Schlagwort-Archive: Alltag

WG-Leben ist…

… spontanes Tanzen in der Küche zu alten Songs, von denen man normalerweise nicht zugeben würde, dass man sie immer noch gut findet.

… zusammengewürfelte Festessen, weil wir vergessen haben für das seit zwei Wochen angekündigte WG-Essen einzukaufen.

… zusammengewürfelte Festessen, einfach, weil wir gerade alle in der Küche sind und nicht jeder für sich kochen möchte.

… ein verstopfter Abfluss, sodass wir eine Woche lang unser Abwasser kesselweise ins WC spülen.

… am Morgen erstmal das Geschirr, das sich einen ganzen letzten Tag lang angesammelt hat, wegräumen, damit man an die Frühstücksschale kommt, die zuunterst unter vier Töpfen steht.

… abends um neun nochmals aus dem Pyjama steigen, weil man beschlossen hat, noch etwas trinken zu gehen, um die letzten Prüfungen zu feiern.

… bis morgens um vier im Wohnzimmer über Gott und die Welt quatschen.

… drei Runden Beerpong spielen, ohne einen Schluck zu trinken, weil die Jungs Gentlemen sein möchten und einen die Becher nicht mal anfassen lassen.

… etwas widerspenstig die Schimmelkultur aus dem Kühlschrank entfernen und sich dabei fragen, was dieser graue Haufen ursprünglich war.

… den Semesterputz mit dem Kater des Jahres zelebrieren und ihn abends mit Kurierpizza und Bier auf dem Balkon feiern, weil die Küche zu sauber ist, um sie zu benutzen.

… Schlange stehen vor dem Frauenbad, weil alle drei gleichzeitig duschen und Zähneputzen wollen und der Freund der Mitbewohnerin gerade die Dusche blockiert.

… sich gegenseitig beim UNO-Spielen ankreischen, weil man schon wieder eine verdammte +4-Karte bekommen hat.

… abends die Abfallsäcke aus dem fünften Stock in den Container zu werfen versuchen.

… sich beim Munchkin bis um Mitternacht fertigmachen.

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So macht Masterarbeit Spass

dsc_1710.jpgHeute musste ich für meine Masterarbeit nach Bern in die Nationalbibliothek fahren. Nachdem ich endlich meinen inneren Schweinehund überwunden hatte, der mir sagte, dass nach Bern fahren doof ist, wars dann doch ein toller (Halb)Tagesausflug. In der Nationalbibliothek hat man mir dann allerdings gesagt, dass die Dokumente, die ich brauche, wegen eines Wasserschadens nicht verfügbar sind. Dann eben nicht. Nach erfolgreicher Anmeldung und der Bestätigung, dass ich mir Dokumente auch nach Hause senden lassen kann, habe ich mich noch für eine Stunde in ein Café gesetzt und doch noch ein bisschen an meiner Masterarbeit geschrieben. Dann noch Mittagessen mit einer Freundin und schon wieder zurück nach Zürich. Leider. Denn eigentlich find ich Bern echt eine tolle Stadt!

Ein bisschen was habe ich immerhin geschafft. Die Struktur steht so langsam und der Theorieteil nimmt Form an. Ich komme zwar mit der Analyse der Lehrmittel nicht wirklich vorwärts, neben der Tatsache, dass die mir bereits bekannten Lehrmittel in der NB nicht zugänglich sind (zumindest nicht bis nächsten Montag), bekomme ich auch erst Ende Woche die komplette Liste mit den aktuell verwendeten Lehrmitteln. Aber dann werde ich eben mit allem anderen weitermachen. Zu Hause wartete übrigens noch eine tolle Überraschung auf mich: Mein neuer Laptop ist da! Nachdem mir mein alter vier Jahre lang treue Dienste geleistet hat (und eigentlich immer noch leistet), musste endlich ein leichteres Modell her. Ich werde so oft mit meinem Laptop unterwegs sein und unterwegs schreiben, dass es einfach notwendig wurde. Ich freu mich riesig über den kleinen Kerl. Der grosse darf jetzt getrost zu Hause an der Wärme bleiben, wo ich ihn natürlich weiterhin verwenden werde. Aber für die Uni und die Schule wird mir hoffentlich der Neue genauso gute Dienste leisten.

