiten Durchhänger-Phase sitze ich in der Regel viel länger als üblich auf Facebook, sehe mir alle neuen Folgen von NCIS und beiden Spin-offs an (und wenn ich die durch hab, dann suche ich mir noch ein paar alte Folgen, die ich eigentlich schon auswendig kann). Oder ich finde plötzlich einen neuen Autor, den ich super finde und dessen Bücher ich am liebsten alle verschlingen würde.
  6. Endspurt
    Die letzten zwei Wochen vor Abgabe sollte ich mir eigentlich ein Schild umhängen, auf dem sowas wie „Vorsicht! Seminararbeits-Endphase! 2 Meter Sicherheitsabstand wahren!“. Fragt mal meine Eltern. Oder meine Mitbewohner. Ich werde absolut unerträglich. Ich bin nämlich ein Perfektionist und diese letzte Phase, in der man noch alles unterbringen möchte, das man noch gefunden hat und in der man die Arbeit poliert, ist die schlimmste. Vor allem, wenn man weiss, dass man sie noch jemandem zum Gegenlesen geben möchte und diese Person ja auch nicht unendlich viel Zeit hat.
    Diese Phase ist ausserdem gekennzeichnet durch schlechte Ernährung, viel Kaffee und Schokolade und nächtliche Panik-Anfälle, weil mir plötzlich wieder irgendetwas einfällt.
  7. Post-Abgabe-Phase
    Ist die Abgabe endlich geschafft, gibt es nur eine Regel zu beachten: Die Seminararbeit nicht mehr anfassen. Das mein ich ernst. Nein, schau sie nicht mehr an. Begrab sie irgendwo unter hundert anderen Dokumenten. Verbrenn die zweite Kopie am besten. Sonst findest du nur noch mehr Fehler, die der Prof ganz bestimmt katastrophal findet.
    Diese Phase ist begleitet von einer wahlweise absolut übereuphorischen oder mehr oder minder depressiven Stimmung. Denn Mittelmass gibt’s bei mir nicht. Es gibt nur Extreme. Manchmal will ich nicht abgeben, denn schliesslich habe ich dieses Thema so lange mit mir rumgetragen. Aber ich muss, denn die nächste Arbeit wartet schon. Und dazwischen möchte ich gerne noch zwei Tage Süsses Nichtstun. Danke.

Damals bei der Bachelorarbeit waren die Phasen besonders ausgeprägt. Oh Mann, habe ich damals meine Eltern genervt. Eigentlich will ich noch gar nicht wissen, wie’s dann bei der Masterarbeit wird. Vermutlich werde ich mich irgendwo in den Bergen in einer Hütte einschliessen müssen, wo mich niemand stören kann (bzw. wo ich niemanden brüllend anfallen kann, weil er den Fehler gemacht hat, im falschen Moment seinen schmutzigen Teller in der Spüle hat stehen lassen). Im Grossen und Ganzen finde ich Seminararbeiten aber toll. Wirklich!

Der Anfang vom Ende

Meine Lieben! Endlich melde ich mich mal wieder. Das letzte Semester war der pure Horror. Am Anfang dachte ich noch „wird streng, aber ich hab schon Schlimmeres geschafft“, aber kurz vor Weihnachten war ich dann einfach nur noch froh, dass es vorbei war. Neben dem üblichen Unistress und der Arbeit kamen noch einige persönliche Dinge hinzu, die ich einfach nicht mehr unterbringen konnte. Und somit gehöre ich nun offiziell zum Club derer, die aus tiefster Überzeugung sagen „2017 kann nur besser werden als 2016″. Jedenfalls hat sich Anfang Jahr die Situation wieder etwas beruhigt und an dieser Stelle möchte ich mich bei all denen bedanken, die meinen Blog besucht haben, obwohl es nichts Neues zu sehen gab! In den nächsten Monaten dürfte es wieder etwas mehr Updates geben.

2017 wird das Jahr sein, in dem ich endlich, nach 8 Jahren, mein Studium abschliessen werde. Noch zwei Vorlseungen und die Masterarbeit. Die meisten Leistungsnachweise sind erledigt, die letzten Noten vom Herbstsemester sind auch schon da und ich kann schon langsam an die Planung für den Sommer gehen. Die Masterabeit nimmt, nachdem ich im Herbstsemester nicht mal annähernd dazu gekommen bin, seit zwei Wochen allmählich Form an. Ich grenze immer mehr ein und komme langsam wirklich zu dem Punkt, wo es konkret wird. Hoffen wir, ich kann den Terminplan bis zum Ende durchhalten!

