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Sommerferien in Sicht!

Gestern war der letzte Tag des Semesters. Der Studentenladen wurde von Jusstudenten überrannt, die unbedingt noch Prüfungsblöcke und Stifte und Lernkarten (was auch immer das so kurz vor den Prüfungen noch bringen soll) kaufen wollten. Immerhin hatte ich den ganzen Tag etwas zu tun. Und ich hätte ja eigentlich vorgehabt, meine Bachelorarbeit gestern ebenfalls abzugeben, aber das hat leider nicht funktioniert.

Nachdem meine Motivation wundersamerweise unter dem Zeitdruck wieder zurückgekehrt war und ich eine ganze Woche lang tagtäglich mindestens vier bis fünf Stunden an der Bachelorarbeit gesessen hatte (und dabei alles andere einfach mal vernachlässigt habe), war sie  am Montag vor einer Woche fertig. Ich hab sie zum Gegenlesen geschickt, eine Woche später waren die Korrekturen da und am letzten Montag auch schon eingearbeitet. Alles, was jetzt noch anstünde, ist ein letztes Mal durchlesen, ein paar Fehler eliminieren und dann ausdrucken und im Büro des Professors abgeben. Eigentlich. Aber am Dienstag habe ich erfahren, das mein Prof erst am 9. Juni wieder im Büro sein wird, ich also eh noch ein wenig warten kann mit der Abgabe und mit dieser Erkenntnis ist meine Motivation gleich wieder den Bach runter und ich habe mein Ziel wieder nicht erreicht. Also versuch‘ ich eben heute, das alles noch irgendwie fertig zu kriegen.

Allerdings sind die nötigen Korrekturen doch noch zahlreicher, als ich gehofft hatte. Da gibt’s überall ganz schreckliche Wiederholungen (mangels französischem Wortschatz) und immer wieder Grammatikfehler, die meinem Französischlehrer die Haare zu Berge stehen liessen. Ausserdem muss ich noch einen besseren Titel finden, der momentane kommt mir inzwischen etwas unpassend vor. Entsprechend werde ich wohl den ganzen Tag am Computer verbringen. Denn morgen ist fertig. Dann muss das Ding abgabebereit sein, nächste Woche habe ich keine Lust mehr, mich noch weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen – zwei Semester sind genug. Auch wenn im Moment noch im Stundentakt bahnbrechende (ähem) Erkenntnisse eintrudeln. Die schaffen’s dann eben nicht mehr in die Arbeit. 

Mein Zimmer gleicht übrigens im Moment einem Schlachtfeld. Vermutlich ist das immer so, wenn ich Arbeiten schreibe. Überall liegen Bücher (stapelweise) und Artikel, die nicht mehr in meinen Ordner passen (das Ding platzt aus allen Nähten) und irgendwo in dem Chaos habe ich sogar noch Seminarunterlagen vom letzten Semester gefunden. Die muss ich unbedingt noch einordnen, bevor ich mir Ferien gönnen kann. Immerhin ist langsam ein Ende in Sicht.

Hat jemand meine Motivation gesehen?

Ich schreibe ja gerne Seminararbeiten. Wirklich. Meine Familie glaubt mir das zwar nicht, weil ich regelmässig kurz vor dem Abgabetermin einen kleinen Nervenzusammenbruch erleide vor lauter Nervosität und Angst, ich könnte sie nicht rechtzeitig fertigkriegen (bzw. sie könnte meinen verdrehten Ansprüchen nicht genügen), aber es stimmt. Seminararbeiten sind viel spannender als Prüfungen. Ich mag es, ein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten, die Aspekte, die ich genauer betrachten will, selber zu bestimmen und mich mit Sekundärliteratur einzudecken, die ich dann doch nicht lese. Und ich mag es, mir meine eigenen Gedanken zu etwas zu machen. Seminararbeiten lassen einen (meistens) viel tiefer in eine Materie eintauchen als Prüfungen.