Alltagssorgen einer Literaturstudentin

Es ist offiziell: Nach gerade mal sieben Monaten im neuen Zimmer quillt mein Bücherregal bereits über. Mag sein, dass es nicht nur an den Büchern liegt, sondern auch am anderen Kram, der da drin noch rumsteht, aber allzu viel Stauraum bietet mein Zimmer nunmal nicht. Spätestens wenn Ende Semester nochmals der eine oder andere Ordner hinzukommt, ist Schluss, ich kriege jetzt schon nicht mehr alle ins Regal. Da hilft wohl nur anbauen. Oder auslagern (ob meine Mitbewohner etwas gegen ein Bücherregal im Wohnzimmer einzuwenden hätten?).

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Und schon ist die Hälfte des Semesters vorbei…

Jap, richtig gelesen. Es fängt schon wieder mit Prüfungsvorbereitung und allem Drum und Dran an, Leistungsnachweise stehen an und ja – bald ist Weihnachten! Bei meinen Eltern hat es vorgestern zum ersten Mal geschneit und der Schnee ist sogar liegengeblieben. Als ich gestern Abend von Zürich hierhergefahren bin (ein kurzer Zwischenstopp, um ein paar Sachen zu holen), bin ich richtig erschrocken, wie kalt es im Glarnerland ist. Aber die Aussicht auf die verschneiten Berge ist echt super!

Aber nun zurück zur Uni: Ein paar von meinen Leistungsnachweisen habe ich schon hinter mir. Meine drei Vorträge sind geschafft, zwei davon sehr gut und der dritte (für französische Linguistik) war – glaube ich – auch ganz ok. Zumindest habe ich da von einer Mitstudentin ein ganz tolles Kompliment für mein Französisch gekriegt. Das freut natürlich ganz besonders 😉 Ich muss aber auch sagen, dass ich für alle Vorträge tolle Partnerinnen hatte, die sich echt Mühe gegeben haben und für die es überhaupt nicht schlimm war, dass ich hin und wieder nicht so viel Zeit für die Vorbereitung hatte.

Die Zwischenprüfung fürs Übersetzungsmodul ist auch schon gelaufen. Ich muss ja fürs Lehramt einen Sprachkompetenznachweis erbringen (Niveau C2) und in Zürich beinhaltet das eine vierstündige Übersetzungsprüfung. Das Vorbereitungsmodul, das ich dazu gerade absolviere, ist echt gut – auch wenn die Dozentin ein wenig dazu neigt, uns Angst zu machen. Bevor sie die Prüfungsergebnisse bekanntgegeben hat, hat sie uns einen laaangen Vortrag gehalten, weil viele ungenügend waren und sie der Meinung ist, dass diese Leute auf keinen Fall zur Abschlussprüfung bzw. zur definitiven Sprachkompetenzprüfung antreten sollten. Zumindest nicht dieses Semester. Und weil ich ja erst am Anfang meines Masters bin und meinesgleichen offensichtlich eher auf der ungenügenden Seite waren, hatte ich natürlich einen Moment lang Panik, dass meine Pläne jetzt völlig über den Haufen geworfen würden. Aber es war falscher Alarm – ich war gar nicht mal so schlecht 🙂 Also kann es nach Plan weitergehen und am 11. Dezember treten wir zur Abschlussprüfung an. Mal sehen, wie’s wird.

Nächste Woche muss ich den ersten Leistungsnachweis für Pädagogische Psychologie schreiben und am 17. November die Arbeit für Allgemeine Didaktik abgeben. Für Allgemeine Didaktik habe ich noch nicht wirklich angefangen, das steht dieses Wochenende auf dem Programm. Bislang haben mich meine Schüler so sehr auf Trab gehalten, dass ich kaum dazu gekommen bin, etwas für die Uni zu tun. Aber jetzt müssen sie bis zu Weihnachten arbeiten gehen und ich kann mich endlich wieder der Uni widmen!

