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Prüfungsvorbereitung Pädagogik

Es gibt solche Tage – und heute ist so einer – wo ich mich frage, wie ich mit so guten Noten durchs Gymnasium gekommen bin. Gerade versuche ich, mich auf die Prüfung in Pädagogischer Psychologie vorzubereiten und ich habe das Gefühl, meine Lerntechniken sind nirgendwo. Ich versuche gerade, die Leitfragen zur Vorlesung durchzuarbeiten, aber Durchhalten war noch nie meine grosse Stärke und irgendwie habe ich das Gefühl, ich werde so nie rechtzeitig mit der Vorbereitung fertig.

Ausserdem habe ich gestern mal wieder Verena Steiners Buch Lernpower hervorgeholt und wollte im Anschluss natürlich sofort die Memorisierungstechniken, die sie vorschlägt, ausprobieren (Loci-Methode, Schlüsselwort-Methode, Memory Cartoons). Dabei ist mir wieder klar geworden, warum ich mich mit keiner dieser Lerntechniken wirklich anfreunden konnte: Es ist unglaublich anstrengend! Ich habe meine halbe Mittagspause damit verbracht, irgend ein Bild, eine Geschichte oder ein Wort aus den Begriffen Diagnose, Intervention, Prävention, Beratung und Evaluation zu basteln (das sind die Aufgabenbereiche der Pädagogischen Psychologie), aber irgendwie bin ich blockiert, sobald ich so etwas versuche. Es heisst zwar immer, wenn man das ein paar Mal gemacht hat, dann wird es immer einfacher. Mein Problem ist aber, dass ich gar nicht erst zu diesen paar Mal komme, sondern immer gleich am Anfang stehen bleibe.

Ausserdem finde ich es gar nicht so leicht, zu wissen, was ich auswendig können muss. Es heisst immer, wir müssten vor allem Zusammenhänge verstehen und Praxisbeispiele finden können, aber wie sollen wir das tun, wenn wir die Basisbegriffe nicht beherrschen? Und welches sind überhaupt die Basisbegriffe? Mann, Prüfungsvorbereitung ist irgendwie doof, wenn man sie so allein macht. Vielleicht sollte ich mir in Zukunft doch besser wieder Lerngruppen suchen…

Immerhin etwas habe ich in dieser Vorlesung so gemacht, dass ich zufrieden bin mit mir selbst: Meine Notizen. Ich habe mal versucht, etwas kreativer zu sein und eher mit visuellen Elementen zu arbeiten, weil ich sehr gut auf Farben und Formen reagiere (deshalb auch meine Begeisterung für Mind Maps). Und ich glaube, in den meisten Vorlesungen ging das ganz gut. Hier mal zwei kleine Kostproben davon:

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Gedächtnistypen

Vorlesungsnotizen Piaget

Vorlesungsnotizen Piaget

Jedenfalls werde ich mich jetzt weiterhin mit den Leitfragen beschäftigen. Ich finde das eine gute Möglichkeit, zu überprüfen, ob ich den Inhalt der Vorlesung auch wirklich verstanden habe und Wissenslücken zu entdecken. Vielleicht kann ich dann nächsten Montag in der Fragestunde auch noch die eine oder andere Frage stellen. 🙂

Die Motivation ist zurück!

… und bringt mich schon wieder in die Bredouille. Aber von Anfang an:

Seit Anfang Semester bin ich konstant im Begeisterungs-Modus. Neben der Tatsache, dass ich mich bei den meisten Vorlesungen und Seminaren kaum überwinden muss, um etwas dafür zu tun, sondern im Gegenteil mal wieder so richtig neugierig und vor allem wissbegierig bin, bin ich auch sonst unglaublich aktiv. Heute Morgen bin ich tatsächlich um sieben los und bin eine Runde um den Katzensee gejoggt. Am Montag gehe ich normalerweise ins Volleyball und am Mittwoch ins Yoga, was sporttechnisch ein Rekord für mich ist (zumindest über die letzten fünf Jahre betrachtet). Und dann gehe ich auch noch einmal pro Woche auf den Markt, um mich mit frischem Gemüse einzudecken, habe seit Semesterstart kein einziges Mal Spaghetti mit Pesto oder Tomatensauce gegessen, sondern immer irgendetwas mit Gemüse oder so gekocht (und dabei noch meistens vegan! Bis auf ein paar Eier, denen ich nicht widerstehen konnte…). Und heute Morgen nach dem Joggen habe ich schon zum zweiten Mal selber Knuspermüsli gemacht. Ich bin richtig stolz auf mich.

