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Aufgeben

Es gibt Momente, da muss man sich geschlagen geben. Sieben Jahre lang habe ich jede Arbeit und jeden Zettel abgegeben, der von mir verlangt wurde. Habe notfalls alle Verpflichtungen und Vergnügungen abgesagt, um fertig zu werden. Gestern war es zum ersten Mal so weit, dass ich mich geschlagen geben musste. Eigentlich wäre übermorgen eine Arbeit fällig gewesen, bei der ich eine Prüfung hätte konstruieren sollen. Seit einer Woche versuche ich, in die Arbeit reinzukommen, aber ich schaffe es nicht, ich bin vollkommem blockiert. Heute fahre ich ins Trainingslager, was mir enorm wichtig ist. Gleichzeitig habe ich die Audiofiles von der Dialektologie-Exkursion erhalten, die ich jetzt bis Ende Juli (besser früher) transkribiert haben sollte. Eine Verschnaufpause gibt es nicht.
Nachdem ich eh beschlossen habe, das Lehrdiplom nächsten Sommer nach dem Masterabschluss fürs erste auf Eis zu legen und noch ein wenig ins Ausland zu gehen, habe ich beschlossen, dass es halb so wild ist, wenn ich die Arbeit nicht abgebe. Klar wird es mich so richtig nerven, wenn ich die Vorlesung nochmals besuchen muss, aber wann das sein wird, steht eh noch in den Sternen. Also lass ich es. Ich geb die Arbeit nicht ab.

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Abgabetermine!

Am Montag muss ich für Pädagogik zwei Arbeiten abgeben (einmal Synopse für Pädagogische Psychologie und einmal Unterrichtsvorbereitung für Allgemeine Didaktik). Und nach einem kurzen Panikanfall gestern Nachmittag bin ich jetzt offiziell im Kurz-vor-Abgabetermin-Modus. Das heisst:

  • Stresslevel: sehr hoch
  • Toleranzlevel: rekordverdächtig niedrig
  • Laune: Tiefpunkt
  • Aggressionslevel: Sicherheitsabstand wahren
  • Schokoladenkonsum: Was da ist, wird gefuttert
  • Schlafpensum: Wenn ich könnte, mindestens acht Stunden, aber mein Kopf will nicht, also sind wir bei 6 Stunden (mit ständigen Unterbrüchen)

Meine Familie weiss inzwischen, dass sie mir in dieser Phase besser aus dem Weg geht und ich gebe mir alle Mühe, meine Mitbewohner nicht zu sehr leiden zu lassen. Inzwischen habe ich zum Glück die eine oder andere Taktik entwickelt, um damit klarzukommen:

  • Tee trinken. Eine Tasse Tee hilft mir fast immer, mich zu entspannen. Morgens gerne Grüntee und abends dann was gerade da ist – aber weder Grün- noch Schwarztee, denn sonst kann ich noch weniger schlafen.
  • Den eigenen Rhythmus kennen und sich Zeit nehmen. Sowohl für die Arbeit als auch für die Entspannung. Ich weiss inzwischen, dass ich abends eh nicht mehr wirklich was zustande bringe, also lass ich es gleich dabei bleiben, dass ich abends einfach nicht arbeite, sondern entspanne. Und dann auch wirklich nicht an die Arbeit denke.
  • Freizeitaktivitäten reduzieren, damit möglichst viel Zeit für die Arbeit bleibt und ich mich wirklich darauf konzentrieren kann. Mädelsnachmittag und Sport im aktuellen Fall ausgenommen. Sport ist eh abends nach der produktiven Phase und tut gut. Und die Mädelsnachmittage sind eh so selten, da will ich keinen verpassen.
  • Anforderungen runterschrauben. Es muss nicht immer eine 6 sein, bestanden reicht auch (siehe dieser Post). Das gibt ein wenig Luft zum Atmen.

Soo, und jetzt mach‘ ich mich wieder an die Arbeit. Drückt mir die Daumen, dass ich mit beidem bis Sonntagabend fertig bin!