Im Juni wird dann alles vorüber sein. Dann heisst es tschüss Uni und hallo Leben! 🙂 Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Erstmal muss ich hier alles heil hinter mich bringen, ein Schuljahr gilt es auch noch zu beenden und der Sommer will geplant werden. Zu meinen Plänen für nach dem Abschluss komme ich vielleicht in einem späteren Post nochmals. Unter anderem werde ich mich noch entscheiden müssen, was ich denn jetzt werden will, wo es doch nicht Lehrerin ist. Langweilig wird’s ganz bestimmt nicht!

So etwas wie ein Geständnis

Für einmal etwas nachdenklicheres. Ein paar Gedanken, die ich mir im Vorfeld zu meinem letzten Beitrag gemacht habe.

Ich lasse mich viel zu leicht von der Meinung anderer beeinflussen. Mein ganzes Leben lang habe ich in der Angst davor gelebt, was andere von mir denken mögen, wenn ich ihnen mein wahres Ich zeige, wenn ich laut ausspreche, was mich im Innersten bewegt, wenn ich meine Interessen offen verfolge.

So viele Dinge habe ich nicht oder nur im Verborgenen getan, weil ich Angst hatte, dass mich die Leute deswegen verurteilen könnten. So oft habe ich Dinge auf später verschoben, weil ich dachte, niemanden zu finden, der es mit mir tut, statt entweder einfach zu fragen oder es schlicht alleine zu tun.

Das hat dazu geführt, dass die meisten Menschen mich eigentlich gar nicht richtig kennen. Sie wissen nicht, dass ich Poesie eigentlich ganz wunderbar finde, dass ich Goethe vergöttere und Hesse sowieso. Sie haben keine Ahnung davon, wie viel mir eine einfache Liedzeile bedeuten kann. Sie wissen nicht, dass Beethoven mein Held ist, dass seine Musik mich in einem Masse bewegt, das ich kaum in Worte fassen kann. Sie wissen nicht, dass Schreiben meine wahre Passion ist – nicht die Musik, nicht der Sport, nicht das Unterrichten. Die Literatur und die Sprache vielleicht noch, aber eigentlich auch sie nur im Dienste meines Schreibens. Kaum jemand ahnt, wie viel es mir bedeutet, Worte zu Papier zu bringen. Kaum jemand weiss, wie sehr es mich immer in den Fingern kribbelt, wenn ich einen Text lese.

Denn viel zu oft lasse ich mich davon abhalten, das zu tun, was ich tun will, weil ich darauf bedacht bin, was die anderen von mir denken. Allzu selten gebe ich diese Dinge preis aus Furcht davor, was die Menschen damit machen könnten. Ich habe Angst, der Kritik schutzlos ausgeliefert zu sein – oder gar nicht bemerkt zu werden. Was von beidem schlimmer ist, weiss ich selbst nicht. Denn eigentlich kann mir beides wurscht sein. Schliesslich mache ich es nicht für andere, sondern für mich.

Wie viele Bücher habe ich nicht gelesen, weil alle darüber reden? Wie viele Bücher habe ich nicht gelesen, weil niemand sie mir empfehlen konnte? Ich möchte nicht Mainstream sein, aber werde Lehrerin wie 80% meiner Mitstudenten. Ich möchte das Schreiben zu meinem Beruf machen, aber weil ich so oft gehört habe, es sei schwierig, sich damit ein Leben zu finanzieren, weiche ich auf die Sicherheitsvariante aus. Statt mir endlich ein Publikum zu suchen, meine Texte nach aussen zu tragen und mich gegen die Kritik zu wappnen. Die sowieso erst kommt, wenn meine Texte ein breiteres Publikum erreichen. Und bis dahin habe ich mir hoffentlich eine etwas dickere Haut zugelegt.

Immer wieder nehme ich mir vor, jetzt endlich hervorzutreten, mein wahres Ich in die Welt zu tragen. Aber dann merke ich, wie sich die Blicke auf mich richten und ich krebse zurück. Denke, dass es wohl doch keine so gute Idee sei, und dass ich wohl besser noch etwas warte. Ich bin extrovertiert, das ist Teil meiner Persönlichkeit. Dass ich aber auch extrem unsicher bin, übersehen viele.

An der Uni wäre ich gerne wie Hermine Granger. Ich würde gerne meine Bücher schon Wochen vor Schulbeginn auswendig gelernt haben, alles Zusatzmaterial lesen, Stunden in eine vertiefte Recherche investieren, wenn zur Not auch fünf Minuten reichen würden, würde gerne alles über ein Thema erfahren, ohne mich dafür zu schämen. Immer und immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich eigentlich gerne in die vorderen Reihen sitzen würde, mich dann aber doch für einen Platz weiter hinten entscheide, weil ich nicht als Streberin dastehen möchte. Ich möchte mich nicht mehr schämen, ein Nerd zu sein. Denn eigentlich bin ich genau das. Es ist nicht die Bequemlichkeit, die mich davon abhält, in jeder freien Minute meine Nase in ein Buch zu stecken oder Gedichte auswendig zu lernen. Es ist die Vorstellung davon, was andere über mich denken könnten. Ich war so sehr damit beschäftigt, mich anzupassen, mich in den Mainstream zu fügen, dass ich darüber viele meiner eigentlichen Interessen, meine eigentlichen Vorlieben vergessen habe.

