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Tipps & Tricks #5: Memory Cartoons

Da ich im Moment mitten in den Prüfungsvorbereitungen stecke, wird das heute nur ein kleiner Post zu etwas, das im Moment für mich gerade hochaktuell ist. Ich habe für die Prüfung in Pädagogischer Psychologie angefangen, die verschiedenen Lerntechniken endlich zu nutzen, die mir schon seit Jahren immer wieder als besonders vorteilhaft angepriesen wurden, die ich aber aus Faulheit oder Mangel an Zeit oder weil es anstrengend gewesen wäre, sie zu lernen, konsequent ignoriert habe. Ich habe mir gesagt, dass ich wohl kaum noch eine eindeutigere Einladung erwarten könne als die 217 Folien der Übersicht, die wir (mehr oder weniger) lernen sollten.

Also zu den Memory-Cartoons: Die Methode wurde von Verena Steiner entwickelt, eine Autorin, die ich nur weiterempfehlen kann! Sie war Professorin an der ETH Zürich und hat in den letzten Jahren ein paar Bücher zu Lern- und Arbeitsstrategien geschrieben, die wirklich gut sind – in meinem Regal finden sich Exploratives LernenLernpower und seit Kurzem auch Sprachen lernen mit Power (ich bin noch nicht dazu gekommen, es durchzulesen, aber es macht einen wirklich guten Eindruck), alles tolle Bücher, die vor allem mit sehr praktischen Tipps und konkreten Vorgehensweisen zur Umsetzung aufwarten. Die Memory Cartoons stammen aus dem Buch Lernpower.

Das Prinzip ist einfach: Es ist eine Verknüpfung von Mind Mapping (meine Begeisterung dafür habe ich euch ja schon mitgeteilt) und Loci-Methode. Statt dass ihr euer Mind Map nämlich auf ein weisses Blatt Papier zeichnet, nehmt ihr ein Bild (ich finde schwarz-weiss und möglichst ohne zu viele ausgefüllte Flächen am besten) und zeichnet euer Mind Map da rein. Am besten natürlich nicht wild und ohne jeglichen Plan, sondern indem ihr bewusst bestimmte Orte auf dem Cartoon für eure „Äste“ auswählt. Das hilft anschliessend dabei, das Mind Map auswendig zu lernen (weil ich weiss, „Verstärkung“ sitzt auf dem Po der Katze und die „Reize“ sind im Ohr). Das könnte dann zum Beispiel so aussehen:

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oder so:

wpid-dsc_0494-1.jpgDass ich bei beiden Cartoons Katzen ausgewählt habe, ist eigentlich eher ein Zufall. Im Prinzip würde das Ganze auch mit Asterix, Calvin & Co. funktionieren. Verena Steiner schlägt vor, sich ein Malbuch zu besorgen und die Seiten auf A3-Format zu kopieren, um die Mind Maps dann darauf zu machen. Meine Varianten sind jetzt auf A4-Format geschrieben, weil ich finde, dass das für meinen Zweck reicht und ich keinen A3-Drucker zu Hause habe. Ich finde, die Methode hat was – vor allem macht es irgendwie Spass, lustige Figuren zu suchen und die dann mit Notizen vollzukritzeln. Folgendes habe ich schon herausgefunden:

  • lustige Bilder erhöhen den Spass- und den Merkeffekt (Grundprinzip beim Lernen mit Schlüsselwörtern und Geschichten: lustige Bilder entwickeln!)
  • Es hilft, sich schon zum Voraus zu überlegen, was alles in die Mind Map gehört. Beim zweiten Bild habe ich zum Beispiel sehr bewusst diese Katze ausgewählt, weil sie schon zwei und drei „Äste“ hatte (Vorderpfoten bzw. Hinterpfoten + Schwanz) und ich genau so etwas gebraucht habe.
  • logische (oder auch unlogische) Überlegungen bei der Platzierung von bestimmten Ästen können beim Lernen helfen. Dass „Reize“ auf dem Ohr der Katze sitzt, kann ich mir gut merken, weil das Ohr ja ein Empfänger für Reize ist. So einfach ist das. Versucht einfach, Verknüpfungen zwischen dem Ort und dem dort platzierten Stichwort zu erstellen – egal, wie doof sie sind. Ihr braucht sie ja niemandem mitzuteilen.
  • Das Suchen nach Cartoons via Suchmaschinen ist ein perfekter Prokastrinations-Grund. Also legt euch in einer ruhigen Minute mal eine kleine Sammlung an, damit ihr nicht eure wertvolle Lernzeit vergeudet 😉
  • theoretisch könnten Farben helfen, den Merkeffekt noch etwas zu verbessern. Bis jetzt habe ich das aber noch nicht ausprobiert.

Wenn jemand von euch die Methode schon kennt oder jetzt ausprobiert, lasst mir doch einen Kommentar da und sagt mir, was ihr davon hält! Ich freue mich schon auf eure Rückmeldungen 🙂

Nachtrag: Hier findet ihr noch die Kolumne von Verena Steiner im Tagesanzeiger, in der sie die Memory-Cartoons vorstellt.

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Chaos

Wenn das Chaos in meinem Zimmer/auf meinem Schreibtisch jeweils proportional zum Stress vor einer Prüfung oder Abgabe ansteigt, dann ist die Tatsache, dass ich meinen Arbeitsplatz heute chaosbedingt vom Schreibtisch aufs Bett verlegen musste, wohl ein schlechtes Zeichen…

Prüfungsvorbereitung Pädagogik

Es gibt solche Tage – und heute ist so einer – wo ich mich frage, wie ich mit so guten Noten durchs Gymnasium gekommen bin. Gerade versuche ich, mich auf die Prüfung in Pädagogischer Psychologie vorzubereiten und ich habe das Gefühl, meine Lerntechniken sind nirgendwo. Ich versuche gerade, die Leitfragen zur Vorlesung durchzuarbeiten, aber Durchhalten war noch nie meine grosse Stärke und irgendwie habe ich das Gefühl, ich werde so nie rechtzeitig mit der Vorbereitung fertig.