Langweilig wird mir allerdings nicht – langsam sollte ich anfangen, die Prüfungen für Pädagogische Psychologie und Französische Literatur (Éthique et esthétique dans la littérature moderne – richtig spannend!) vorbereiten. Ich freu mich irgendwie drauf, aber es wird auch ziemlich viel Arbeit. Nächstes Semester muss ich auf jeden Fall darauf achten, dass ich mir mehr Abende frei halte. Das heisst, auch keine Vorlesungen bis um 18 Uhr mehr (wenn es sich vermeiden lässt zumindest) und nur noch einen Abend pro Woche Nachhilfe geben.

Wenn (oder bevor) dir alles über den Kopf wächst

Entschuldigt die Funkstille die letzten zwei Wochen – das Semester ist definitiv wieder mal intensiver als ich am Anfang gedacht hätte. Die erste Woche war so gestopft voll, dass ich wirklich absolut gar keine Zeit hatte, um irgendetwas zu erledigen. Entsprechend hinke ich jetzt schon mit den Arbeitsaufträgen hinterher und muss wohl das ganze Wochenende über noch Schule vorbereiten und lesen und überhaupt. Aber inzwischen weiss ich ja zum Glück, was ich tun kann, damit mir das ganze nicht über den Kopf wächst.

  1. Ruhe bewahren. Panik schieben bringt gar nichts. Einmal tief durchatmen und einen Schritt zurück machen.
  2. Überblick schaffen. Meistens bringt es mir schon einiges, wenn ich mir alle Prüfungs- und Abgabetermine in meine Agenda eintrage, sodass ich weiss, wann wie viel ansteht. Zudem habe ich mir dieses Semester einen Wandkalender gebastelt und über meinem Schreibtisch aufgehängt, sodass ich meine Termine jetzt immer im Blick habe.

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  1. Aufgaben in Happen einteilen. Ich bin ja ein ziemlicher To Do-Listen-Fan. Vor allem helfen mir die Dinger dabei, meine Aufgaben in „mundgerechte Häppchen“ aufzuteilen. Und das ist besonders wichtig, wenn man seine Leistungsnachweise alle pünktlich und in guter Qualität abliefern will. Deshalb habe ich damit angefangen, mir eine grosse Liste in Word zu erstellen, wo ich alle Leistungsnachweise für alle Module aufliste und dann gleich kleinere Aufgabenteile daraus mache. Also zum Beispiel stehen dann unter „Referat Geschichte des Deutschunterrichts: Vergleich Lehrinhalte Kanton Thurgau und Kanton Glarus“ (was noch ein sehr vager Begriff ist): – Mail an Deutschlehrerin betreffend Informationen zu Lehrinhalten – Vergleichspunkte festlegen – Fragestellung festlegen – Material sammeln
    Vor allem der letzte Punkt ist ebenfalls noch ziemlich vage, aber diese Liste ist noch nicht abgeschlossen und wird auch nicht ausgedruckt. Sie dient für mich nur dazu, mir zu überlegen, welche kleinen Schritte ich machen muss, um den grossen Sprung zum Referat zu schaffen.
  2. Wochenplan. Ich habe schon letztes Semester mehr oder minder erfolgreich mit Wochenplänen experimentiert. Die letzten zwei Wochen hat es mir vor allem dabei geholfen, herauszufinden, wann ich Zeit habe, um Aufgaben zu erledigen. Manchmal hat man das Gefühl, überhaupt nie Zeit zu haben, aber wenn man dann seine Woche in Halbstundenblöcke aufgeteilt vor sich sieht, dann wird plötzlich klar, dass da eigentlich genügend Zeit für ganz viele Aufgaben ist.