Nun aber zum problematischen Teil dieser Motivation: In den letzten paar Semestern hatte ich die Devise, dass ich nach neun Uhr abends nichts mehr für die Uni mache, ausser, es sei wirklich dringend. So habe ich fast immer genügend Schlaf gekriegt und kam dank der Tatsache, dass ich nur wenige Kurse belegt hatte, trotzdem mit der Arbeit hinterher. Dieses Semester klappt das mit nach neun Uhr nicht mehr arbeiten nur schon deshalb nicht mehr, weil ich abends spät nach Hause komme (in der Regel frühestens um halb sieben) und dann erst noch etwas kochen muss/will (weil ein Mal pro Tag warm essen und so). Wenn dann noch Mitbewohner in der Nähe sind, mit denen man eben gerne mal ein bisschen quatscht, dann ist es ruckzuck acht Uhr und schon wird es schwierig, vor neun überhaupt etwas erledigt zu haben. Gleichzeitig bin ich aber bis jetzt sehr stur darin, dass ich alles richtig machen möchte, also die Texte auch verstehen und mir die wichtigsten Aspekte tatsächlich merken will.

Dazu kommt, dass ich ständig und überall Anzeigen für Theatervorführungen, Opern, Konzerte und andere Veranstaltungen sehe, bei denen ich denke „das muss ich unbedingt sehen!“. Hätte ich die Energie und vor allem die Zeit (den Faktor Geld klammern wir mal grosszügig aus), würde ich wohl mindestens zwei Mal pro Woche entweder im Schauspiel- oder im Opernhaus sitzen und mir irgendein interessantes Stück ansehen.

Grosses Dilemma also. Aber um ehrlich zu sein finde ich es gar nicht so schlimm. Manchmal staune ich über mich selber, dass ich so viel Elan für meine Vorlesungen und Seminare aufbringen kann. Das hat mir die letzten paar Jahre ziemlich gefehlt. Also werde ich mich einfach Kopf voran in die Arbeit stürzen und sehen, was dabei rauskommt. Auf jeden Fall werde ich mich gut organisieren müssen. Aber ich freu mich richtig drauf!

Sommerferien in Sicht!

Gestern war der letzte Tag des Semesters. Der Studentenladen wurde von Jusstudenten überrannt, die unbedingt noch Prüfungsblöcke und Stifte und Lernkarten (was auch immer das so kurz vor den Prüfungen noch bringen soll) kaufen wollten. Immerhin hatte ich den ganzen Tag etwas zu tun. Und ich hätte ja eigentlich vorgehabt, meine Bachelorarbeit gestern ebenfalls abzugeben, aber das hat leider nicht funktioniert.

Nachdem meine Motivation wundersamerweise unter dem Zeitdruck wieder zurückgekehrt war und ich eine ganze Woche lang tagtäglich mindestens vier bis fünf Stunden an der Bachelorarbeit gesessen hatte (und dabei alles andere einfach mal vernachlässigt habe), war sie  am Montag vor einer Woche fertig. Ich hab sie zum Gegenlesen geschickt, eine Woche später waren die Korrekturen da und am letzten Montag auch schon eingearbeitet. Alles, was jetzt noch anstünde, ist ein letztes Mal durchlesen, ein paar Fehler eliminieren und dann ausdrucken und im Büro des Professors abgeben. Eigentlich. Aber am Dienstag habe ich erfahren, das mein Prof erst am 9. Juni wieder im Büro sein wird, ich also eh noch ein wenig warten kann mit der Abgabe und mit dieser Erkenntnis ist meine Motivation gleich wieder den Bach runter und ich habe mein Ziel wieder nicht erreicht. Also versuch‘ ich eben heute, das alles noch irgendwie fertig zu kriegen.