Und schon ist die Hälfte des Semesters vorbei…

Jap, richtig gelesen. Es fängt schon wieder mit Prüfungsvorbereitung und allem Drum und Dran an, Leistungsnachweise stehen an und ja – bald ist Weihnachten! Bei meinen Eltern hat es vorgestern zum ersten Mal geschneit und der Schnee ist sogar liegengeblieben. Als ich gestern Abend von Zürich hierhergefahren bin (ein kurzer Zwischenstopp, um ein paar Sachen zu holen), bin ich richtig erschrocken, wie kalt es im Glarnerland ist. Aber die Aussicht auf die verschneiten Berge ist echt super!

Aber nun zurück zur Uni: Ein paar von meinen Leistungsnachweisen habe ich schon hinter mir. Meine drei Vorträge sind geschafft, zwei davon sehr gut und der dritte (für französische Linguistik) war – glaube ich – auch ganz ok. Zumindest habe ich da von einer Mitstudentin ein ganz tolles Kompliment für mein Französisch gekriegt. Das freut natürlich ganz besonders 😉 Ich muss aber auch sagen, dass ich für alle Vorträge tolle Partnerinnen hatte, die sich echt Mühe gegeben haben und für die es überhaupt nicht schlimm war, dass ich hin und wieder nicht so viel Zeit für die Vorbereitung hatte.

Die Zwischenprüfung fürs Übersetzungsmodul ist auch schon gelaufen. Ich muss ja fürs Lehramt einen Sprachkompetenznachweis erbringen (Niveau C2) und in Zürich beinhaltet das eine vierstündige Übersetzungsprüfung. Das Vorbereitungsmodul, das ich dazu gerade absolviere, ist echt gut – auch wenn die Dozentin ein wenig dazu neigt, uns Angst zu machen. Bevor sie die Prüfungsergebnisse bekanntgegeben hat, hat sie uns einen laaangen Vortrag gehalten, weil viele ungenügend waren und sie der Meinung ist, dass diese Leute auf keinen Fall zur Abschlussprüfung bzw. zur definitiven Sprachkompetenzprüfung antreten sollten. Zumindest nicht dieses Semester. Und weil ich ja erst am Anfang meines Masters bin und meinesgleichen offensichtlich eher auf der ungenügenden Seite waren, hatte ich natürlich einen Moment lang Panik, dass meine Pläne jetzt völlig über den Haufen geworfen würden. Aber es war falscher Alarm – ich war gar nicht mal so schlecht 🙂 Also kann es nach Plan weitergehen und am 11. Dezember treten wir zur Abschlussprüfung an. Mal sehen, wie’s wird.

Nächste Woche muss ich den ersten Leistungsnachweis für Pädagogische Psychologie schreiben und am 17. November die Arbeit für Allgemeine Didaktik abgeben. Für Allgemeine Didaktik habe ich noch nicht wirklich angefangen, das steht dieses Wochenende auf dem Programm. Bislang haben mich meine Schüler so sehr auf Trab gehalten, dass ich kaum dazu gekommen bin, etwas für die Uni zu tun. Aber jetzt müssen sie bis zu Weihnachten arbeiten gehen und ich kann mich endlich wieder der Uni widmen!

Langweilig wird mir allerdings nicht – langsam sollte ich anfangen, die Prüfungen für Pädagogische Psychologie und Französische Literatur (Éthique et esthétique dans la littérature moderne – richtig spannend!) vorbereiten. Ich freu mich irgendwie drauf, aber es wird auch ziemlich viel Arbeit. Nächstes Semester muss ich auf jeden Fall darauf achten, dass ich mir mehr Abende frei halte. Das heisst, auch keine Vorlesungen bis um 18 Uhr mehr (wenn es sich vermeiden lässt zumindest) und nur noch einen Abend pro Woche Nachhilfe geben.