Ausserdem habe ich gestern mal wieder Verena Steiners Buch Lernpower hervorgeholt und wollte im Anschluss natürlich sofort die Memorisierungstechniken, die sie vorschlägt, ausprobieren (Loci-Methode, Schlüsselwort-Methode, Memory Cartoons). Dabei ist mir wieder klar geworden, warum ich mich mit keiner dieser Lerntechniken wirklich anfreunden konnte: Es ist unglaublich anstrengend! Ich habe meine halbe Mittagspause damit verbracht, irgend ein Bild, eine Geschichte oder ein Wort aus den Begriffen Diagnose, Intervention, Prävention, Beratung und Evaluation zu basteln (das sind die Aufgabenbereiche der Pädagogischen Psychologie), aber irgendwie bin ich blockiert, sobald ich so etwas versuche. Es heisst zwar immer, wenn man das ein paar Mal gemacht hat, dann wird es immer einfacher. Mein Problem ist aber, dass ich gar nicht erst zu diesen paar Mal komme, sondern immer gleich am Anfang stehen bleibe.

Ausserdem finde ich es gar nicht so leicht, zu wissen, was ich auswendig können muss. Es heisst immer, wir müssten vor allem Zusammenhänge verstehen und Praxisbeispiele finden können, aber wie sollen wir das tun, wenn wir die Basisbegriffe nicht beherrschen? Und welches sind überhaupt die Basisbegriffe? Mann, Prüfungsvorbereitung ist irgendwie doof, wenn man sie so allein macht. Vielleicht sollte ich mir in Zukunft doch besser wieder Lerngruppen suchen…

Immerhin etwas habe ich in dieser Vorlesung so gemacht, dass ich zufrieden bin mit mir selbst: Meine Notizen. Ich habe mal versucht, etwas kreativer zu sein und eher mit visuellen Elementen zu arbeiten, weil ich sehr gut auf Farben und Formen reagiere (deshalb auch meine Begeisterung für Mind Maps). Und ich glaube, in den meisten Vorlesungen ging das ganz gut. Hier mal zwei kleine Kostproben davon:

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Gedächtnistypen

Vorlesungsnotizen Piaget

Vorlesungsnotizen Piaget

Jedenfalls werde ich mich jetzt weiterhin mit den Leitfragen beschäftigen. Ich finde das eine gute Möglichkeit, zu überprüfen, ob ich den Inhalt der Vorlesung auch wirklich verstanden habe und Wissenslücken zu entdecken. Vielleicht kann ich dann nächsten Montag in der Fragestunde auch noch die eine oder andere Frage stellen. 🙂

Lerntipps auf Youtube

Wo kriegt man gute Ideen und Informationen zum Lernen und Studium allgemein her? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer wieder, vor allem aus persönlichem Interesse, aber auch für diesen Blog. Eine gute Quelle, auf die ich schon vor einer Weile gestossen bin, ist der Youtube-Kanal des Long Beach City College. Dort gibt es unter anderem Videos zu Workshops wie „Taking Better Lecture Notes“ oder „Great Ways To Study„. Ich finde, der Dozent hat eine sehr angenehme Art, die Lerntipps rüberzubringen. Und sein Englisch ist meiner Meinung nach sehr gut verständlich, sogar für nur Hollywood-Englisch-Erprobte wie mich. Doppelter Pluspunkt also. Die Videos sind meistens 45 Minuten lang, entsprechen also einer Uni-Lektion. Das ist viel Zeit, ich weiss, und es wird noch viel länger, wenn man, wie ich, hin und wieder auf „Pause“ drückt, um Notizen zu machen (ich wünschte, so einen Knopf gäbe es auch für manche Profs). Aber ich habe ein weniger schlechtes Gewissen, meine Zeit mit so einem Video zu „verplempern“, als irgendwelche Serien zu schauen.

Als Einstieg eignet sich besonders das Video „Habits of Successful College Students„. Es zeigt einige Gewohnheiten auf, die man eigentlich als selbstverständlich erachten könnte, die aber immer wieder vergessen gehen und die, auch wenn man sie nicht alle zu hundert Prozent einhält, schon sehr viel zu einem erfolgreichen Studium beitragen können. Insbesondere Punkt eins, das Studium wie einen richtig wichtigen (und gut bezahlten) Job betrachten, geht bei mir immer wieder vergessen. Ich muss mich manchmal richtiggehend zwingen, das Studium nicht als Zwang zu erachten, sondern als Geschenk und als mein eigener Wunsch. Im Grunde zwingt mich ja niemand ausser mir selbst, das durchzuziehen. Es ist gut, hin und wieder daran erinnert zu werden, denn es macht das ganze Studium zwar nicht einfacher, aber ist doch eine starke Motivation, Zeit zu investieren, obwohl doch all die anderen Dinge so verlockend wären.

Wenn ihr also mal ein wenig Zeit zu verplempern habt oder einfach eine Ablenkung braucht, aber Fernsehen mit einem schlechten Gewissen verbunden wäre, schaut da mal rein – es lohnt sich! Und lasst mich wissen, ob ihr noch mehr solche Tipps wollt. Für Feedback bin ich immer dankbar 🙂