Allerdings sind die nötigen Korrekturen doch noch zahlreicher, als ich gehofft hatte. Da gibt’s überall ganz schreckliche Wiederholungen (mangels französischem Wortschatz) und immer wieder Grammatikfehler, die meinem Französischlehrer die Haare zu Berge stehen liessen. Ausserdem muss ich noch einen besseren Titel finden, der momentane kommt mir inzwischen etwas unpassend vor. Entsprechend werde ich wohl den ganzen Tag am Computer verbringen. Denn morgen ist fertig. Dann muss das Ding abgabebereit sein, nächste Woche habe ich keine Lust mehr, mich noch weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen – zwei Semester sind genug. Auch wenn im Moment noch im Stundentakt bahnbrechende (ähem) Erkenntnisse eintrudeln. Die schaffen’s dann eben nicht mehr in die Arbeit. 

Mein Zimmer gleicht übrigens im Moment einem Schlachtfeld. Vermutlich ist das immer so, wenn ich Arbeiten schreibe. Überall liegen Bücher (stapelweise) und Artikel, die nicht mehr in meinen Ordner passen (das Ding platzt aus allen Nähten) und irgendwo in dem Chaos habe ich sogar noch Seminarunterlagen vom letzten Semester gefunden. Die muss ich unbedingt noch einordnen, bevor ich mir Ferien gönnen kann. Immerhin ist langsam ein Ende in Sicht.

Hat jemand meine Motivation gesehen?

Ich schreibe ja gerne Seminararbeiten. Wirklich. Meine Familie glaubt mir das zwar nicht, weil ich regelmässig kurz vor dem Abgabetermin einen kleinen Nervenzusammenbruch erleide vor lauter Nervosität und Angst, ich könnte sie nicht rechtzeitig fertigkriegen (bzw. sie könnte meinen verdrehten Ansprüchen nicht genügen), aber es stimmt. Seminararbeiten sind viel spannender als Prüfungen. Ich mag es, ein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten, die Aspekte, die ich genauer betrachten will, selber zu bestimmen und mich mit Sekundärliteratur einzudecken, die ich dann doch nicht lese. Und ich mag es, mir meine eigenen Gedanken zu etwas zu machen. Seminararbeiten lassen einen (meistens) viel tiefer in eine Materie eintauchen als Prüfungen.

In den letzten fünf Jahren habe ich einige Seminararbeiten geschrieben, die meisten auch ziemlich erfolgreich. Ich kenne meine Arbeitsabläufe, habe mir einen guten Schlachtplan zurechtgelegt, der immer noch flexibel genug ist, um auch bei so störrischen Dingern wie dieser Bachelorarbeit zu funktionieren und kenne mich mit meinen eigenen Arbeitsweisen gut genug aus, um auch mal meinen inneren Schweinehund zu überlisten. Inzwischen weiss ich, dass es ganz normal ist, ein paar Wochen vor der Abgabe in ein kleines Motivationstief zu fallen. Danach kommt ein kleiner Panikschub und schwupps hab ich die Arbeit dann doch noch geschrieben. Als um Ostern herum das Tief kam, war ich also nicht weiter beunruhigt, tröstete mich damit, dass das eben dazu gehöre und versicherte mir selber, dass mir ja noch ein paar Wochen blieben. Bis jetzt ist meine Motivation aber immer noch nicht aus dem Urlaub zurück und langsam macht mir das wirklich Sorgen.

Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts gemacht hätte seit Ostern. Ich habe immerhin jetzt endlich die komplette Struktur mitsamt Notizen zum Inhalt und einem entsprechenden Citavi-File mit den nötigen Zitaten fertig, was aber bedeutet, dass ich die fünf Seiten, die ich schon geschrieben hatte, wieder komplett über den Haufen werfen kann. Macht ja nix, wenn ich richtig vorbereitet bin (was ich ja jetzt wäre), dann kann ich innerhalb von einem Tag notfalls auch mal zehn Seiten schreiben. Jap, inzwischen schaff‘ ich das. Ich kann mich nur nicht überwinden, endlich anzufangen, obwohl ich ja in zwei Wochen fertig sein wollte. Spätestens.

Also wenn jemand ein wenig Motivation und Disziplin für mich übrig hat, meldet euch bei mir. Bis dahin starre ich noch eine Weile meinen Bildschirm an, in der Hoffnung, die Arbeit könnte sich dann doch noch von selber schreiben.