Die Sache mit dem Ehrgeiz

Gestern habe ich mich mit meinem Vater über meinen aktuellen Arbeitsaufwand für die Uni unterhalten. Ich habe mich darüber beklagt, dass ich im Moment so unglaublich viel zu tun hätte und eigentlich gar nicht wüsste, wie ich das alles schaffen sollte. Er meinte, ich hätte bis jetzt immer sehr gute Noten gehabt, also könne ich es mir leisten, für ein Mal etwas weniger zu tun und ein paar schlechtere Noten zu riskieren. Brav wie ich bin habe ich genickt und gemeint, vor allem bei den Modulen, wo es nur um bestanden oder nicht bestanden geht, könne ich ja etwas zurückstecken.

Tatsache ist aber, dass ich das mit dem Zurückstecken erfahrungsgemäss wohl kaum durchziehen werde. Zum einen bin ich hoffnungslos perfektionistisch, zum anderen sitzt da irgendwo in einer Ecke ein kleines Kerlchen namens Ehrgeiz, das nicht zulässt, dass ich irgendetwas (und sei es nur etwas kleines) halbpatzig mache. Und da ist noch etwas anderes: Irgendwann vor ein paar Jahren, als ich mich mal eine Zeit lang Leistungssport gemacht habe, wurde mir eingetrichtert, dass man beim Wettkampf immer mit weniger Leistung rechnen muss (mein Trainer sprach immer von 30% Einbusse, was bei ihm aber schlicht bedeutete, dass man im Training mindestens drei Mal die 100 schaffen musste, um die Punktzahl auch im Wettkampf erwarten zu können). Und obwohl ich selbst schon mehrfach bewiesen habe, dass ich im Ernstfall auch über mich hinauswachsen kann, hat sich bei mir diese Überlegung tief eingegraben und später auch auf Schule und Uni übertragen.

Im Training habe ich also immer die 100 Punkte oder eben die Höchstleistung angepeilt, damit ich im Wettkampf eher mit einer guten Leistung rechnen und damit meine Ziele erreichen kann (sprich: Ich bin auch mal über meine Grenzen hinaus). Auf die Schule oder Uni übertragen heisst das, dass ich eigentlich immer von Anfang an auf die 6 hin arbeite. Wenn ich dann irgendwann merke, dass ich mein ursprünglich geplantes Pensum nicht schaffe, dann kann ich in der Regel doch immerhin mit einer 5 rechnen. Das ist immer noch ein gutes Polster, denn falls mir in der Prüfungssituation die Nerven versagen oder sonst irgendetwas ganz schrecklich schief läuft, dann komme ich realistischerweise immer noch auf eine genügende Note. Grundsätzlich und rein theoretisch wäre der Plan nicht schlecht, nur kommt mir dann eben dieses kleine Kerlchen wieder in den Weg, das mir einflüstert: „Jetzt hast du dir die 6 schon vorgenommen und bist auf halbem Weg da hin, also warum versuchst du denn nicht, sie wirklich zu erreichen?“ Und voilà, klein Melina, völlig überfokussiert natürlich, versucht auch mit Job und drei anderen Leistungsnachweisen, die parallel laufen, noch eine perfekte Arbeit zu schreiben.

Der langen Rede kurzer Sinn: Egal, was ich tue und wie oft ich mir vornehme, eben für ein Mal nur die 4 zu wollen, letztendlich versuche ich doch immer, das Maximum zu erreichen. Selbst wenn das heisst, dass ich bis in die Nacht hinein noch an der Arbeit sitze und alle um mich herum in den Wahnsinn treibe. Und zwar so lange, bis ich wirklich nicht mehr kann.
Kennt jemand ein Mittel dagegen?

Tipps für Erstsemester

Nächste Woche fängt das Herbstsemester an und damit werden viele neue Studis ihren Weg an die UZH und andere Unis und Fachhochschulen finden. Ich weiss noch, dass ich vor meinem ersten Tag an der Uni unglaublich nervös war (wiederkehrende Träume davon, wie ich ohne mein Bahnticket nach Zürich fahre oder versehentlich im falschen Vorlesungssaal lande oder zu spät komme). Aber zum Glück ging’s dann mit dem Eingewöhnen ganz schnell. Und da ich ja jetzt schon ein paar Jahre dabei bin, möchte ich mal ein paar Weisheiten weitergeben in der Hoffnung, dass es jemandem etwas nützen könnte.

