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Bei dem Wetter heute hatte ich absolut keine Energie, irgendetwas sinnvolles zu tun (ausser die Steuererklärung endlich abgabefertig zu machen, aber das war ja auch nur noch ein kleiner Schritt). Zum Glück habe ich aber diesen praktischen Post auf dem UTB-Blog gefunden: Grundregeln für die wissenschaftliche Recherche (für alle, bei denen’s nicht gleich „klick“ macht: UTB, das sind die blau-roten Bücher, wie zum Beispiel die Sprachgeschichte von Wolff, die wir im ersten Semester Linguistik diachron lesen mussten – schöne Erinnerungen 😉 ). Klar, das sind grösstenteils Regeln, die man nach drei Jahren Studium beherrschen sollte, aber es kann ja nicht schaden, sich das Ganze wieder mal in Erinnerung zu rufen, oder? 🙂

Übrigens: Der UTB-Blog hat auch sonst immer wieder gute Beiträge mit Tipps und Tricks rund ums Studium.

Schönen Sonntag noch!

Lerntipps auf Youtube

Wo kriegt man gute Ideen und Informationen zum Lernen und Studium allgemein her? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer wieder, vor allem aus persönlichem Interesse, aber auch für diesen Blog. Eine gute Quelle, auf die ich schon vor einer Weile gestossen bin, ist der Youtube-Kanal des Long Beach City College. Dort gibt es unter anderem Videos zu Workshops wie „Taking Better Lecture Notes“ oder „Great Ways To Study„. Ich finde, der Dozent hat eine sehr angenehme Art, die Lerntipps rüberzubringen. Und sein Englisch ist meiner Meinung nach sehr gut verständlich, sogar für nur Hollywood-Englisch-Erprobte wie mich. Doppelter Pluspunkt also. Die Videos sind meistens 45 Minuten lang, entsprechen also einer Uni-Lektion. Das ist viel Zeit, ich weiss, und es wird noch viel länger, wenn man, wie ich, hin und wieder auf „Pause“ drückt, um Notizen zu machen (ich wünschte, so einen Knopf gäbe es auch für manche Profs). Aber ich habe ein weniger schlechtes Gewissen, meine Zeit mit so einem Video zu „verplempern“, als irgendwelche Serien zu schauen.

Als Einstieg eignet sich besonders das Video „Habits of Successful College Students„. Es zeigt einige Gewohnheiten auf, die man eigentlich als selbstverständlich erachten könnte, die aber immer wieder vergessen gehen und die, auch wenn man sie nicht alle zu hundert Prozent einhält, schon sehr viel zu einem erfolgreichen Studium beitragen können. Insbesondere Punkt eins, das Studium wie einen richtig wichtigen (und gut bezahlten) Job betrachten, geht bei mir immer wieder vergessen. Ich muss mich manchmal richtiggehend zwingen, das Studium nicht als Zwang zu erachten, sondern als Geschenk und als mein eigener Wunsch. Im Grunde zwingt mich ja niemand ausser mir selbst, das durchzuziehen. Es ist gut, hin und wieder daran erinnert zu werden, denn es macht das ganze Studium zwar nicht einfacher, aber ist doch eine starke Motivation, Zeit zu investieren, obwohl doch all die anderen Dinge so verlockend wären.

Wenn ihr also mal ein wenig Zeit zu verplempern habt oder einfach eine Ablenkung braucht, aber Fernsehen mit einem schlechten Gewissen verbunden wäre, schaut da mal rein – es lohnt sich! Und lasst mich wissen, ob ihr noch mehr solche Tipps wollt. Für Feedback bin ich immer dankbar 🙂

Wissenschaftliche Artikel lesen

Wissenschaftliche Artikel und Ähnliches machen in meinem Studium den grössten Teil des Lesepensums eines Durchschnittsstudenten. Bis ich im Literaturstudium den ersten wirklich „literarischen“ Text gelesen habe, verging erstaunlich viel Zeit. Leider muss ich auch sagen, dass mir mein Studium die Lust am Lesen eher vermiest als sie gefördert hat. Während ich noch im Gymnasium fast ständig neben den Büchern, die ich für Deutsch, Französisch und Englisch lesen musste, noch irgend einen anderen Lesestoff zur Hand hatte, habe ich in den letzten vier Jahren glaube ich gerade mal vier oder fünf Bücher gelesen, die absolut nichts mit der Uni zu tun hatten (was sich übrigens – das habe ich mir fest vorgenommen – in nächster Zeit unbedingt ändern soll; dazu aber ein andermal mehr).

Weit wichtiger – und schwieriger – als das Lesen in der Freizeit ist aber die Bewältigung des Lesepensums für die Uni. Neu war für mich zum Beispiel das Lesen von relativ kurzen, dafür umso schwierigeren und mit mehr Informationen gefüllten Texten in Form von wissenschaftlichen Artikeln. Leider tue ich mich bis heute insbesondere mit philosophischen Texten schwer, was aber vor allem an meiner konstanten Faulheit liegt, diese Artikel zweimal zu lesen. Ein paar Strategien habe ich aber dennoch entwickelt und die möchte ich mit euch teilen.