Jede Zelle meines Körpers ist glücklich…

Ich hab ’nen Ohrwurm. Einen ziemlich doofen sogar. Seit ich mir vor einer Woche einen iPod gekauft habe, habe ich Podcasts für mich entdeckt. Unter anderem habe ich gestern auf dem Nachhauseweg Stefan Frädrichs Beitrag vom 28. Januar zum GEDANKENtanken-Podcast gehört (den gibt’s hier) und einen ziemlichen Lachanfall gekriegt – nicht gerade das, was man im Zug gerne hat. Aber was solls, seitdem habe ich diesen Ohrwurm und den möchte ich gerne mit euch teilen. Dieses Lied werdet ihr die nächsten paar Stunden nicht mehr aus eurem Kopf rauskriegen und ihr werdet sehen: Das ist gut so. Denn obwohl das Lied irgendwie doof ist, es wirkt tatsächlich!

Körperzellenrock

Viel Spass und einen schönen Sonntag euch allen!

Semesterbilanz Herbstsemester 2013

Ich glaube, ich mache aus der Semesterbilanz eine Tradition bis zum Ende meines Studiums (das ja jetzt nicht mehr soo lange dauern sollte). Im Juni war das ganz hilfreich, um mit dem Semester sauber abzuschliessen und mir zu überlegen, was sich noch verbessern muss. Anfang dieses Semesters hatte ich ja ein paar gute Vorsätze gefasst, die mir helfen sollten, dieses Semester etwas disziplinierter zu sein. Die Vorsätze konnte ich nur teilweise einhalten, was vor allem an meinen ziemlich sturen Gewohnheiten gelegen hat. Aber vor allem bin ich euch die versprochenen Berichte über meine Fortschritte schuldig geblieben. Schande über mich. Ich gelobe Besserung.

Einer der Vorsätze, die mir ganz besonders wichtig waren, war jener bezüglich der Pflichttexte. Ich wollte es endlich schaffen, alle Pflichttexte und vielleicht sogar ein paar von den Zusatztexten zu lesen. Diesen Vorsatz habe ich grösstenteils erfüllt – yay! Bis auf ein einziges Mal habe ich tatsächlich die Texte immer gelesen gehabt – sogar wenn der Dozent sie erst zwei Tage vor dem Seminar hochgeladen hat (das ist aber ein ganz anderes Thema). Sogar den einen oder anderen zusätzlichen Text konnte ich lesen, aber nur am Anfang des Semesters. Danach habe ich wieder nachgelassen. Im Vergleich zu früheren Semestern bin ich aber viel besser geworden. Das werte ich als Fortschritt. Das mit den Notizen zu den Texten muss ich nochmals überdenken. Meistens bin ich tatsächlich der Meinung, dass es sich nicht lohnt, aber hin und wieder wäre es doch praktisch, mindestens am Seitenrand ein paar Zusammenfassungen zu schreiben. Nur für den Fall.

Meine Vorlesungsnotizen habe ich leider nur Anfang Semester jeweils überarbeitet, selbst die Mind Maps haben da nicht unbedingt eine Verbesserung gebracht. Immerhin habe ich es geschafft, für die Prüfungsvorbereitung Zusammenfassungen zu schreiben. Ebenfalls ein Fortschritt im Vergleich zu früheren Semestern. Die Mind Maps haben sich ganz allgemein wirklich bewährt. Es ist für mich einfach eine intuitivere Methode. Sogar der Versuchung, während der Vorlesungen ständig im Internet zu surfen, konnte ich widerstehen.

Wo ich mich wirklich verbessert habe, ist bei der Arbeitsdisziplin. Ich habe es tatsächlich geschafft, mich regelmässig in der Uni irgendwo in eine Ecke zu setzen und ein paar Stunden an meinen Essays und anderen Dingen zu arbeiten. Lesen kann ich zwar fast überall, aber wenn es darum geht, etwas zu schreiben, lasse ich mich zu Hause einfach zu leicht ablenken. Ich werde mich zwar nie dazu bringen können, in einer Bibliothek zu lernen (zu viele Leute und ich kann mich einfach nicht davon abbringen, beim Lernen hin und wieder etwas zu essen), aber wenn ich es schaffe, zwei Tage pro Woche an der Uni ein paar Stunden konzentriert zu arbeiten, dann habe ich im Vergleich zu früher schon einiges erreicht.

Meine Prüfungsvorbereitung ist hingegen nicht wirklich besser geworden. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ich hoffe mal, ich habe trotzdem bestanden und ich kann mich ein anderes Mal mit diesem Thema beschäftigen.