1. Keine Panik!
Es geht noch unzähligen anderen genau gleich wie dir: Sie kennen niemanden, haben keine Ahnung, wohin sie müssen und wie das alles hier funktioniert. Ausserdem bedeutet der erste Tag an der Uni für so ziemlich jeden den Start in ein neues Leben – egal, ob sie gerade Matura oder Abitur gemacht oder schon zehn Jahre irgendwo gearbeitet haben und jetzt einen Richtungswechsel vornehmen wollen. Vermutlich sind alle deshalb etwas unsicher. Du wirst garantiert bald ein paar Gleichgesinnte finden und die ersten Wochen sind die beste Zeit dafür! Also versuch, deine Schüchternheit für ein paar Sekunden zu vergessen und frag die sympathische Banknachbarin oder den Banknachbarn, ob du ihr/ihm beim Mittagessen Gesellschaft leisten darfst. Und schon hast du deinen ersten Kontakt geknüpft.

2. Geh in die Vorlesung!
Vor allem in der ersten Woche hilft das nicht nur dabei, die Panik zu bekämpfen, sondern du kriegst dort auch die absolut überlebenswichtigen Informationen (zu Leistungsnachweisen, Podcasts, online verfügbaren Präsentationen oder Zusatzmaterial etc.). In Seminaren werden ausserdem in der ersten Stunde meist die Referatsthemen vergeben – also gib dich nicht mit den paar Krumen zufrieden, die die anderen dir übriglassen (das erste Referat in der zweiten/dritten Woche oder das langweilige Thema, das keinen interessiert).
Auch während des restlichen Semesters ist Präsenzzeit meistens gut investierte Zeit. Du musst nicht den Notizen anderer nachrennen und sparst dir ganz nebenbei auch noch ein paar Stunden Lernaufwand für die Prüfung (weil du ja alles schon mal gehört hast).

3. Geh ins Tutorat!
Wenn du das Glück hast, dass ein Tutorat für deine Vorlesung angeboten wird und du da nicht schon eine andere Vorlesung oder einen anderen überlebenswichtigen Termin hast – GEH. HIN! Ich hab ein paar Tutorate verpasst und glaub mir: Gratis-Tipps von älteren/erfahreneren Studenten und ein paar Stunden Prüfungsvorbereitung weniger sind einfach unbezahlbar! Meistens haben Studenten, die im Tutorat waren, die besseren Noten bei der Prüfung als Studenten, die das Tutorat sausen liessen.

4. Mach mit! Stell Fragen! Geh in die Sprechstunde!
Vor allem wenn der Leistungsnachweis eine Seminararbeit (schriftliche Hausarbeit) ist, kann dir die Sprechstunde und ein paar gut platzierte Fragen in der Lektion einige Bonuspunkte einbringen. Wenn du weisst, wo der Prof seine Schwerpunkte setzt und wie seine Anforderungen genau aussehen, fällt es dir schon viel leichter, eine gute Arbeit zu schreiben. Ausserdem neigen Profs dazu, Studenten, die sie bereits im Unterricht positiv wahrgenommen haben, auch bei der Seminararbeit gut zu bewerten.
(Aber sei bitte nicht der nervtötende Student, der jedes Mal eine superdoofe Frage stellt, nur um gefragt zu haben und der in der Lektion vor der Prüfung alle mit Detailfragen – sprich: „dieser eine Abschnitt auf Seite 387 unten, müssen wir den lernen?“ – in den Wahnsinn treibt!)