Anstatt mich im Schreiben zu üben, wie ich es gerne tagtäglich tun würde, statt mich darauf zu stürzen, mein liebstes Hobby und eines meiner grösseren Talente zum Beruf zu machen, habe ich die letzten paar Jahre an der Uni zwar wichtige und tolle Dinge gelernt, aber auch viele Dinge nicht getan, viele Grundlagen nicht gelegt, die ich gerne gelegt hätte.

Weil ich nicht als Oberstreber dastehen oder mich vor meinen Mitstudenten als Nichtwissende blamieren wollte, habe ich es vermieden, zu diskutieren. Ich habe nicht, wie ich es mir immer wieder vorgenommen habe, die Biographien meiner Lieblingsautoren gelesen – denn trotz allem habe ich immer noch Lieblingsautoren. Ich habe mir nicht erlaubt, links und rechts des Weges auch einfach mal sogenannte Trivialliteratur oder Jugendbücher zu lesen, denn schliesslich kommandierte die Uni die Klassiker als höchste Priorität. Statt meinen Interessen und meiner Intuition einfach zu folgen, habe ich das getan, was der breite Strom von mir verlangte. Und dabei mein Selbst vergessen.

Wie oft habe ich mir vorgenommen, endlich dieser Passion zu folgen und es dann doch nicht getan, weil ich Angst hatte, es könnte einfach nur das Überbleibsel eines kindischen Kleinmädchentraums sein? Wie oft habe ich es mir vorgenommen, endlich meinen Impulsen, meinen Gefühlen und Neigungen zu folgen und mich dann doch wieder von der unmittelbar bevorstehenden Notwendigkeit ablenken lassen? Nun ja, noch ist Zeit, mich anders zu entscheiden und den Worten auch Taten folgen zu lassen. Zeit, meine Entscheidung Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen. Angefangen habe ich immerhin schon.

Ich will nicht Lehrerin werden

So, jetzt ist es raus. Nein, ich will nicht bis zu meiner Pensionierung oder meinetwegen auch nur für die nächsten zehn Jahre tagtäglich in Schulzimmern stehen und pubertierenden Teenagern Goethe näherbringen oder die Schönheiten der Französischen Sprache erläutern. Ich will nicht Prüfungen erstellen und Aufsätze bewerten, ich will mir nicht Jahr für Jahr eine neue Eröffnung meiner allerersten Stunde ausdenken oder eben die Eröffnung vom letzten Jahr wiederholen. Nein, diese Erkenntnis ist nicht das Produkt einer plötzlichen Eingebung, sondern Ergebnis von Überlegungen, die ich mir seit mehreren Jahren mache und die sich im Laufe der letzten paar Monate immer weiter konkretisiert haben.

Ungefähr acht Jahre lang habe ich jedem, der mich gefragt hat, gesagt, dass ich Lehrerin werden will. Die Antwort hat alle beruhigt: Verwandte, die sich nicht vorstellen konnten, was zum Teufelman mit Germanistik anfangen sollte, Freunde, für die diese Frage genauso wichtig war wie für mich, am meisten aber mich selbst. Ich hatte ein konkretes, erreichbares Ziel vor Augen, mit dem ich mich das ganze Studium über bei der Stange halten konnte. Es hat meine Existenzängste etwas besänftigt, zu wissen, dass am Ende meines Studiums ein einigermassen sicherer Job auf mich warten würde (wie naiv ich damals doch war!). Und es hat mir immer wieder dabei geholfen, mich im Dschungel der Lehrveranstaltungsangebote zurechtzufinden.

Gleichzeitig hat es mich aber auch eingeschränkt. Ich bin sieben Jahre lang mit dem konstanten Gedanken daran, was mir das dann später im Schulzimmer etwas bringen würde, durch die Uni gegangen. Immer wieder habe ich mir gesagt «das brauchst du später eh nie» und bin weitergegangen, ohne weitere Gedanken an ein Thema zu verschwenden, das mich eigentlich interessiert hätte. Statt mich ehrlich meinen Interessen zuzuwenden, habe ich mich dem Nützlichen zugewandt. Aber letztendlich hat die kleine, nagende Stimme gesiegt, die immer wieder Zweifel angemeldet hat, die mich immer wieder dazu gedrängt hat, mich mit Dingen zu beschäftigen, die nichts mit Schule zu tun haben und die weit über den möglichen Horizont eines Mittelschülers hinausgehen.