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  1. Routinen schaffen. Routinen brauchen ganz wenig Energie, weil man sie mit der Zeit ganz automatisch erledigt. Zum Beispiel muss ich inzwischen morgens schon gar nicht mehr überlegen, was ich alles noch tun muss, bevor ich aus dem Haus stürmen muss. Die Liste (Wasserflasche füllen, Znüni einpacken, Schlüssel in den Rucksack packen, etc.) ist fix abgespeichert – ich muss mir schon kaum noch was dabei überlegen. Zusätzlich überlege ich mir, damit anzufangen, morgens im Bus jeweils die Französischwörter aus dem Übersetzungskurs zu lernen. Viel Zeit habe ich nicht, aber es reicht aus, um ein paar Wörter zu repetieren. Und weil ich es mir zur Routine gemacht habe, abends vor dem Schlafengehen noch kurz meinen Schreibtisch aufzuräumen, ist dieses Problem auch schon viel kleiner.
  2. Den Alltag nicht vergessen! Für mich ist es dieses Semester ganz neu, dass ich regelmässig selbst einkaufen muss. Es gibt keine Mama mehr, der ich einfach den Auftrag „ein Brot, Nutella, Mandeln, Äpfel“ geben kann. Ich muss das Zeug selbst erledigen. Deshalb binde ich auch Aufgaben wie Einkaufen oder Waschen in meinen Wochenplan ein. Einfach, weil es eben erledigt werden muss.
  3. Bewegung und Freizeit. Selbst wenn ich noch so viel Arbeit habe: Sport und Freunde treffen gehört einfach dazu. Der Montagabend ist bereits fix fürs Volleyball reserviert. Und selbst wenn ich meine Freundinnen jeweils nur einmal pro Woche für eine Stunde sehe, lasse ich mir diese eine Stunde nicht nehmen, denn auch Entspannung und Bewegung gehören dazu. Mir jedenfalls geht es um einiges besser, seit ich mich wieder regelmässig bewege (auch wenn’s manchmal nur die Treppe in den fünften Stock rauf ist).

Ich hoffe, das kann dem einen oder anderen von euch ein wenig dabei helfen, den Kopf über der Wasserlinie zu halten. Ich muss mich jetzt wieder meinem Studium und der Schule widmen.

Zurück aus der Sommerpause

Oder so… Von Sommer war hier in der Schweiz ja nicht viel zu spüren. Der letzte Monat ist irgendwie auch einfach an mir vorbeigezogen. Irgendwann kam mal noch die Note von der Bachelorarbeit – überraschend gut – und danach habe ich irgendwie abgeschaltet. Seit Ende Juli war ich zwar konstant beschäftigt, aber gemerkt, wie die Zeit vorbeiging, habe ich deshalb trotzdem nicht. Irgendwie geht mir auch erst jetzt so richtig auf, dass ja in vier Wochen schon Semesterstart ist und ich mir vielleicht so ganz langsam Gedanken darüber machen sollte, was im nächsten halben Jahr überhaupt läuft. Aber erstmal ein kleines Update, was mich den letzten Monat überhaupt vom Schreiben abgehalten hat:

Erstmal war eine Freundin aus Polen zu Besuch, mit der ich ein wenig die Schweiz (neu) entdeckt habe. Unter anderem waren wir zwei Tage in Lausanne – es war fantastisch! Als wäre ich nie weggewesen – am liebsten wär‘ ich auch gleich geblieben, ich liebe diese Stadt einfach. 

Dann musste ich packen – einmal für den Umzug nach Zürich und einmal fürs WWF-Lager Anfang August. Mein sonst schon winziges Zimmer war komplett zugestellt mit Kisten und meinem niegelnagelneuen 50l-Rucksack (der sich super bewährt hat). Eigentlich packe ich ja gerne, aber vor allem die Kisten haben mich irgendwie genervt. Vor allem war ich bis zum Schluss unsicher, was ich jetzt mitnehmen sollte und was nicht (ich habe auch schon wieder eine ziemlich lange Liste mit Dingen, die ich von zu Hause noch mitnehmen muss).