5. Such dir ein paar Freunde zum Lernen
Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens macht es in der Gruppe mehr Spass. Zweitens kannst du dir so von anderen die Dinge erklären lassen, die du den Prof nicht fragen willst oder kannst umgekehrt deinen Freunden helfen (man lernt unglaublich viel, wenn man anderen etwas erklärt). Drittens sind Verabredungen zum Lernen mit anderen verbindlicher, als wenn man nur mit sich selbst etwas ausmacht. Viertens sind Lerngruppen eine tolle Gelegenheit, um Leute kennenzulernen.

6. Meide mittags um 12 die Mensa!
Die ist dann einfach rappelvoll. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.

7. Die Uni ist nicht nur zum Studieren gut
Such dir ein paar Gleichgesinnte, nutze das Sportangebot, die (meistens) kostenlosen Sprachkurse oder erkunde mal deine Unistadt als Tourist! Es gibt so viel zu entdecken und zu tun! Geniesse diese Zeit, es wird die intensivste, anstrengenste, ermüdenste und die absolut beste Zeit deines Lebens!

Studiengangsreform Nr. 327

Inzwischen sehe ich mich selbst ja schon fast als „alten Hasen“ der Uni Zürich. Bin ja bald das fünfte Jahr hier (ein Jahr war ich ja noch im Austausch). Gerade letzte Woche kam wieder eines dieser heissgeliebten E-Mails, das im Betreff das wunderbare Wort „Neuerungen“ trug. War zum Glück nichts grossartiges und grundsätzlich sollte sich für mich nichts ändern. Ausser, dass ich die grosse Übersetzungsprüfung besser dieses (oder spätestens nächstes) Semester schon bestehe, weil sonst wiedermal alles anders wird. Ich bin ja grundsätzlich ein Fan von Veränderungen und Neuem und so. Meistens jedenfalls. Aber von Studiengangsreformen habe ich die Schnauze mittlerweilen sowas von voll. Davon gab’s in den letzten fünf Jahren definitiv ein paar zu viel.

Bologna sollte ja alles viel besser machen, hiess es mal. Naja, nicht nur die Profs sehen das inzwischen anders. Ich glaube, die erste Reform der Reform kam schon in meinem zweiten Semester. Betraf mich glücklicherweise noch nicht. Dann kam die Reform des Fachs Französisch, von der ich dachte, ich wäre betroffen, wo ich dann aber (nach notabene zwei Semestern besten Glaubens, ich hätte alles richtig gemacht) herausfand, dass ich doch nicht betroffen war und doch irgendwie noch etwas anders machen musste als die anderen, mit denen ich angefangen hatte, Französisch zu studieren. Weil der Zeitpunkt des Uni-Eintritts zählt und nicht der Zeitpunkt, zu dem ich mich für dieses Fach angemeldet habe. Bla.

Und dann – ja, dann kam die von uns allen so heissgeliebte Reform, die einigen von uns das grosse Vergnügen beschert hat, zwei Bachelorarbeiten schreiben zu dürfen. Klar, das sind grundsätzlich nur grössere Seminararbeiten. Aber mir hat die eine Bachelorarbeit schon gereicht. Zum Glück bin ich um die andere herumgekommen. Andere hatten da nicht so viel Glück und dürfen ihren Bachelor nochmals verlängern (weil Lehrveranstaltungsangebot und Zeitmanagement und so). Und da beschweren sich die Politiker, die Studenten würden viel zu lange auf Staatskosten an der Uni herumsitzen und keinen Gebrauch von Erasmus machen und sowieso überhaupt nichts ernst nehmen. Naja, ist auch ein kleeiiiin wenig schwierig, wenn man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, sich darum zu kümmern, welche Seminare und Vorlesungen man jetzt besuchen muss und welche nicht und wo man noch Punkte nachholen muss und überhaupt (vor allem, weil scheinbar jeder in eine andere Regelung fällt). Ausserdem wissen inzwischen selbst die Studienberater nicht mehr wirklich, was jetzt gilt und was nicht. Macht das Studium irgendwie anstrengend.

Ach ja, die nächste Reform ist übrigens auch schon angekündigt. Diesmal betrifft sie das Lehrdiplom. Das seit ich an der Uni bin schon zweimal von Grund auf reformiert wurde. Toll, nicht?

