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Was wir vom Leistungssport fürs Studium lernen können

Nach drei Jahren Wettkampfpause bin ich seit Februar wieder dabei, Leistungssport zu betreiben. Wöchentliche Trainings, Krafttraining, Ausdauer, Wettkämpfe, die ganze Palette. Im Gymnasium lief die ganze Sache noch eher nebenbei, damals habe ich mich eher als Musikerin denn als Sportlerin gesehen. Inzwischen finde ich doch einiges mehr daran und dabei ist mir aufgefallen, wie viel Studium und Leistungssport eigentlich miteinander zu tun haben.

Ohne Fleiss kein Preis
Kein Sportler, der einigermassen erfolgreich ist, wird dir sagen, dass er nicht trainiert hat. Alle müssen etwas für ihre Erfolge tun. Auch wenn’s manchmal so aussieht, als ob die einen schneller ans Ziel kommen als andere.

Manchmal gewinnt eben gerade nicht derjenige, der am meisten trainiert hat
Das meine ich wirklich so. Manchmal stehst du stundenlang auf dem Platz oder in der Halle (oder sitzt in der Bib) und endest doch auf dem 10. Platz (oder hast eben doch nur eine 4 statt einer 6). Dafür gibt es verschiedene Gründe.

  •  Qualität kommt vor Quantität. Es geht nicht nur um die Anzahl Stunden, sondern auch darum, wie du diese Stunden verbracht hast.
  • Man muss das Gelernte auch umsetzen können. Was nützen mir die vielen Stunden des Trainings, wenn ich im Wettkampf dann wieder die gleiche Sch***e produziere wie schon Anfang Saison?
  • Ein bisschen Wettkampfglück gehört dazu. Manchmal sind die Umstände nicht optimal. Manchmal hast du einfach das Pech, dass genau deine schwächsten Teilbereiche abgefragt werden. Manchmal verletzt du dich zwei Tage vor dem Wettkampf. Manchmal soll es einfach nicht sein.

Es reicht nicht, sich das Training vorzunehmen
Der beste Trainingsplan ist wertlos, wenn du ihn dann nicht umsetzt. Genauso wie es sinnlos ist, sich in die Bib zu setzen und dann den ganzen Tag nur auf dem Internet rumzusurfen.

Trainer und Coaches sind auch nicht immer nur gut
Hin und wieder geraten wir an Trainer, die uns nicht weiterbringen. Da hilft es nichts, dass andere sie dir als die besten ihres Fachs anpreisen. Die Chemie muss eben auch stimmen. Und deshalb ist es ganz ok, sich mal mehrere Trainer anzutun, mal zu sehen ob jemand anderes auch noch gute Tipps auf Lager hätte. Das gilt an der Uni auch für Profs. Manchmal wirkt ein Thema beim einen Prof extrem langweilig, während der nächste es ganz verständlich und vor allem spannend darlegt.

Man darf sich auch bei den Mitstreitern was abschauen
Damit meine ich natürlich nicht, dass ihr die Prüfung eures Nachbarn abschreiben oder seine Seminararbeit kopieren sollt. Aber bei Wettkämpfen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es gut tut, die anderen Werfer zu beobachten, weil man sich da immer mal wieder eine gute Technik oder einen kleinen Kniff abschauen kann, den man dann übernehmen kann. Also redet mal mit euren Kommilitonen über Arbeitstechniken, vielleicht haben die anderen was raus, das euch auch helfen kann.

Es gibt Zeiten, um an seinen Schwächen zu arbeiten und Zeiten, seine Stärken auszuspielen
Zu Beginn der Saison war ich voll darauf fokussiert, meine schwächeren Disziplinen auf ein anständiges Niveau zu bringen. Auch jetzt noch, kurz vor der WM, arbeite ich an meinen beiden schwächsten Disziplinen, aber nur so weit, wie es die starken Disziplinen nicht beeinträchtigt. Denn letztendlich nützt es mir nichts, überall Mittelmass zu sein, wenn ich mit etwas Arbeit an meinen starken Disziplinen eine Medaillenchance gehabt hätte. Auch im Studium gibt es Zeiten, um Lücken zu schliessen und sich mal mit den Dingen auseinanderzusetzen, die einem bislang Mühe bereitet haben. Aber wenn’s um die Auswahl der Themen für die Masterarbeit oder für die Abschlussprüfung geht, dann sollte der Fokus eher auf den Themen liegen, die man schon ein wenig beherrscht. Sonst wird der Aufwand dann irgendwann zu viel und es kommt doch nichts dabei heraus.

Prüfungssituationen wollen auch geübt sein
Denn letztendlich gewinnt in der Regel derjenige, der mit der Situation am besten umgegangen ist, der seine Nervosität gemeistert hat und der seine optimale Leistung abrufen konnte. Wer mit dem Druck einer Prüfungssituation oder eines bevorstehenden Abgabetermins nicht umgehen kann, der hat eigentlich schon verloren, bevor er antritt.