Die Aussicht, Lehrerin zu werden, gab mir Orientierung und bewahrte mich vor der Frage «was dann?». Ja, wenn nicht Lehrerin – was dann? Was will ich stattdessen tun? Sobald dieses Ziel wegfällt, muss ich mich ehrlich mit meinen Stärken und Schwächen auseinandersetzen, muss links und rechts des Weges bewusst hinschauen und mir überlegen, wo es mich hinziehen könnte. Einmal mehr stehe ich an einer Kreuzung, hunderte Wege, die ich wählen könnte, und ich muss mich für einen entscheiden. Ich muss mich fragen, was es sonst noch für Ideen gibt, die mich interessieren. Ich muss mir überlegen, welche Talente ich wirklich für wichtig erachte und was mir im Leben am wichtigsten ist.

Es ist nicht so, dass ich das Lehrersein als für mich völlig unpassend abgestempelt habe. Feedbacks von Schülern, Kollegen und Praxislehrpersonen haben mich grundsätzlich darin bestätigt, dass ich zumindest nicht schlecht darin bin, zu unterrichten. Die Arbeit mit Jugendlichen macht mir Spass, ich begleite sie gerne ein Stück auf ihrem Weg und ich freue mich über jeden noch so kleinen Erfolg. Ich möchte bei meiner Arbeit Menschen begegnen. Ich möchte etwas weitergeben. Aber das klassische Schulzimmer, die Kantonsschule als Rahmen, das ist nicht das, was ich will. Es ist mir nicht wohl bei dem Gedanken, die nächsten paar Jahrzehnte in diesen Räumen zu verbringen, mit diesen Lehrplänen und mit den Fragen, die das ‘klassische’ Lehrerdasein mit sich bringen.

In knappen neun Monaten werde ich meinen Master abschliessen. Spätestens dann muss ich eine Vorstellung davon haben, was ich mit meinem Leben zumindest für das nächste Jahr anfangen will. Ich brauche noch keinen Masterplan für den Rest meines Lebens, aber ich möchte zumindest wissen, wohin mich mein Weg als nächstes führen wird, welche Interessen und Stärken ich als nächstes ausleben, an welchen Schwächen ich arbeiten möchte. Und ich muss wissen, was ich als nächstes lernen will.

Ich habe noch zwei Semester. Allerhöchste Zeit also, mich damit auseinanderzusetzen, was man mit Germanistik sonst noch so anstellen kann.

Was wir vom Leistungssport fürs Studium lernen können

Nach drei Jahren Wettkampfpause bin ich seit Februar wieder dabei, Leistungssport zu betreiben. Wöchentliche Trainings, Krafttraining, Ausdauer, Wettkämpfe, die ganze Palette. Im Gymnasium lief die ganze Sache noch eher nebenbei, damals habe ich mich eher als Musikerin denn als Sportlerin gesehen. Inzwischen finde ich doch einiges mehr daran und dabei ist mir aufgefallen, wie viel Studium und Leistungssport eigentlich miteinander zu tun haben.

Ohne Fleiss kein Preis
Kein Sportler, der einigermassen erfolgreich ist, wird dir sagen, dass er nicht trainiert hat. Alle müssen etwas für ihre Erfolge tun. Auch wenn’s manchmal so aussieht, als ob die einen schneller ans Ziel kommen als andere.

Manchmal gewinnt eben gerade nicht derjenige, der am meisten trainiert hat
Das meine ich wirklich so. Manchmal stehst du stundenlang auf dem Platz oder in der Halle (oder sitzt in der Bib) und endest doch auf dem 10. Platz (oder hast eben doch nur eine 4 statt einer 6). Dafür gibt es verschiedene Gründe.

  •  Qualität kommt vor Quantität. Es geht nicht nur um die Anzahl Stunden, sondern auch darum, wie du diese Stunden verbracht hast.
  • Man muss das Gelernte auch umsetzen können. Was nützen mir die vielen Stunden des Trainings, wenn ich im Wettkampf dann wieder die gleiche Sch***e produziere wie schon Anfang Saison?
  • Ein bisschen Wettkampfglück gehört dazu. Manchmal sind die Umstände nicht optimal. Manchmal hast du einfach das Pech, dass genau deine schwächsten Teilbereiche abgefragt werden. Manchmal verletzt du dich zwei Tage vor dem Wettkampf. Manchmal soll es einfach nicht sein.