So, das musste ich mal loswerden. Motz-Modus wieder ausgeschaltet.

Morgens um neun im Deutschen Seminar

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Da stehst du extra morgens um halb sechs auf, um an die Uni zu fahren, weil du jetzt ENDLICH den zweiten Italienischkurs machen willst und als du da bist erfährst du, dass die Einschreibung nicht geklappt hat und du doch nicht drin bist. Dumm gelaufen (vielleicht war ich auch nur zu doof, um die Anmeldung richtig auszufüllen, wer weiss).

Dafür war ich eine der ersten im Begegnungsraum des Deutschen Seminars (da ist es Anfang Semester zum Glück noch herrlich ruhig) und versuche jetzt seit einer Stunde, einigermassen konzentriert mit meiner Bachelorarbeit vorwärts zu machen, aber irgendwie scheint die Wirkung des Kaffees, den ich heute ausnahmsweise schon zum Frühstück hatte, schon wieder nachzulassen. Einen Punkt für den guten Willen werd‘ ich mir trotzdem vermerken. Und jetzt sollte ich weitermachen.

Einen guten Semesterstart wünsche ich übrigens, auch wenn’s schon etwas spät ist 😉

Studenten – ein Volk, das gerne jammert

Soo, nachdem ich mich jetzt drei Wochen lang gefragt habe, mit welchem Thema ich euch als nächstes quälen könnte, habe ich kurzerhand beschlossen, auch mal über ein etwas weniger ernstes Thema zu schreiben. Ich habe diesen Blog schliesslich gestartet, um Spass zu haben. Und wer will schon die ganze Zeit über so ernste Themen wie Lerntechniken und versaute Prüfungen schreiben geschweige denn so etwas lesen? Deshalb heute mal ein paar Beobachtungen gewissermassen von der Front.

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, wie gerne sich Studenten über etwas beklagen? Es gibt immer etwas, das an der Uni oder in unseren Privatleben zur Zeit im Argen liegt. Von den Arbeitsplätzen über die Dozenten bis zu den Seminararbeiten ist immer irgendetwas nicht in Ordnung. Bevorzugt jammern wir alle natürlich über Bologna. Man kann Bologna so ziemlich alles in die Schuhe schieben, was an der Uni nicht übermässig toll läuft. Zu viel Aufwand, zu wenig Zeit, zu viel Zeit (wobei das eher selten passiert), ungerechte Verteilung der Kreditpunkte, komische Auswüchse der Bürokratie und noch vieles mehr. Ein Wunder, dass das schlechte Mensa-Essen noch nicht mit Bologna in Verbindung gebracht wurde.

Letzteres ist übrigens aktuell mein persönliches Lieblings-Jammer-Thema (woran man auch erkennen kann, dass es mir studiumstechnisch im Moment sehr gut geht). So ziemlich jeder in meinem Umfeld weiss inzwischen, dass ich insbesondere die Vegi-Menüs völlig ideenlos und nicht besonders appetitanregend finde, dass ich inzwischen die Schnauze voll habe von Tofu und Ähnlichem und dass ich es für eine Zumutung halte, innerhalb von zwei Tagen einmal Bami Goreng und einmal Nasi Goren zu servieren, auch wenn es in zwei verschiedenen Mensen (aber immerhin beide im Hauptgebäude) war. So. Und ich entschuldige mich auch gleich bei denjenigen, die das gerade zum sechsten Mal gehört haben. Ich such mir jetzt auch gleich ein anderes Thema zum Jammern, versprochen.