Wir müssen das Beste aus den Umständen machen
Manchmal regnet’s wie aus Kübeln, wenn du an den Start gehst oder du wirst eine Woche vor der Prüfung krank. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mach das Beste draus. Auch ein mittelmässiges Resultat oder ein einfaches „genügend“ ist zu akzeptieren, wenn die Umstände es nicht anders zugelassen haben.

Last but not least: Vergiss den Spass bei der Sache nicht
Gerade in einem Sport wie Casting, der nichts einbringt, ist es absolut erlaubt, auch einfach den Wettkampf zu geniessen, die gute Gesellschaft, die Begegnungen mit Sportlern aus aller Welt. Und letztendlich machst du das alles doch eigentlich, weil du Freude daran hast, oder? Oder zumindest sollte es so sein. Also nimm dir das Recht heraus, das alles auch mal nicht todernst zu sehen.

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Muskelkater, Prüfungen und ein Jobangebot

Guten Morgen meine Lieben!

Gerade ist unglaublich viel los – ich weiss manchmal schon gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Und gleichzeitig wundere ich mich immer wieder wie gut ich dieses Semester mit dem Stress klarkomme, beziehungsweise wie wenig ich davon mitbekomme. Aber erstmal von vorne.

Gestern hatte ich meine erste Prüfung (von insgesamt fünf) dieses Semester! Ich weiss, ganz schön früh, da es ja noch ganze vier Wochen bis Weihnachten sind, aber es hat sich halt so ergeben. Und damit auch meine Leser, die ich nicht den ganzen Tag auch im realen Leben vollquatschen kann, auf dem neuesten Stand sind: Um Gymnasiallehrerin für Französisch zu werden, muss ich eine sogenannte Sprachkompetenzprüfung bestehen, die aus einer vierstündigen Übersetzungsprüfung (Prüfung Nr. 3) und einem halbstündigen Kolloquium besteht (Prüfung Nr. 1 – eben die von gestern). Wobei das halbstündige Kolloquium eigentlich nur ein netter Schwatz  mit dem Prof ist. Ich musste ein wenig von der Uni erzählen und welche Dozenten ich im Austauschjahr hatte und nach 20 Minuten habe ich dem Prof dazu gebracht, dass er den Rest der Zeit redet. Und jaaa – ich habe bestanden und zwar mit einer sehr guten Note!
(innerlich hüpfe ich übrigens immer noch wie ein Kind in einer Hüpfburg herum – meine Mitbewohnerin meinte gerade, meine gute Laune sei schon fast unverschämt)

Morgen steht aber auch schon Prüfung Nr. 2 an – die schriftliche Abschlussprüfung des Vorbereitungsmoduls zur Übersetzungsprüfung (versteht das noch irgendwer?). Jedenfalls sollte ich heute wohl noch ein paar Sätze übersetzen, damit ich auch sicher vorbereitet bin. Oder so. Und Prüfungen Nr. 4 (Pädagogische Psychologie) und Nr. 5 (littérature moderne) sollte ich auch längst vorbereiten. Ach ja, den Praktikumsbericht muss ich auch irgendwann mal noch schreiben. Aber danach ist schon fast Weihnachten und ich darauf freue ich mich am meisten!

Mein Sportprogramm läuft übrigens ganz gut. Nachdem ich letzte Woche sowohl das Volleyball am Montag als auch das Musclepump am Freitag wegen anderweitiger Verpflichtungen ausfallen lassen musste konnte ich diesen Montag immerhin wieder ins Volleyball. Und habe jetzt Muskelkater in den Händen, in den Waden und im Rücken – und natürlich die obligatorischen blauen Flecken an den Unterarmen (oder sowas ähnliches). Aber für ein Mal fühlt es sich guuuut an 😉 Heute steht ausserdem Yoga auf dem Programm und weil am Freitag das Musclepump ausfällt (Polyball), werde ich am Samstag wohl mal wieder eine Runde um den See joggen. Wie gesagt – im Moment bin ich ziemlich übermotiviert.

Und ja – am Montag hab‘ ich noch ein Jobangebot gekriegt. Ich könnte nächstes Jahr von April bis Oktober 50% an einer Sekundarschule in der Nähe meiner Eltern unterrichten. Wär natürlich der Hammer, aber eigentlich muss ich mit meinem Studium vorwärts machen, solange ich noch Stipendium bekomme. Danach kann ich noch genügend Zeit in Jobs wie diese investieren. Aber glaubt mir: Das war echt keine leichte Entscheidung! Irgendwie reizt es mich eben schon, möglichst viel Erfahrung zu sammeln. Andererseits habe ich ja mein 10. Schuljahr. Also werde ich das auf später verschieben, in der Hoffnung, dass wieder so ein Angebot kommt, wenn ich bereit dafür bin…

So, und jetzt muss ich zurück an die Arbeit! Einen schönen Tag euch allen!