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Kreative Chaoten – erster Eindruck

Ich habe euch ja vor kurzem davon berichtet, dass ich bei meinem Vater ein Buch zum Zeitmanagement für sogenannte Kreative Chaoten gefunden habe, das ich in nächster Zeit mal durcharbeiten will. Dieses Wochenende habe ich mich mal drangesetzt und weil ich das Buch irgendwann einmal schon zu lesen angefangen hatte und den Selbsttest auch schonmal spasseshalber durchgearbeitet habe, dachte ich mir, ich fange einfach mal in der Mitte bei den Werkzeugen fürs Zeitmanagement an. Dabei habe ich festgestellt, dass das Ganze doch etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Zunächst einmal: Was sind Kreative Chaoten überhaupt? Cordula Nussbaum nennt so „Rechtshirner“, das heisst Menschen, die eher von ihrer rechten, kreativen, musikalisch-künstlerischen und emotionalen Gehirnhälfte gesteuert sind. Diese Menschen haben oft Mühe, sich zu organisieren, pünktlich zu sein, sie vergessen Aufgaben, weil sie ständig sieben Dinge gleichzeitig machen und haben Mühe, bei der Sache zu bleiben. Nussbaum zeigt in ihrem Buch Wege und Mittel auf, wie sich diese Menschen effektiv organisieren können, ohne dabei auf ihre Kreativität verzichten zu müssen.

Zunächst dachte ich ja: „Kreativer Chaot? Das trifft ja wohl kaum auch mich zu.“ Ich habe mich immer für einen gut organisierten Menschen gehalten, habe in den letzten Jahren gelernt, mich dank meiner Agenda an (fast) alle Termine zu halten und so etwas wie zu spät kommen liegt für mich aus Prinzip nicht drin. Auch Unordnung finde ich etwas grässliches. Aber Tatsache ist ebenfalls, dass ich zwar logisch denken kann, es aber meistens nicht freiwillig tue. Oder wenn ich es versuche und Logik als Leitstern beim Aufräumen benutze, dann finde ich mein Zeug nicht mehr, weil es nicht da ist, wo ich es intuitiv versorgen würde. Ausserdem reicht Ordnung alleine mir als Ansporn nicht, da muss schon mehr für mich rausspringen. Und wenn ich Termine nur mir gegenüber einhalten muss, dann verpasse ich sie meistens. Ich krieg das fast nur hin, wenn ich mich mit jemandem treffe oder jemandem erzähle, dass ich dieses oder jenes bis dann erledigt haben will. Mit ein Grund, warum ich diesen Blog gestartet habe: Ich find’s peinlich, wenn ich zugeben muss, dass ich die Vorsätze, die ich öffentlich gemacht habe, dann doch nicht einhalten kann.

Deshalb habe ich gedacht, dass diese Zeitmanagement-Dinge mir wohl doch etwas nützen könnten, und wenn es nur kleine Schritte sind, die ich vorwärts mache. Folgende Tipps habe ich für mich als Ideen für die nächste Zeit mal herausgesucht:

  •  To Do’s flexibel gestalten: Statt einer fixe To Do-Liste eine Post-it-Sammlung mit den aktuellen Aufgaben machen. An diesen Tipp halte ich mich nur teilweise, da es Aufgaben gibt, die ich tatsächlich in einer ganz bestimmten Woche oder an einem bestimmten Tag erledigt haben muss. Die schreibe ich dann entweder direkt in die To Do-Liste der aktuellen Woche oder sogar in den Kalender beim entsprechenden Tag.
  • Wenn möglich, „Auswärtstermine“ auf einen Tag legen. Das heisst, dass ich versuche, möglichst alle Termine, für die ich aus dem Haus muss oder die mich vom Arbeiten für die Uni abhalten, auf einen Tag zu legen. Ganz einfach und irgendwie wirklich effektiv. So werden weniger Tage auseinander gerissen und ich kann stattdessen auch mal einen ganzen Tag in die Bachelorarbeit investieren.
  • Routinen erleichtern den Alltag: Ich hatte ja mal gesagt, dass ich Routinen nicht so toll finde und es definitiv nicht ausstehen kann, wochenlang am gleichen Ort zu arbeiten. Lustigerweise habe ich aber dieses Semester noch sehr selten das Deutsche Seminar gemieden und habe anderswo gelernt. Tatsächlich habe ich inzwischen das Gefühl, dass es gar nicht so schlecht ist, morgens immer zur gleichen Zeit aufzustehen, an die Uni zu fahren und mich an meinen „angestammten“ Platz zu setzen (der immerhin von Woche zu Woche ändert). Ich muss mich nicht auf einen neuen Ort einstellen und kann in der Regel relativ konzentriert arbeiten, weil ich den Ort und die Leute, die dort ein- und ausgehen schon relativ gut kennen.
  • Jeden Abend den kommenden Tag bzw. jeden Sonntag die kommende Woche planen. Das ist bei mir wohl das grösste Problem. Insbesondere den Ausblick auf die Woche vergesse ich oft und dabei gehen hin und wieder auch wichtige Dinge vergessen, die ich dann extrem kurzfristig noch erledigen muss. Also werde ich in Zukunft versuchen, daraus eine Routine zu machen.

Es gäbe noch einiges mehr, was man allein schon aus dem einen Kapitel herausholen könnte, aber für den Anfang müssen es diese Dinge sein. Wenn ihr Mühe mit der Zeitplanung habt und denkt, ihr könntet Kreative Chaoten sein, kann ich euch das Buch wirklich wärmstens empfehlen! Zum Einstieg könnt ihr sonst auch mal in den Podcast von Cordula Nussbaum reinhören.