Was ich tatsächlich sehr gut hingekriegt habe, ist, auch mal wieder Zeit für Freunde und Freizeitbeschäftigungen zu schaffen. Ich habe mich regelmässig mit Freunden getroffen, hatte sogar hin und wieder Zeit für Yoga und habe – man staune – dieses Semester immerhin drei Bücher gelesen, die überhaupt nichts mit der Uni zu tun hatten. Ich denke, das hat ziemlich viel dazu beigetragen, dass ich dieses Semester sehr viel entspannter war als früher. Ich war zwar zwischenzeitlich trotzdem ziemlich reizbar, aber es hat sich immerhin in Grenzen gehalten.

Leider ist das HS 2013 noch nicht ganz abgeschlossen, es steht noch eine Arbeit aus und bei einem Essay muss ich anscheinend noch was nachbessern. Aber für den Moment nehm‘ ich’s gemütlich. Ist ja schliesslich Weihnachten. Ich wünsche euch allen schöne und vor allem ruhige Festtage und allen, die im Januar noch Prüfungen haben oder Arbeiten abgeben müssen viel Erfolg.

Motivation

Oh Mann, es ist schon ziemlich lange her seit meinem letzten Post – sorry… Die letzten paar Wochen waren für mich Stress pur. Ich bin im Endspurt für die Leseliste, die Motivation sinkt von Tag zu Tag weiter in den Keller und als ob das nicht genug wäre, bin ich mir vor lauter „warum muss ich so etwas überhaupt machen“ auch gar nicht mehr sicher, ob ich nächsten Frühling wirklich einen Master in Deutsch und Französisch beginnen will. Aber lassen wir das Thema mal für einen Moment. Was mich eigentlich viel mehr beschäftigt, ist die Frage der Motivation. Wie schaffe ich es, mich auch noch in den nächsten drei Wochen täglich hinzusetzen, damit ich termingerecht mit meiner Lektüre (und all dem zusätzlichen Zeug – und wenn möglich auch noch mit der Semestervorbereitung) fertig werde? Ich habe mal ein paar Aspekte zusammengestellt.

Wochenplan erstellen: Ich habe in den letzten drei Wochen mal mit einem Wochenplan experimentiert und festgestellt, dass es zwar nicht immer funktioniert (ich halte mich nicht immer daran), aber doch dabei hilft, sich an die eigenen Vorsätze zu halten. Vor allem kann ich so besser ganze Zeitblöcke fürs Lernen freihalten und die Hemmschwelle, dann doch etwas anderes zu machen, ist grösser. Gleichzeitig habe ich so einen besseren Überblick über mögliche Störfaktoren und schaffe es eher, mir Ziele zu setzen. Nur sind diese leider nicht immer so realistisch. Daran muss ich noch arbeiten.

Angenehme Lernatmosphäre schaffen: Es arbeitet sich sich leichter, wenn man seinen Arbeitsplatz mag. Für mich heisst das auf der einen Seite, dass er möglichst aufgeräumt sein soll, auf der anderen Seite versuche ich auch, meine Umgebung mit ein paar schönen Dingen aufzupeppen. Das kann eine Pflanze sein, ein paar schöne Fotos oder sonstige Objekte, die auf irgendeine Art gute Laune machen. So langsam aber sicher habe ich meinen Schreibtisch eingerichtet, sodass das Arbeiten Spass macht. Aber das mit dem Aufräumen sollte ich noch besser in den Griff kriegen…

Für Abwechslung sorgen: Wenn ein Buch nicht besonders spannend ist, dann hilft es, gleichzeitig ein interessanteres Buch zu lesen und immer nach ein paar Seiten zu wechseln. Das heisst, ich lese erst ein paar Seiten von dem langweiligen Buch, dann wechsle ich zu dem spannenden, das leichter von der Hand geht. Und nach wiederum ein paar Seiten wechsle ich zurück. So halte ich mich davon ab, komplett abzudriften. Ausserdem habe ich festgestellt, dass es mir meistens besser läuft, wenn ich nicht den ganzen Tag am gleichen Text arbeite, sondern zwischen Literatur und Linguistik, Primär- und Sekundärliteratur sowie zwischen verschiedenen Textsorten abwechsle. Und das auch zum Voraus in meinen Wochenplan integriere.

