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Organisiert desorganisiert?

Ich habe einen Trend bei mir festgestellt: Immer wieder versuche ich, mich zu organisieren, mich mittels to do-Listen und Wochenplänen dazu anzuspornen, regelmässig etwas für die Uni zu tun, an alle Leistungsnachweise zu denken, alle Texte immer zu lesen und bei alldem auch Zeit für Sport und andere Freizeitaktivitäten freizuhalten. Das geht dann jeweils auch für ein paar Wochen ziemlich gut, ich habe alles im Griff und vergesse nichts. Aber dann kommt wieder ein Punkt, wo ich feststelle, dass ich Aufgaben vergesse, dass ich nicht so viel Zeit für die wirklich wichtigen Dinge aufwende, sondern plötzlich immer öfter auch denke: „Es ist ok, wenn ich jetzt ein Eis essen gehe/heute mal etwas später in die Bibliothek gehe/diesen Text erst morgen lese. Ich war ja bis jetzt so diszipliniert.“ Naja.

Eine durchgeplante Woche scheint mich immer wieder dazu zu verleiten, auch mal spontan einfach nichts zu tun, weil ich denke, ich hätte mich ja so gut organisiert, dass ich das locker wieder ausgleichen kann. Oder ich fange an, Dinge zu vergessen, weil ich’s mir zwar aufgeschrieben, dann aber nicht mehr in die Agenda geschaut habe. Am Ende hab‘ ich dann trotz oberflächlich sehr guter Organisation einen Riesen-Stress, weil ich plötzlich merke, dass ein Abgabetermin kurz bevorsteht. Kennt ihr das?

Im Grunde ist es also so: Jedes Mal, wenn ich mir ein neues Zeitplan-System ausdenke, eine neue Art, meine Aufgaben zu verwalten, dann geht das eine gewisse Zeit lang gut, aber dann plötzlich höre ich auf, das System zu nutzen oder nutze es nur noch teilweise. Und alles ist wieder wie es war. Ich weiss nicht, ob mich mein Planer (von Filofax, schweineteuer und sollte eigentlich bei dem Preis noch mindestens fünf – nein, zehn – Jahre in Gebrauch sein) schon wieder langweilt oder ob ich mir vielleicht einfach wieder etwas mehr Mühe geben sollte beim Aufschreiben meiner Aufgaben. Vielleicht müsste ich einfach mal wieder die Disziplin haben, jeden Sonntag die nächste Woche wieder sauber durchzuplanen (oder zumindest meine to dos für diese Woche aufschreiben) und dann jeden Morgen die Agenda erstmal hervorzunehmen und mal zu sehen, was der Tag so bringt.

Das Dumme ist nur: Ich hab‘ nur Disziplin, wenn es darum geht, früh aufzustehen. Oder jeden Tag eine warme Mahlzeit zu essen. Oder jeden Tag nicht mehr als zwei Tassen Kaffee zu trinken. Aber wenn’s um Dinge wie Wochenplanung, lesen fürs Studium oder Schokoladenkonsum geht, dann bin ich noch undisziplinierter als eine Horde kleiner Kinder mit Bällen. Weiss auch gar nicht, ob ich daran was ändern will – bis jetzt ist schliesslich immer alles gut gegangen. Ich hab‘ aber bei uns zu Hause ein Buch entdeckt, das mein Vater mir schon vor ein paar Jahren empfohlen hatte und das ich mir vielleicht doch mal zu Gemüte führen sollte: Organisieren Sie noch oder leben Sie schon? Zeitmanagement für kreative Chaoten von Cordula Nussbaum. Klingt zwar arg nach Selbsthilfebuch, aber vielleicht gibt’s da ja ein paar gute Tipps, die mir helfen, in Zukunft etwas länger bei meinem System zu bleiben. Ich lass euch wissen, was dabei rauskommt.

Guten Start in die Woche!