Es reicht nicht, sich das Training vorzunehmen
Der beste Trainingsplan ist wertlos, wenn du ihn dann nicht umsetzt. Genauso wie es sinnlos ist, sich in die Bib zu setzen und dann den ganzen Tag nur auf dem Internet rumzusurfen.

Trainer und Coaches sind auch nicht immer nur gut
Hin und wieder geraten wir an Trainer, die uns nicht weiterbringen. Da hilft es nichts, dass andere sie dir als die besten ihres Fachs anpreisen. Die Chemie muss eben auch stimmen. Und deshalb ist es ganz ok, sich mal mehrere Trainer anzutun, mal zu sehen ob jemand anderes auch noch gute Tipps auf Lager hätte. Das gilt an der Uni auch für Profs. Manchmal wirkt ein Thema beim einen Prof extrem langweilig, während der nächste es ganz verständlich und vor allem spannend darlegt.

Man darf sich auch bei den Mitstreitern was abschauen
Damit meine ich natürlich nicht, dass ihr die Prüfung eures Nachbarn abschreiben oder seine Seminararbeit kopieren sollt. Aber bei Wettkämpfen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es gut tut, die anderen Werfer zu beobachten, weil man sich da immer mal wieder eine gute Technik oder einen kleinen Kniff abschauen kann, den man dann übernehmen kann. Also redet mal mit euren Kommilitonen über Arbeitstechniken, vielleicht haben die anderen was raus, das euch auch helfen kann.

Es gibt Zeiten, um an seinen Schwächen zu arbeiten und Zeiten, seine Stärken auszuspielen
Zu Beginn der Saison war ich voll darauf fokussiert, meine schwächeren Disziplinen auf ein anständiges Niveau zu bringen. Auch jetzt noch, kurz vor der WM, arbeite ich an meinen beiden schwächsten Disziplinen, aber nur so weit, wie es die starken Disziplinen nicht beeinträchtigt. Denn letztendlich nützt es mir nichts, überall Mittelmass zu sein, wenn ich mit etwas Arbeit an meinen starken Disziplinen eine Medaillenchance gehabt hätte. Auch im Studium gibt es Zeiten, um Lücken zu schliessen und sich mal mit den Dingen auseinanderzusetzen, die einem bislang Mühe bereitet haben. Aber wenn’s um die Auswahl der Themen für die Masterarbeit oder für die Abschlussprüfung geht, dann sollte der Fokus eher auf den Themen liegen, die man schon ein wenig beherrscht. Sonst wird der Aufwand dann irgendwann zu viel und es kommt doch nichts dabei heraus.

Prüfungssituationen wollen auch geübt sein
Denn letztendlich gewinnt in der Regel derjenige, der mit der Situation am besten umgegangen ist, der seine Nervosität gemeistert hat und der seine optimale Leistung abrufen konnte. Wer mit dem Druck einer Prüfungssituation oder eines bevorstehenden Abgabetermins nicht umgehen kann, der hat eigentlich schon verloren, bevor er antritt.

Wir müssen das Beste aus den Umständen machen
Manchmal regnet’s wie aus Kübeln, wenn du an den Start gehst oder du wirst eine Woche vor der Prüfung krank. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mach das Beste draus. Auch ein mittelmässiges Resultat oder ein einfaches „genügend“ ist zu akzeptieren, wenn die Umstände es nicht anders zugelassen haben.

Last but not least: Vergiss den Spass bei der Sache nicht
Gerade in einem Sport wie Casting, der nichts einbringt, ist es absolut erlaubt, auch einfach den Wettkampf zu geniessen, die gute Gesellschaft, die Begegnungen mit Sportlern aus aller Welt. Und letztendlich machst du das alles doch eigentlich, weil du Freude daran hast, oder? Oder zumindest sollte es so sein. Also nimm dir das Recht heraus, das alles auch mal nicht todernst zu sehen.

Sommertrott

Kleines Update aus dem Land der Studenten: Die Sommerferien sind in vollem Gange, im Studentenwohnheim verschwinden entweder alle in die Ferien, nach Hause oder verkriechen sich in ihren Zimmern und der Bibliothek zum Lernen. Der grosse Wechsel steht an, einige meiner Mitbewohner und viele Nachbarn haben ihr Studium abgeschlossen und brechen auf zu neuen Ufern. Der Katzensee lockt, seit das Wetter wieder besser ist und die Grillabende werden trotz Lernphase wieder regelmässiger.