Ablenkungen ausschalten: Manchmal ist es lustig, festzustellen, dass sogar Ablenkungen zur Routine werden und man ganz automatisch zum Handy oder zum Laptop greift, um zum hundertsten Mal nachzusehen, ob nicht doch eine SMS oder eine Mail, die man doch eigentlich gar nicht erwartet, gekommen ist. Deshalb muss ich mich immer wieder dazu zwingen, den Laptop ganz auszuschalten und mein Handy im Schlafzimmer oder auf dem Büchergestell zu lassen, damit es nicht in greifbarer Nähe ist. Notfalls bedeutet das eben auch, dass ich statt online Wörter nachzuschlagen, wieder mal zum guten alten Wörterbuch greifen muss.

Wenns läuft, laufen lassen: Wochenplan hin oder her – wenn ich mal an einem Buch dran bin und merke, dass ich noch Energie habe, um weiterzulesen, dann darf ich auf keinen Fall Pause machen, nur weil ich das so in meinem Plan aufgeschrieben habe. Es passiert mir nämlich oft genug, dass ich viel zu früh oder viel zu lange Pause mache, weil ich müde bin.

Pausen und Belohnungen bewusst dazwischenschalten: Das wichtigste ist wirklich, dass man Pausen bewusst macht und sich bewusst belohnt. Wenn man mit einem schlechten Gewissen mal eine längere Pause macht, dann nützt das nämlich gar nichts. Stattdessen versuche ich, wenn ich schon Pause mache, auch wirklich meinen Arbeitsplatz zu verlassen, rauszugehen, was ganz anderes zu machen. So kriege ich den Kopf frei und kann später wieder mit frischer Motivation an die Arbeit gehen.

All das funktioniert natürlich noch nicht immer. Ich falle gerne in alte Muster zurück – vor allem, wenn es darum geht, fixe Arbeitszeiten einzuplanen und mich daran zu halten. Aber Motivation und Disziplin sind für mich Prozesse, man muss ständig daran arbeiten. Deshalb denke ich, dass es durchaus ok ist, hin und wieder mal Tiefs zu durchleben – sofern man daraus lernt.

Semesterbilanz

Da ich dieses Wochenende den Kopf mit meinem Umzug von Lausanne nach Zürich mehr als nur voll hatte, gibt es heute mal einen kleinen vorfabrizierten Post. Ende Semester ist ja die ideale Zeit, um sich zu überlegen, was während des Jahres gut und was weniger gut lief und was man auf das nächste Semester unbedingt verbessern sollte. Bisher habe ich das nie gemacht, aber da ich dieses Semester einmal mehr festgestellt habe, dass ich immer wieder an den gleichen Dingen scheitere, habe ich beschlossen, endlich mal bewusst Bilanz zu ziehen. Auch wenn ich während den Semesterferien für einmal einiges zu tun habe, so werde ich vermutlich trotzdem auch mal ein wenig Zeit darin investieren können, Ideen und Werkzeuge zur Organisation und anderen studiumsbezogenen Themen zu sammeln, damit ich sie zum Herbstsemester auch umsetzen kann.

Lesedisziplin:

Obwohl das ja eigentlich mit das Wichtigste ist in meinen Fächern ist, muss ich mir hier eine relativ schlechte Note geben. Zwar war meine Disziplin besser als auch schon, besonders am Anfang des Semesters habe ich doch auch den einen oder anderen Text freiwillig gelesen (das heisst, er war empfohlen, aber nicht obligatorisch). Dann hat die Motivation aber wieder abgenommen und ich habe auch immer mal wieder die Texte ausgelassen, die ich hätte lesen sollen, oder wenn, dann habe ich sie wirklich erst sehr spät und/oder unvollständig gelesen. Es lag unter anderem auch daran, dass ich noch Lesepensum vom letzten Semester abzuarbeiten hatte und deshalb in den Semesterferien bereits in Rückstand geraten bin.
Fazit: Nächstes Semster muss das auf jeden Fall besser werden. Ich muss versuchen, so viel von der bereits bekannten Literatur vor Semesterbeginn oder zumindest zu Beginn des Semesters zu lesen und ich sollte versuchen, mich in der Zeiteinteilung etwas mehr an der Nase zu nehmen. Das heisst, fixe Zeiten fürs Lesen einplanen und mir auch Ziele dafür setzen wie viel Zeit ich in einen Text investieren möchte, um schneller vorwärts zu kommen.