  1. Überblick verschaffen:
    Bevor ich mich an einen wissenschaftlichen Artikel wage, schaue ich ihn mir kurz durch, um die Struktur zu erfassen. Das heisst, ich markiere Titel und Untertitel in unterschiedlichen Farben (meist blau und rot) und versuche herauszufinden, um was es eigentlich geht. Wenn der Artikel keine Untertitel hat, dann lese ich in der Regel einfach mal die ersten paar Sätze und den letzten Abschnitt – wenn ich besonders gute Laune habe auch mal jeweils den ersten Satz jedes Abschnitts. Gute Artikel sind nämlich so gegliedert, dass man daraus schon die wichtigsten Informationen ziehen kann.
    Wichtig ist auch, vor dem Lesen zu erfassen, was das eigentliche Thema des Textes ist. Geht es um etwas, bei dem ich mich schon auskenne, wie z.B. allgemeine Phonetik, oder ist es ein Thema, von dem ich noch nie etwas gehört habe? Was habe ich zu dem Thema schon gelesen, wie gross und detailliert ist mein Vorwissen? Ist es ein Artikel, der einen Überblick geben will oder geht es um die Untersuchung eines spezifischen Phänomens oder eines Textabschnitts?
  2. Markieren und zusammenfassen:
    Wie ich bereits gesagt habe, kommen bei mir für die Titel in der Regel blaue und rote/pinke Leuchtstifte zum Einsatz, im Text markiere ich dann jeweils mit gelb und manchmal zusätzlich noch mit grün. Zur Zeit arbeite ich daran, mir ein fixes „colour-coding“-System zuzulegen, aber das steckt noch in den Kinderschuhen.
    Grundsätzlich versuche ich auch, so wenig Leuchtstift wie möglich zu benutzen und eigentlich nur die Struktur eines Texts hervorzuheben. Zusätzlich notiere ich mir wichtige Stichworte und manchmal sogar kurze Zusammenfassungen der einzelnen Abschnitte am Blattrand oder auf einem separaten Blatt. „Richtige“ Zusammenfassungen mache ich nur selten und ich hatte auch noch nicht besonders oft das Bedürfnis danach.
  3. Nachschlagen:
    Gerade bei französischen oder englischen Texten muss ich immer ein Wörterbuch zur Hand haben, weil es doch immer wieder passiert, dass ich den Sinn bestimmter Wörter aus dem Kontext nicht erschliessen kann, bzw. es einfach nicht eindeutig ist, was jetzt genau gemeint ist. Oft greife ich dabei auf meine Handy-App zurück oder schlage sogar via PC in der Online-Version des Grand Robert nach (wenn ich besonders seriös sein und keine Übersetzungen sondern Definitionen suchen will).
  4. Nachbereiten:
    Diesen Schritt mache ich leider noch zu selten. Meistens lese ich einen Text einfach ein- oder zweimal durch und lasse es dabei bewenden. Wenn ich aber zu einem Artikel einen Vortrag machen muss oder ich weiss, dass im Seminar intensiv darüber diskutiert werden wird, versuche ich anschliessend an die Lektüre die wichtigsten Aussagen zusammenzufassen.
    Ausserdem versuche ich auch, die Quellen und die Konzepte zu rekonstruieren, die der Autor benutzt. Das hilft mir zum Beispiel bei Vorträgen, wenn ich mir überlegen muss, was meine Mitstudenten schon wissen und was ich noch erklären muss (es gibt diverse Konzepte, die einfach als vorausgesetzt angesehen werden können, andere sind nicht unbedingt bekannt und deshalb muss ich diese noch recherchieren und erklären). Dies hilft übrigens auch für schriftliche Arbeiten, wenn ich noch mehr Quellen brauche.
    In der Regel passiert das aber nicht in Form einer klassischen Zusammenfassung, sondern einfach nur stichwortartig auf einem Blatt Papier.

Beim Lesen an sich habe ich keine bestimmte Strategie. Ich versuche einfach, das Lesetempo dem Schwierigkeitsgrad des Texts anzupassen. Das heisst, dass ich bei einem einfachen Text zu einem Thema, in dem ich mich schon etwas auskenne, eher schnell lese und auch mal das eine oder andere überspringe, bei einem eher schwierigen Text oder einem, der ein mir unbekanntes Thema behandelt, lese ich eher langsam, um auch wirklich alles zu erfassen.

Diese Lese-„Technik“ wende ich übrigens auch auf andere wissenschaftliche Literatur und bei der Recherche für Seminararbeiten an. Da ist besonders der erste Teil wichtig: Ich schau mir in der Regel das Inhaltsverzeichnis relativ genau an und kann so dann rausfinden, welche Kapitel für mich relevant sind und welche ich getrost auslassen kann. Meistens lese ich Fachbücher auch nicht von vorne nach hinten durch, sondern springe von Kapitel zu Kapitel und lese wirklich nur, was ich für wichtig erachte.