Auf meinem Schreibtisch liegen seit Juni die Transkriptionen der Dialektologie-Exkursion und Bücher mit unglaublich technisch klingenden Sätzen, die nur aus Fremdwörtern zu bestehen scheinen und die einen daran erinnern, warum man den Grammatikunterricht nie ausstehen konnte. Thema der Seminararbeit, die bis Ende September fertig sein muss: Der Enunziativ im Dialekt von Gèdre, einem kleinen Dorf im Pay Toy, in den französischen Pyrenäen. Es ist kein weltbewegendes Thema, aber eine interessante Eigenheit des Gascon. Die Sätze werden mit Morphemen am Satzanfang markiert, sodass der Hörer immer gleich weiss, ob es sich um einen Aussage- oder Fragesatz handelt – dann kommen noch ein paar andere Dinge dazu, die man scheinbar damit ausdrücken kann, aber ich geh jetzt nicht in die Details. Jedenfalls muss ich dann die Transkriptionen nach Hinweisen auf diesen Eunziativ durchsuchen und sehen, ob er systematisch angewendet wird und ob es sich um ein ganzes System handelt oder ob es nur ein einziges Enunziativmorphem gibt. An sich ganz interessant, aber wie gesagt, die Sekundärliteratur ist irgendwie nicht so spannend.

Schön immerhin, dass ich daneben etwas für meine Masterarbeit tun kann. Das Thema wird langsam etwas klarer und je länger, je mehr finde ich, dass ich mir ein tolles Gebiet ausgesucht habe. Noch wichtiger und zeitaufwendiger als die Masterarbeit sind im Moment aber zwei Dinge: WWF-Lager und Casting-WM. In eineinhalb Wochen fahren wir ins Engadin, um zehn Tage lang durch den Nationalpark zu wandern. Die letzten Vorbereitungne laufen, es geht noch darum, ein wenig Material zu organisieren und die letzten Routen abzulaufen (bis jetzt hatten wir Wetterpech). Und natürlich Daumen drücken, dass es hin und wieder regnet, sodass wir ohne Feuerverbot durchkommen. Vermutlich bin ich danach völlig fix und fertig, aber ich freu mich drauf.

Und in etwas mehr als einem Monat ist der Abflug nach Spanien zur Casting-WM, für die ich mich im Mai ja qualifiziert habe. Inzwischen habe ich einen extrem guten und einen ziemlich schlechten Wettkampf hinter mir, die Nervosität steigt und die Motivation fürs Training wird immer grösser. Noch schaffe ich es nicht, täglich auf dem Platz zu stehen, aber immerhin das ergänzende Krafttraining läuft gut und die Technik krieg ich auch langsam in den Griff. Ich hab mich schon lange nicht mehr so sehr auf die WM gefreut wie dieses Jahr. Aber mit Training, Vorbereitungen und gaskognischer Grammatik sind meine Tage dann auch schon gut ausgefüllt. Immerhin für den einen oder anderen Sprung in den See und ein paar Seiten lesen reicht die Zeit dann jeweils doch noch.

Schuljahresende

Morgen geht mit den mündlichen Deutschprüfungen am Morgen und der Diplomfeier am Abend mein zweites Jahr im 10. Schuljahr zu Ende. Im Vergleich zum letzten Jahr war ich diesmal schon viel entspannter. Weniger Prüfungen, weniger perfekte Disziplin gefordert und es dennoch um Einiges besser geschafft, mich durchzusetzen. 

Alles ist nicht optimal gelaufen, es gibt immer noch viel Verbesserungspotenzial. Vor allem aber habe ich dieses Jahr das Gefühl gehabt, die Leistungen meiner Schnufis nicht so richtig einschätzen zu können. Vermutlich lag das aber schlicht daran, dass ich mich dank relativ guter Vorbereitung zwischen den einzelnen Montagen tendenziell wenig mit der Schule auseinandergesetzt habe. Besonders in der Schlussphase war ich so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich kaum Zeit hatte, mich mehr als nötig mit den Schülern zu beschäftigen. 

Die Franz-Mündlich-Prüfungen am Montag haben sie aber gut hinter sich gebracht (zumindest die aus meiner Klasse, bei denen ich Expertin war) und ich kann wirklich sagen, dass ich stolz bin auf meine Kleinen. Selbst die Jungs, bei denen ich befürchtet hatte, sie hätten sich schlecht vorbereitet, machten ihre Sache wirklich gut. Auch die Mädels haben sich trotz Nervosität sehr gut geschlagen. Sie sind mir dieses Jahr wirklich ans Herz gewachsen und irgendwie finde ich es schade, sie gehen zu lassen, denn die Klasse war wirklich toll.

Aber das gehört wohl zum Lehrerdasein und wird später, wenn ich die Schnufis dann vier Jahre lang habe, nicht besser. Jedenfalls bin ich nach wie vor der Meinung, eine für mich sehr gute Berufswahl getroffen zu haben, auch wenn ich mir im Moment noch nicht sicher bin, ob ich nächsten Sonmer mit der Lehrerausbildung wirklich weitermachen möchte. Nicht wegen des Berufs, sondern wegen der Uni. Aber das liegt noch weit in der Zukunft. Erst einmal kriege ich nächstes Schuljahr das Niveau B und muss mich damit auseinandersetzen, wie ich aus einer schwächeren Klasse gute Leistungen herauskitzle.

