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Schuljahr (fast) vorbei!

Soo, nachdem es die letzten Wochen hier total still war, mal wieder ein Update:

Am Montag hatte ich den letzten Schultag mit meinen Lieblingen vom 10. Schuljahr. Endlich! Obwohl es mir wirklich Spass macht, zu unterrichten, bin ich mehr als nur froh, dieses Jahr abzuschliessen. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie anstrengend es zeitweise war, meine Rotzlöffel vom 10. Schuljahr zu motivieren. Klar, es gab immer einige, die voll dabei waren und viele, die zumindest versuchten, etwas mitzumachen. Aber es gab auch die anstrengenden, die nie aufpassten, ständig dumme Sprüche machten und im Allgemeinen den „leck-mich“ raushängen liessen. Leider muss ich zugeben, dass letztere oft mehr Aufmerksamkeit bekommen haben als erstere, auch wenn sie es überhaupt nicht verdient hatten. Aber das gehört wohl zum Lernprozess.

Jedenfalls waren die Rückmeldungen, die ich bekommen habe, recht unterschiedlich. Ich habe die Schüler einen Feedbackbogen ausfüllen lassen, um mal den allgemeinen Puls zu fühlen. Wie üblich waren die Antworten mal so, mal so. Die einen fanden alles toll und waren der Meinung, sie hätten eine Menge gelernt, andere waren nicht so begeistert. Manche haben auch einfach irgendeinen Quatsch hingeschrieben (auf die Frage „was könnte man anders machen?“ kam zum Beispiel einmal die Antwort: „Weniger Montag“ – jaaaa, klar, als ob sie Französisch am Mittwoch besser finden würden). Einig waren sie sich allerdings darin, dass ich etwas strenger sein und mehr durchgreifen müsste. Meine Schwester meinte dann nur, das kriege sie auch ständig zu hören. Vielleicht schaff‘ ich’s ja nächstes Jahr 😉

Jetzt bin ich aber erstmal auf die (mündlichen) Diplomprüfungen nächste Woche gespannt. Ich muss sowohl Französisch als auch Deutsch abnehmen und abgesehen von ein paar Ausnahmen weiss ich noch nicht recht, wie sie sich schlagen werden. Vermutlich wird’s wie üblich eine durchzogene Leistung geben mit vielen mittelmässigen, einigen grottenschlechten und ein paar guten bis sehr guten Leistungen. Aber ich habe immerhin die Hoffnung, dass der eine oder andere aus den Vorbereitungslektionen mitgenommen hat. Ansonsten werden das zwei ganz anstrengende Morgen.

Im Grossen und Ganzen werde ich nächstes Jahr wohl darauf achten müssen, etwas mehr Abwechslung in die Geschichte zu bringen. Blockunterricht hat zwar den Vorteil, dass man nicht ständig mitten in der Arbeit unterbrochen wird, aber es ist sowohl für Schüler wie für Lehrer unglaublich schwer, sich einen ganzen Morgen lang auf ein einziges Fach zu konzentrieren. Dass meine Lektionen am Montagmorgen waren, hat wohl auch nicht unbedingt geholfen (wie oft ich den Spruch „Siiiieeee, es ist Montagmorgen, wir sind alle müde vom Wochenende!“ zu hören bekommen habe! Ich dachte immer, Wochenende sei zum Ausruhen von der Woche da, nicht umgekehrt…). Wenn man dann versucht, einen ganzen Morgen lang Grammatik zu pauken, wirkt das wohl eher kontraproduktiv. Und den Niveau-Unterschieden in der Klasse kommt man damit wohl auch nicht leichter bei. Es wird wohl noch einiges an Arbeit in die Vorbereitung des nächsten Schuljahres gehen. Vielleicht berichte ich dann hier auch mal davon, was ich alles plane. Aber jetzt sind erstmal Ferien. Wir können’s wohl alle brauchen.

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Ich glaube, ich habe mich etwas zu laut beklagt…

Fast jedes Mal, wenn ich mich mit ETH-Studenten über die Frage „Prüfungen im Semester oder während den Semesterferien“ unterhalte, komme ich zum Schluss, dass es eigentlich gar nicht so übel wäre, die Prüfungen noch während des Semesters zu haben (weil lernfreie Weihnachten und so), WENN wir dann in den Semesterferien wenigstens schon Infos zum kommenden Semester hätten, sodass wir die vorlesungsfreie Zeit nutzen könnten, um uns aufs nächste Semester vorzubereiten, sodass die ganzen Bücher zum Semesterstart schon gelesen wären. Dieses Semester habe ich mir gesagt, ich schreibe zumindest meine zweisemestrigen Seminararbeiten während den Ferien, dann habe ich zu Semesterbeginn im Februar wenigstens das vom Tisch. Geplant waren halb-entspannte Semesterferien mit dem einen oder anderen Tag, an dem ich mich ausklinken und einfach das lesen kann, was mir gerade Spass macht.

Die Rechnung ist mal wieder nicht aufgegangen. Nicht, dass ich besonders gut im Rechnen wäre (vor allem mit den ganzen Ingenieuren und Naturwissenschaftlern um mich herum komme ich mir manchmal recht beschränkt vor), aber hier kann ich für einmal echt nichts dafür.

Denn als ich diese Woche nochmals ins Vorlesungsverzeichnis geschaut habe (zum Glück bin ich nach wie vor so ein Streber), waren da doch tatsächlich von zwei Kursen schon Leselisten da (und die haben’s echt in sich) und für ein Seminar muss ich den kompletten Tristan von Gottfried von Strassburg lesen (20’000 Verse. Auf Mittelhochdeutsch) und bis eine Woche vor Semesterstart (sprich Anfang Februar) zwei Seiten mit meiner Version vom verlorengegangenen oder nie geschriebenen Ende abgeben. YAY, Arbeit! Ne ganze Menge! Und dabei hatte ich mich gefreut, mal ein wenig Zeit für mich zu haben und vor allem für meine Schüler, denn die Schule hat ja am Montag auch wieder angefangen. Und im Studiladen musste ich am Dienstag auch ganz spontan noch kurz aushelfen.

Also habe ich fix die Bücher im Studiladen bestellt, gestern schonmal eine unglaublich lange To Do-Liste gebastelt, erstelle im Kopf schonmal einen Wochenplan und arbeite frisch-fröhlich drauflos. Glücklicherweise hat mir mittelhochdeutsche Literatur schon immer Spass gemacht.

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