In den letzten fünf Jahren habe ich einige Seminararbeiten geschrieben, die meisten auch ziemlich erfolgreich. Ich kenne meine Arbeitsabläufe, habe mir einen guten Schlachtplan zurechtgelegt, der immer noch flexibel genug ist, um auch bei so störrischen Dingern wie dieser Bachelorarbeit zu funktionieren und kenne mich mit meinen eigenen Arbeitsweisen gut genug aus, um auch mal meinen inneren Schweinehund zu überlisten. Inzwischen weiss ich, dass es ganz normal ist, ein paar Wochen vor der Abgabe in ein kleines Motivationstief zu fallen. Danach kommt ein kleiner Panikschub und schwupps hab ich die Arbeit dann doch noch geschrieben. Als um Ostern herum das Tief kam, war ich also nicht weiter beunruhigt, tröstete mich damit, dass das eben dazu gehöre und versicherte mir selber, dass mir ja noch ein paar Wochen blieben. Bis jetzt ist meine Motivation aber immer noch nicht aus dem Urlaub zurück und langsam macht mir das wirklich Sorgen.

Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts gemacht hätte seit Ostern. Ich habe immerhin jetzt endlich die komplette Struktur mitsamt Notizen zum Inhalt und einem entsprechenden Citavi-File mit den nötigen Zitaten fertig, was aber bedeutet, dass ich die fünf Seiten, die ich schon geschrieben hatte, wieder komplett über den Haufen werfen kann. Macht ja nix, wenn ich richtig vorbereitet bin (was ich ja jetzt wäre), dann kann ich innerhalb von einem Tag notfalls auch mal zehn Seiten schreiben. Jap, inzwischen schaff‘ ich das. Ich kann mich nur nicht überwinden, endlich anzufangen, obwohl ich ja in zwei Wochen fertig sein wollte. Spätestens.

Also wenn jemand ein wenig Motivation und Disziplin für mich übrig hat, meldet euch bei mir. Bis dahin starre ich noch eine Weile meinen Bildschirm an, in der Hoffnung, die Arbeit könnte sich dann doch noch von selber schreiben.

Bachelorarbeit

Seit der letzten Studiengangsreform an der Uni Zürich (nein, zu diesem Thema lasse ich mich nicht mehr aus, ich habe mich schon genug aufgeregt), müssen wir ja auch an der Philosophischen Fakultät eine Bachelorarbeit schreiben – manche sogar zwei. Die Arbeit in Deutsch ist mir zum Glück erspart geblieben, aber in Französisch muss ich die jetzt noch machen und habe bis Mitte Juni Zeit dafür. Das Thema, das ich mir ausgesucht habe, lautet „Musique et poésie dans Rue Traversière et La Vie errante d’Yves Bonnefoy“. Ja, sie ist auf Französisch und nein, Yves Bonnefoy ist kein Autor, den man unbedingt kennen muss. Ausser vielleicht, man studiert Französisch an der Uni Zürich ;-).

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Schon letztes Semester habe ich ja theoretisch mit dieser Arbeit angefangen. Faktisch habe ich mich aber erst im Januar wirklich hingesetzt, um mal all die Bücher, die ich aus der Bibliothek ausgeliehen hatte, durchzublättern und den einen oder anderen Artikel zu lesen. Und als das Semester dann begonnen hat, ging’s so richtig los. Seitdem sitze ich (fast) täglich in der Bibliothek, um irgendwelche Artikel zum Thema oder zu Yves Bonnefoy (oder noch besser: seine eigenen Essais) zu lesen. Die Primärtexte habe ich inzwischen durch, langsam sollte ich mich also an die Analyse machen können. Leider harzt das noch etwas – moderne Poesie scheint doch nicht so ganz mein Ding zu sein. Aber ich werd‘ mich da schon irgendwie durchbeissen.

Nun ist das Problem, dass der Professor, der meine Arbeit betreut, selber so der Typ ist, der scheinbar hunderte von Büchern aus dem Stehgreif zitieren kann und von Yves Bonnefoy kennt er, so habe ich zumindest das Gefühl, einfach alles. Alles, was er je verfasst hat (und das ist eine ganze Menge) und alles, was je über ihn geschrieben wurde. Selbst das nicht publizierte Zeug. Zudem steht er in persönlichem Kontakt mit Bonnefoy, was ich zum Glück noch nicht wusste, als ich mir das Thema ausgesucht habe, sonst hätte ich wohl aus lauter Angst etwas anderes gemacht. Für mich heisst das aber, dass ich mich, perfektionistisch wie ich bin, fast dazu verpflichtet fühle, so viel wie möglich zu lesen. Ich sauge im Moment alles in mich auf, was ich in die Finger kriege und versuche parallel dazu, eine Struktur für meine Arbeit zu entwickeln. Ersteres klappt relativ gut, letzteres nicht so sehr.