Seminararbeiten:
Die habe ich mehr oder weniger gut hinter mich gebracht. Bei einer hatte ich leider nicht mehr die Zeit, sie gegenlesen zu lassen, was dann entsprechend dazu geführt hat, dass ich einiges noch nachbessern musste. Eine gute Note gab’s zum Glück trotzdem. Die anderen Arbeiten habe ich alle früh genug fertig geschrieben, dass ich genügend Zeit hatte, sie gegenlesen zu lassen und sie sogar einen Tag zu früh abzugeben. Ich bessere mich also langsam, was die Zeiteinteilung angeht ^^
Wo ich mich allerdings noch verbessern muss, ist beim Notizen machen, wenn ich arbeitsrelevante Texte lese. Da bin ich zum Teil immer noch konfus und es kommt vor, dass ich ziemlich viel Zeit damit vergeude, irgendwelche Zitatnachweise zu suchen.
Fazit: Mit das wichtigste ist bei Seminararbeiten meiner Meinung nach, früh genug und mit Plan vorzugehen, erstmal die Struktur der Arbeit zu erstellen (dazu gehört auch, zuerst zu lesen und DANN zu schreiben) und sich dann an diese Struktur zu halten. Ich habe angefangen, mir Zwischentermine zu setzen, z.B. bis wann ich den Plan fertig haben will. Damit fahre ich bislang ziemlich gut, vor allem, weil ich mir die Termine jeweils ziemlich früh setze. Der Vorsatz deshalb: so weitermachen und immer noch an den schwächeren Punkten (Notizen, Disziplin beim Schreiben) arbeiten.

Prüfungen:
Fail. Eindeutig. Nachdem ich die letzten Jahre immer mehr Probleme bei der Prüfungsvorbereitung hatte (ich weiss leider immer noch nicht, warum), habe ich dieses Semester tatsächlich eine Prüfung nicht bestanden. Da gibt es also noch viel Entwicklungspotenzial.
Es hat definitiv nicht daran gelegen, wann ich mit der Vorbereitung angefangen habe. ich war früh genug dran und habe im Grunde auch genug Zeit investiert. Das Problem war am ehesten, dass ich mit ziemlich wenig Motivation und mit noch weniger Plan gelernt habe. Das heisst, dass ich besonders in der Prüfung, die ich nicht bestanden habe, einfach mal ins Blaue hinein meine Notizen und Zusammenfassungen durchgelesen habe, ohne wirklich zu wissen, was ich daraus machen will.  Im Herbstsemester war ich noch seriöser, hatte genauere Vorstellungen davon, wie die Prüfungen aussehen würden und mich entsprechend vorbereitet. Ausserdem habe ich auf eine Prüfung mit zwei Freundinnen gelernt, was enorm geholfen hat.
Fazit: Nächstes Semester stehen nochmals ein paar Prüfungen an. Da muss ich versuchen, mir einen Lernplan zu erstellen (und mich dann auch daran zu halten) und mir irgendeinen Weg suchen, meine Motivation hoch zu halten.

Allgemeines Fazit und Ziele für die Sommerferien und das nächste Semester:
Mein grösstes Problem ist definitiv das „Verplempern“ von Zeit und die vielen Ablenkungen, von denen ich mich allzu leicht verführen lasse. Ausserdem habe ich oft Probleme damit, längere Zeit an einer Arbeit zu bleiben, die ich langweilig finde, was schliesslich dazu führt, dass ich gar nichts mehr für die Uni mache (wie ich es z.B. auch bei der Leseliste in Französisch wieder festgestellt habe).
Im kommenden Semester und natürlich schon in den Sommerferien und während der Leselisten-Vorbereitung möchte ich deshalb mal mit etwas präziseren Arbeitsplänen und Zielvorgaben arbeiten. Das heisst, ich werde zum einen versuchen, mir fixe Zeiten fürs Lesen und andere Aktivitäten setzen, ich werde doch nochmals versuchen, mit einem Wochenpensum für die Leseliste zu arbeiten und vor allem werde ich öfters mal alle Ablenkungen (Computer, Handy etc.) ausschalten.

So, das war’s wieder fürs erste. Als nächstes ist ein weiterer Tipps- & Tricks-Post in Planung, aber im ganzen Umzugsstress hatte ich noch keine Zeit, erklärende Fotos und Grafiken zu machen. Kommt aber hoffentlich diese Woche noch!