Wenn ein paar Studis verschiedener Fachrichtungen zusammenkommen, dann geht oft so ein lustiger – oder auch tragischer – Wettkampf los, wer am meisten Aufwand und am wenigsten Freizeit und überhaupt das anstrengendste Studium hat. Wenn wir wollen, können wir wirklich unglaublich viel zu tun haben. Leselisten, Seminararbeiten, Vorträge, Gruppenarbeiten, Prüfungen und was alles noch. Dann müssen fast alle neben dem Studium noch arbeiten, was natürlich auch sehr zeitaufwändig ist. Es gibt unglaublich viel zu tun, für Freizeit bleibt da nur begrenzt Platz, wenn man sein Studium einigermassen seriös betreiben will. Und jeder hat noch ein bisschen mehr zu tun als der andere. Die Diskussion endet meistens mit dem ultimativen Killerargument: Im Vergleich zu den ETH-Studis haben gerade wir Sprachstudenten das, was man gemeinhin als „Schoggi-Läbä“ bezeichnet. Auch wenn mir die Uni eines meiner Lieblingshobbys, das Lesen, so ziemlich versaut hat (das ist dann aber wieder ein anderes Thema). Auch wenn ich manchmal nicht weiss, wie ich all die Bücher noch lesen soll, die der Prof uns empfiehlt (wie die meisten mache ich mir das Leben einfach: Ich lese sie einfach gar nicht). Auch wenn ich mich jeden Sommer frage, warum uns die Dozenten die Leseaufträge nicht schon zu Beginn der Semesterferien geben können, damit wir vorarbeiten können und im Semester etwas weniger Stress hätten (wir würden’s ja doch nicht tun). Vielleicht geht es uns wirklich zu gut.

Versteht mich nicht falsch: ich bin wirklich der Meinung, dass das Studium auch an der Uni mit einem enormen Aufwand verbunden ist und dass es ziemlich viele Dinge gibt, die man verbessern könnte und müsste. Aber die Fairness eines virtuellen Punktesystems oder die Fantasielosigkeit der Mensa-Köche sind nun einmal Luxus-Probleme. Was solls. Für heute hab ich genug gemeckert, jetzt sollte ich mich wieder meinen Leistungsnachweisen widmen. Oder so.

Semesterstart

Leider war mein Start ins Semester nicht so toll wie ich mir das erhofft hatte. Die erste Leselistenprüfung (Literatur) habe ich gestern zwar bestanden, aber über die Note will ich lieber nicht reden. Blackout. Genau wie an der Französischmatur. Hoffentlich wird das kein Muster bei mir. Aber was solls, am Donnerstag kommt die zweite Prüfung und da muss ich es dann eben besser machen. Irgendwie wird’s schon klappen. Und ich will ja nicht jammern, es hätte schlimmer kommen können.

Jetzt gilt es so oder so, erstmal nach vorn zu sehen. Diese Woche stehen noch ein Seminar und drei Vorlesungen an und die erste Hausaufgabe muss ich am Samstag auch schon abgeben. Ausserdem konnte ich meinen Vorsatz, die bereits bekannte Lektüre schon vor Semesterbeginn zu lesen, wegen der Leseliste auch nicht in die Tat umsetzen. Da habe ich also auch noch einiges zu tun. Und dazwischen arbeite ich noch im Studentenladen. Das ist dafür eine tolle Abwechslung zum Uni-Alltag. Glaubt mir, nirgends gibt es einen Ort, wo man die verschiedensten Studententypen „in freier Wildbahn“ am besten beobachten kann.

Der interessanteste Typ am ersten Semestertag? Erstsemester. Besonders Jus- und Wirtschaftsstudenten. Die armen Leute müssen schon am ersten Tag viel zu viele Bücher kaufen – ich möchte gar nicht wissen, wie viel so ein Jus-Bücherpackage wiegt. Ich hatte am Abend Rückenschmerzen, nur schon weil ich ein paar von denen über den Kassentisch heben musste. Die Oec-Packages sind allerdings auch mit schuldig. Das lustigste ist, dass die meisten Erstsemester ganz euphorisch mit ihren Bücherlisten durch den Laden laufen und jedes einzelne Buch kaufen, das der Dozent auch nur am Rande empfohlen hat. So war ich damals auch – nur steht das eine oder andere Buch, das ich damals gekauft habe, immer noch ungelesen im Regal (ähem).