Dann war’s Zeit für eine Woche WWF-Lagerleitungskurs. Ich habe mich irgendwann letztes Semester dafür entschieden, diese Ausbildung zu machen und künftig WWF-Kinder- und Jugendlager zu leiten (wen’s interessiert: hier gibt’s Infos dazu), weil ich mal etwas anderes machen wollte. Und es war eine gute Entscheidung! Die Woche war irgendwie surreal, halb wie damals, als wir im Klöntal zwei Wochen lang „Schiitli-Vertschutte“ (ein bisschen wie Verstecken, nur cooler) gespielt haben und halb eine ganz intensive Ausbildung. Einerseits war ich danach ganz und gar kaputt und müde, andererseits wäre ich gern noch länger geblieben, einfach weil’s so schön war. Ich freue mich darauf, in Zukunft neben dem Studium noch etwas ganz anderes zu haben, und sei’s nur einmal im Jahr. Und wenn ich ehrlich bin: Es ist einfach toll, mal wieder wie die Kinder durch den Wald zu toben, Zwergenhäuser zu bauen und Salben aus selbstgesammelten Kräutern zu kochen. Das Lager war definitiv das Highlight des Sommers.

Ja, und dann kam auch schon der Umzugstermin. Leider war der Lift kaputt (ist er immer noch), sodass wir die Kisten alle in den fünften Stock schleppen durften. Zum Glück gibt’s Väter und Mitbewohner. Die letzte Woche war ich dann damit beschäftigt, mich hier einzugewöhnen. Ich habe acht Mitbewohner und bin die einzige Geisteswissenschaftlerin in der WG, zumindest bis jetzt. Im September kriegen wir vier neue Mitbewohner, von denen wir drei nicht kennen, weil sie von der Verwaltung zugewiesen werden (lange Geschichte). Deshalb ist’s auch ein wenig ungewohnt, aber das wird schon. Die Gegend ist jedenfalls toll, am Stadtrand von Zürich, mitten im Grünen und die Leute grüssen sogar auf der Strasse (!). Jap, es gefällt mir hier.

Und ja, bald fängt die Uni wieder an. Und weil am Montag Schulanfang war, fange ich diese Woche auch wieder an, Nachhilfekurse zu geben. Langweilig wird mir immer noch nicht, denn einer meiner Kurse dieses Jahr ist 10. Schuljahr und dafür muss ich die komplette Planung selbst machen. Eine echte Herausforderung! Aber darüber werde ich euch später berichten. 

Morgens um neun im Deutschen Seminar

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Da stehst du extra morgens um halb sechs auf, um an die Uni zu fahren, weil du jetzt ENDLICH den zweiten Italienischkurs machen willst und als du da bist erfährst du, dass die Einschreibung nicht geklappt hat und du doch nicht drin bist. Dumm gelaufen (vielleicht war ich auch nur zu doof, um die Anmeldung richtig auszufüllen, wer weiss).

Dafür war ich eine der ersten im Begegnungsraum des Deutschen Seminars (da ist es Anfang Semester zum Glück noch herrlich ruhig) und versuche jetzt seit einer Stunde, einigermassen konzentriert mit meiner Bachelorarbeit vorwärts zu machen, aber irgendwie scheint die Wirkung des Kaffees, den ich heute ausnahmsweise schon zum Frühstück hatte, schon wieder nachzulassen. Einen Punkt für den guten Willen werd‘ ich mir trotzdem vermerken. Und jetzt sollte ich weitermachen.

Einen guten Semesterstart wünsche ich übrigens, auch wenn’s schon etwas spät ist 😉

Studenten – ein Volk, das gerne jammert

Soo, nachdem ich mich jetzt drei Wochen lang gefragt habe, mit welchem Thema ich euch als nächstes quälen könnte, habe ich kurzerhand beschlossen, auch mal über ein etwas weniger ernstes Thema zu schreiben. Ich habe diesen Blog schliesslich gestartet, um Spass zu haben. Und wer will schon die ganze Zeit über so ernste Themen wie Lerntechniken und versaute Prüfungen schreiben geschweige denn so etwas lesen? Deshalb heute mal ein paar Beobachtungen gewissermassen von der Front.