Im Moment ist das Problem in erster Linie, dass ich noch nicht so ganz begriffen habe, worin denn jetzt die Verbindung zwischen „poésie“ nach Bonnefoys Definition und „musique“ überhaupt besteht und insbesondere, welche Einflüsse das letztendlich auf sein Werk hat. Das heisst, ein paar Ideen habe ich schon, aber noch keine Ahnung, wie ich das in eine Arbeit packen und wie ich auf dieser Basis die Primärtexte analysieren soll. Ich arbeite mich also häppchenweise vor und versuche, in dem Ganzen nicht den Blick aufs Ziel zu verlieren. Strategie? Lesen, lesen, lesen. Wenn ich eine Idee habe, in mein hübsches kleines Bachelorarbeit-Heft schreiben. Alle Zitate in einer Citavi-Datei abspeichern (und hoffen, dass ich nichts vergesse). Parallel dazu versuchen, ein Mindmap zu erstellen (klappt nur nicht besonders gut, das Ding ist ziemlich leer). Und den Kopf nicht verlieren. Klappt schon.

Tipps & Tricks #4: Citavi

Heute möchte ich euch ein Programm vorstellen, von dessen Existenz ich zwar schon seit meinem ersten Semester wusste, das ich aber bislang nicht genutzt habe  – leider. Denn eigentlich ist es eine echt geniale Sache.

Citavi ist ein Programm zur Literaturverwaltung, das aber über das Erstellen von automatischen Bibliographien weit hinausgeht. Grundsätzlich geht es einmal darum, Titel von Büchern und Artikeln, die man für eine Seminararbeit braucht, zu erfassen und daraus dann eine automatische Bibliographie zu erstellen (was bei mir aber leider noch nicht so ganz klappt). Die Titel kann man dann auch problemlos mit den Angaben zum Standort in einer Bibliothek ergänzen, man kann die Titel untereinander verknüpfen, indem man angibt, wenn ein Werk auf ein anderes verweist oder indem man Bücher mit demselben Thema die gleichen Schlagworte zuordnet.

Das ist ja alles praktisch und so, werdet ihr jetzt sagen, aber eigentlich brauche ich dazu doch kein eigenes Programm, das kann ich auch in einem Word-Dokument oder notfalls von Hand erledigen. ABER: Ein typisches Problem, das ich schon seit Studiumsbeginn bei meinen Seminararbeiten hatte, war, dass ich immer extrem viel Zeit damit vergeudet habe, in meinen Notizen nach dem Nachweis für diese oder jene Idee und für dieses oder jenes Zitat zu suchen. Auch das Erstellen der Bibliographie dauerte in der Regel ewig, weil ich ganz bestimmt bis zum Abgabetermin schon ein paar Bücher wieder hatte in die Bibliothek zurückbringen müssen und vergessen hatte, mir die genauen Angaben aufzuschreiben. Ein viel zu grosser Teil der Zeit, die ich zum Schreiben zur Verfügung hatte, ging also für Dinge drauf, die man ganz einfach hätte vermeiden können.

Für meine Bachelorarbeit habe ich jetzt angefangen, alle Werke, die mir praktisch scheinen oder die ich tatsächlich schon konsultiert habe, in einem eigenen Citavi-Projekt anzulegen. Die Titel kann man von Hand anlegen oder direkt aus dem Bibliothekskatalog importieren, was zwar viel Zeit spart, hin und wieder aber auch etwas mühsam ist, weil dann je nachdem zu viele oder zu wenige Informationen vorhanden sind, die man dann doch noch von Hand ergänzen oder löschen muss. Praktisch finde ich aber, dass man die Titel in Kategorien einteilen und so schon von Anfang an die Unterscheidung in Primär- und Sekundärliteratur machen kann. Wenn ich Bücher, die ich auf meiner Liste habe, dann tatsächlich in der Bibliothek holen möchte, kann ich mir einfach eine Literaturliste mit diesen Titeln ausdrucken und brauche nicht noch einmal die Signaturen herauszusuchen.