Ich wünsche euch allen einen tollen Start ins Semester, ganz viel Erfolg bei den Prüfungen und Seminararbeiten und hoffe, ich kann in Zukunft hier wieder ein wenig aktiver sein. Ideen hätte ich genug, nur umsetzen muss ich sie noch 😉

Leseliste Französisch: Prüfungsvorbereitung

Im September, gleich zu Semesterbeginn, werde ich in Französisch die grossen Zwischenprüfungen absolvieren. Das sind zwei mündliche Prüfungen zu zwei Leselisten, einmal in Linguistik und einmal in Literatur. Dazu werde ich in Literatur insgesamt 18 Werke oder Werkgruppen (sprich ungefähr 25 Texte – so genau hab ich sie nicht gezählt) und für Linguistik ein paar Artikel und einzelne Kapitel aus Büchern plus vier grössere Werke lesen müssen. Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, weil ein paar von meinen Freundinnen in Zürich schon während des Semesters mit der Lektüre begonnen hatten und ich noch gar nichts gemacht hatte (bis vor zwei Wochen hatte ich noch nicht mal die Bücher), habe ich mich jetzt ans Lesen gemacht.

Lesetempo
Bis jetzt habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie viel ich pro Tag lese oder wie lange ich für ein Buch brauche. Als Ziel habe ich mir vorerst mal 100 bis 200 Seiten pro Tag gesetzt. Ich muss zugeben, bis jetzt habe ich noch nicht gezählt, wie viele Seiten es insgesamt sind, aber aufgrund der Menge der Bücher auf meinem Regal gehe ich davon aus, dass es klüger ist, gegen 200 Seiten pro Tag zu lesen als gegen 100. Ausserdem muss ich dann noch Sekundärliteratur lesen (was meistens etwas länger geht) und die Linguistik-Artikel brauchen in der Regel auch etwas mehr Zeit als ein Theaterstück oder ein Roman.
Ausserdem unterscheiden sich meine Lesegewohnheiten auch von Texttyp zu Texttyp. Aber dazu werde ich separate Posts machen.

Notizen
Die gehören natürlich auch dazu, aber ich habe beschlossen, für die literarischen Texte keine Zusammenfassungen zu schreiben. Meistens findet man auf dem Internet oder in einschlägigen Werken ziemlich gute Zusammenfassungen. Dennoch mache ich nach jedem Werk, das ich gelesen habe, einige Notizen zu meinen Leseeindrücken und zu den wichtigsten Punkten, des Inhalts und der Interpretationsansätze. Bislang habe ich das auf einfachem Notizpapier gemacht, evt. steige ich noch auf ein Word-Dokument um, damit ich alles beisammen habe.
Zu den Linguistik-Artikeln versuche ich hingegen, zumindest kurze Zusammenfassungen zu schreiben. Da ist es ziemlich schwierig, irgendetwas zu finden und es wird mir hoffentlich dabei helfen, die Artikel auch etwas besser zu verstehen (was leider nicht immer so einfach ist…)

Lesereihenfolge
Normalerweise mache ich mir keine allzu grossen Gedanken darüber, was ich wann lese. Natürlich ist ein Theaterstück schneller gelesen als eine Gedichtsammlung und ein Werk aus dem späten 19. oder dem 20. Jahrhundert liest sich aufgrund der Sprache einfacher und schneller als ein Werk aus dem 16. Jahrhundert. Allerdings versuche ich, mir grosse Schinken wie „L’Éducation Sentimentale“ von Flaubert für unter der Woche vorzunehmen, wenn ich nichts weiter zu tun habe und am Wochenende, wenn ich unterwegs bin, eher kleinere Werke zu lesen. Ansonsten gibt es keine spezifische Reihenfolge.

Das war’s fürs erste zu meiner Leseliste. Im Verlaufe der Sommerferien werde ich hier immer mal wieder ein paar Updates zu meinem Fortschritt und zu meiner Arbeitsweise machen. Hoffentlich hilft es dabei, mich zum Weitermachen und zur seriösen Vorbereitung zu motivieren 😉