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, wie gerne sich Studenten über etwas beklagen? Es gibt immer etwas, das an der Uni oder in unseren Privatleben zur Zeit im Argen liegt. Von den Arbeitsplätzen über die Dozenten bis zu den Seminararbeiten ist immer irgendetwas nicht in Ordnung. Bevorzugt jammern wir alle natürlich über Bologna. Man kann Bologna so ziemlich alles in die Schuhe schieben, was an der Uni nicht übermässig toll läuft. Zu viel Aufwand, zu wenig Zeit, zu viel Zeit (wobei das eher selten passiert), ungerechte Verteilung der Kreditpunkte, komische Auswüchse der Bürokratie und noch vieles mehr. Ein Wunder, dass das schlechte Mensa-Essen noch nicht mit Bologna in Verbindung gebracht wurde.

Letzteres ist übrigens aktuell mein persönliches Lieblings-Jammer-Thema (woran man auch erkennen kann, dass es mir studiumstechnisch im Moment sehr gut geht). So ziemlich jeder in meinem Umfeld weiss inzwischen, dass ich insbesondere die Vegi-Menüs völlig ideenlos und nicht besonders appetitanregend finde, dass ich inzwischen die Schnauze voll habe von Tofu und Ähnlichem und dass ich es für eine Zumutung halte, innerhalb von zwei Tagen einmal Bami Goreng und einmal Nasi Goren zu servieren, auch wenn es in zwei verschiedenen Mensen (aber immerhin beide im Hauptgebäude) war. So. Und ich entschuldige mich auch gleich bei denjenigen, die das gerade zum sechsten Mal gehört haben. Ich such mir jetzt auch gleich ein anderes Thema zum Jammern, versprochen.

Wenn ein paar Studis verschiedener Fachrichtungen zusammenkommen, dann geht oft so ein lustiger – oder auch tragischer – Wettkampf los, wer am meisten Aufwand und am wenigsten Freizeit und überhaupt das anstrengendste Studium hat. Wenn wir wollen, können wir wirklich unglaublich viel zu tun haben. Leselisten, Seminararbeiten, Vorträge, Gruppenarbeiten, Prüfungen und was alles noch. Dann müssen fast alle neben dem Studium noch arbeiten, was natürlich auch sehr zeitaufwändig ist. Es gibt unglaublich viel zu tun, für Freizeit bleibt da nur begrenzt Platz, wenn man sein Studium einigermassen seriös betreiben will. Und jeder hat noch ein bisschen mehr zu tun als der andere. Die Diskussion endet meistens mit dem ultimativen Killerargument: Im Vergleich zu den ETH-Studis haben gerade wir Sprachstudenten das, was man gemeinhin als „Schoggi-Läbä“ bezeichnet. Auch wenn mir die Uni eines meiner Lieblingshobbys, das Lesen, so ziemlich versaut hat (das ist dann aber wieder ein anderes Thema). Auch wenn ich manchmal nicht weiss, wie ich all die Bücher noch lesen soll, die der Prof uns empfiehlt (wie die meisten mache ich mir das Leben einfach: Ich lese sie einfach gar nicht). Auch wenn ich mich jeden Sommer frage, warum uns die Dozenten die Leseaufträge nicht schon zu Beginn der Semesterferien geben können, damit wir vorarbeiten können und im Semester etwas weniger Stress hätten (wir würden’s ja doch nicht tun). Vielleicht geht es uns wirklich zu gut.

Versteht mich nicht falsch: ich bin wirklich der Meinung, dass das Studium auch an der Uni mit einem enormen Aufwand verbunden ist und dass es ziemlich viele Dinge gibt, die man verbessern könnte und müsste. Aber die Fairness eines virtuellen Punktesystems oder die Fantasielosigkeit der Mensa-Köche sind nun einmal Luxus-Probleme. Was solls. Für heute hab ich genug gemeckert, jetzt sollte ich mich wieder meinen Leistungsnachweisen widmen. Oder so.