Wenn ich einen Artikel oder lese, kann ich gleich die jeweiligen Zusammenfassungen und Zitate verknüpft mit dem Titel abspeichern. Wenn man dann alle Notizen und Zitate noch mit Schlagwörtern versieht, kann man dann alle Zitate zu einem bestimmten Thema in einer Liste anzeigen lassen und man muss nicht erst in den Notizen zu allen Texten danach suchen. Oder ich kann mir einfach die Liste mit den Zitaten aus einem bestimmten Text ansehen. Gerade die Möglichkeit, Zitate mit Schlagwörtern zu versehen, finde ich ungemein praktisch. Wenn ich dann zu einem bestimmten Aspekt meiner Arbeit noch einmal nachlesen will, was ich in der gesamten Sekundärliteratur dazu habe, brauche ich dazu nur noch zwei Klicks statt eine mühsam von Hand erstellte Zusammenfassung.

Citavi

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Ich bin mir sicher, dass dieses Programm noch viele andere Funktionen hat, von denen ich bis jetzt einfach noch nichts weiss. Ich habe aber gerade heute eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten mit Citavi entdeckt, die ich mir in einer ruhigen Minute mal ansehen werde.

Wie sind eure Erfahrungen mit Literaturverwaltungsprogrammen? Welche verwendet ihr? Und seid ihr damit zufrieden?

Für die, die Citavi mal ausprobieren möchten: Hier kann man sich eine Gratis-Version mit beschränkten Möglichkeiten downloaden. Informiert euch auch mal bei euch an der Uni, viele Universitäten bieten für einige Programme kostenlose Lizenzen für Studierende an. Für die Uni Zürich kann man diese Lizenzen auf der Seite der Informatikdienste finden.

Hallo Zwischensemester

Unglaublich, die ersten zwei Wochen des Jahres 2014 sind auch schon wieder vorbei. Das Herbstsemester ist endlich abgeschlossen, die letzten Arbeiten abgegeben und die ersten Noten liegen vor. Das Frühlingssemester – mein allerletztes Bachelorsemester – kann also kommen. Weil ich für meinen Abschluss keine Lehrveranstaltungen mehr brauche, sondern nur noch eine Bachelorarbeit schreiben muss, wird dieses Semester Uni-technisch nicht besonders viel los sein. Stattdessen werde ich etwas mehr arbeiten und vielleicht endlich mal ein paar von den Reisen machen, die ich schon lange vor mir herschiebe.

Letzte Woche habe ich angefangen, zu arbeiten. Bis zu den (glarner) Sportferien mache ich eine Vertretung als Sport- und Handarbeitslehrerin. Wer mich ein wenig kennt, weiss, dass ich zwar nicht völlig unsportlich bin und hin und wieder auch mal was stricke, aber ausgerechnet diese zwei Fächer zu unterrichten schien mir am Anfang doch ziemlich komisch. Ich hab’s trotzdem gewagt. Die letzte Woche war dann ziemlich intensiv. Es sind zwar nicht viele Lektionen, die ich unterrichte, aber bereite mal ohne Vorgaben und ohne zu wissen, was die Schüler überhaupt können, ein Handarbeitsprojekt vor, das auch noch innerhalb von drei Wochen fertig sein muss. Zum Glück hat meine Schwester im Sommer die Ausbildung zur Sekundarschullehrerin begonnen und kann mich hin und wieder mit ein paar Tipps unterstützen. Danke Schwesterherz :-*

Und dann kam Donnerstag noch eine Anfrage für einen Nachhilfekurs in Zürich rein. Im Moment ist also nichts von Semesterferien zu spüren und meine Pläne, mich im Januar erstmal voll und ganz meiner Bachelorarbeit zu widmen, sind auch schon wieder dahin. Nächste Woche muss ich aber endlich mal anfangen, zu lesen und meine Fragestellung ausarbeiten. Sonst sehe ich mich kurz vor der Abgabe wieder meine Familie in den Wahnsinn treiben, weil ich Panik habe, die Arbeit nicht rechtzeitig fertigzukriegen.

Das Frühlingssemester wird also insbesondere eine Herausforderung an meine Planungsfähigkeiten. Einen Italienischkurs möchte ich ja auch noch machen (dafür müsste ich allerdings nochmals die Unterlagen vom ersten Kurs durchgehen 😉 ) und vielleicht noch in die eine oder andere Vorlesung einfach so zum Spass besuchen. Langweilig wird mir dieses Semester ganz bestimmt nicht.