Aufgeben

Es gibt Momente, da muss man sich geschlagen geben. Sieben Jahre lang habe ich jede Arbeit und jeden Zettel abgegeben, der von mir verlangt wurde. Habe notfalls alle Verpflichtungen und Vergnügungen abgesagt, um fertig zu werden. Gestern war es zum ersten Mal so weit, dass ich mich geschlagen geben musste. Eigentlich wäre übermorgen eine Arbeit fällig gewesen, bei der ich eine Prüfung hätte konstruieren sollen. Seit einer Woche versuche ich, in die Arbeit reinzukommen, aber ich schaffe es nicht, ich bin vollkommem blockiert. Heute fahre ich ins Trainingslager, was mir enorm wichtig ist. Gleichzeitig habe ich die Audiofiles von der Dialektologie-Exkursion erhalten, die ich jetzt bis Ende Juli (besser früher) transkribiert haben sollte. Eine Verschnaufpause gibt es nicht.
Nachdem ich eh beschlossen habe, das Lehrdiplom nächsten Sommer nach dem Masterabschluss fürs erste auf Eis zu legen und noch ein wenig ins Ausland zu gehen, habe ich beschlossen, dass es halb so wild ist, wenn ich die Arbeit nicht abgebe. Klar wird es mich so richtig nerven, wenn ich die Vorlesung nochmals besuchen muss, aber wann das sein wird, steht eh noch in den Sternen. Also lass ich es. Ich geb die Arbeit nicht ab.

Geburtstag!

Heute vor drei Jahren habe ich diesen Blog erstellt. Ich kann kaum glauben, dass es schon so lange her ist…

Auf eine genaue Analyse dessen, was in diesen drei Jahren passiert ist, werde ich verzichten. Aber es ist eine ganze Menge. In dieser Zeit bin ich aus meinem Austauschjahr in der Westschweiz zurückgekommen, habe meinen Bachelor abgeschlossen, meinen Master angefangen, die beste WG der Welt kennengelernt, angefangen, als Lehrerin zu arbeiten, gemerkt, dass Linguistik doch um einiges interessanter sein kann als gedacht, und noch viele andere Dinge mehr. Von dem, was neben Uni und Job noch gelaufen ist, will ich gar nicht erst anfangen.

Aber ich hoffe, dass ihr genau wie ich noch viel länger Freude an diesem Blog haben werdet und ich ihn noch eine Weile am Leben erhalten kann 🙂

Liebster Award

Die liebe Jezabel hat mich vor zwei Wochen für den Liebster Award nominiert. An dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank dafür! 🙂 Nachdem ich von meiner Exkursion in Frankreich zurückgekommen bin (dazu in einem späteren Post mehr) bin ich endlich dazugekommen, die Fragen zu beantworten.

Das Prinzip vom Liebster Award ist simpel. Man wird nominiert, bekommt 10 Fragen gestellt, die man natürlich auch beantwortet, nominiert seinerseits fünf Blogger und stellt 10 Fragen.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?
Schlechte Frage für eine Literaturstudentin, das Werten hat man mir schon vor langer Zeit ausgetrieben. Deshalb fällt es mir echt schwer, diese Frage zu beantworten… Grundsätzlich schwärme ich ja sowieso eher für Autoren als für Bücher. Hermann Hesse ist mein absoluter und ewiger Favorit. Und ansonsten ist mein augenblickliches Lieblingsbuch in der Regel das letzte richtig gute Buch, das ich gelesen habe. Also im Moment Eat, Pray, Love (oder Big Magic, ebenfalls von Elizabeth Gilbert).

Liest du jedes Buch zu Ende oder brichst du es ab, wenn du merkst, es gefällt dir nicht?
Früher habe ich alles zu Ende gelesen, was ich mal angefangen habe und auch für die Uni tue ich das wohl oder übel weiterhin. Aber wenn ich ein Buch privat, also nur so zum Spass, lese, dann breche ich ab, wenn ich das Interesse verliere. Das passiert nicht besonders häufig, kommt aber vor.

Durch welches Buch hast du dich gequält und warst am Ende froh darüber?
Schwierige Frage. Victor Hugos Contemplations (es war eine schlechte Idee, die Gedichte ans Ende der Leseliste zu setzen, aber ich hab mich trotzdem verliebt). Fast alles von Yves Bonnefoy. Unglaublich schwere Kost, aber wenn man sich mal etwas damit beschäftigt hat, dann gibt es enorm viel her.

Welcher Autor ist deiner Meinung nach völlig überbewertet?
Gustave Flaubert. In Éducation Sentimentale hätte ich Frédéric, die Hauptperson, schon nach 50 Seiten am liebsten geschüttelt (oder schlimmeres) und mit der lieben Emma Bovary ging’s mir nicht besser. Letzteres Buch ging übrigens auf die Liste der Bücher, die ich nie fertiggelesen habe. Wie genial auch immer seine Romane konstruiert sein mögen, sie sind eine verdammte Qual zu lesen, also verschont mich in Zukunft damit!

Schämst du dich manchmal dafür, was du liest?
Vor Kurzem habe ich mich dabei ertappt, dass ich mich dafür schäme, eine Schnulze zu lesen. Obwohl ich das Ding verschlungen habe. Denn irgendwie habe ich das Gefühl, das Bild von der Literaturstudentin, die nur hochstehende Literatur liest, nicht stören zu dürfen. Doof, ich weiss. Aber der Gedanke ist halt doch da. Also ja, sobald ich etwas lese, was kein Klassiker ist, passiert das hin und wieder.

Wo liest du am liebsten?
In meinen Lesesessel gekuschelt, im Bett, im Zug. In dieser Reihenfolge.

Hast du einen Büchereiausweis?
Meinen Studentenausweis, der auch als Büchereiausweis für die Unibib dient. Ansonsten habe ich es leider noch nicht geschafft, mir einen Ausweis für die örtliche Bibliothek zu besorgen. Vermutlich, weil ich, seit ich es mir leisten kann, eine gewisse Vorliebe dafür habe, Bücher zu besitzen (und sowieso die letzten sieben Jahre hauptsächlich Pflichtlektüre und potenzielle Schullektüre gelesen habe, die zu besitzen es sich wirklich lohnt).

Wartest du aufs Taschenbuch oder holst du dir das Hardcover?
Ich warte, bis es das Buch antiquarisch zu erwerben gibt. Nein, im Ernst: Ich bin in der Regel viel zu langsam damit, mich für ein bestimmtes Buch zu entscheiden, dass sich diese Frage überhaupt stellen würde.
Grundsätzlich überlege ich mir aber immer, wofür ich das Buch kaufe. Bücher, die ich mit mir rumtrage, kaufe ich als Taschenbuch, weil sie eh ziemlich schnell zerstört sein werden. Bücher, die ich eher zu Hause lese oder Titel wie Momo von Michael Ende, die ich eher aus Sentimentalität kaufe, besitze ich viel lieber als Hardcover. Auch Bücher, von denen ich weiss, dass ich sie wieder und wieder lesen werde.

Knickst du Buchecken oder nimmst du ein Lesezeichen?
Lesezeichen! Um Himmels Willen, keine Buchseiten absichtlich knicken! Wer würde denn auf so eine Idee kommen?! Eine absolute Sünde (merkt man, dass ich mit Bibliotheksbüchern aufgewachsen bin? ^^).

Gibst du Bücher weg oder behältst du alle?
Ich behalte das meiste. Bücher, die ich doppelt habe oder die ich schlicht nicht (mehr) mag, gebe ich aber auch gerne Second Hand weiter. In ganz seltenen Fällen landet bei mir ein Buch auch mal im Abfall/Recycling-Kübel. Bücher sind in erster Linie Arbeitsinstrumente, da bleibt nur sehr begrenzt Platz für Sentimentalitäten. Und seit wir die Büchersammlung des Studierendenvereins Romanistik ausgemistet haben (drei kleine Recycling-Container voll Bücher), bin ich abgehärtet.

Ich nominiere:

Und alle anderen, die Lust haben, die folgenden Fragen zu beantworten 🙂

  1. Was interessiert dich am allermeisten an deinem Beruf/deiner Ausbildung?
  2. Hast du manchmal das Gefühl, dich dafür, was du mit deinem Leben anfängst, rechtfertigen zu müssen?
  3. Was würdest du tun, wenn du dir keine Gedanken über Geld machen müsstest?
  4. Gibt es Dinge, die dich enorm interessieren, die du aber lieber für dich behälst (aus welchen Gründen auch immer)?
  5. Was tust du, um dich zu entspannen, wenn du gestresst bist?
  6. Was vermisst du als erstes, wenn du gezwungen wirst, einen anderen als deinen gewohnten Tagesablauf einzuhalten?
  7. Brauchst du ständig Menschen um dich herum oder ermüdet dich der Kontakt mit anderen?
  8. Trinkst du lieber Kaffee oder Tee?
  9. Was ist dein Lieblingssnack für lange Bibliotheks-/Arbeitstage?
  10. Gibt es ein Buch, das du immer und immer wieder liest?